Bow-Tie Big Band überzeugt mit Gastsänger

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    Alex Kraus mit überzeugender Stimme Foto: red

Artikel vom 20. November 2018 - 15:54

MALMSHEIM (red). In vielerlei Hinsicht war das Konzertmotto der Bow-Tie Big Band am Samstagabend in der Schulturnhalle Malmsheim zutreffend. "Something old, something new" galt für das Programm, das im ersten Teil Swing-Klassiker der 1930er- und 1940er-Jahre enthielt und im zweiten Teil bis in die Neuzeit reichte. Aber das wichtigste Signal sendete die neu gegründete Junior-Bigband, die an diesem Abend ihr Debüt feierte: Der Nachwuchs der Bow-Tie Big Band ist gesichert.

Als Bandleader Karl Farrent zusammen mit seinen Musikern die Bühne betrat, war der tosende Applaus noch nicht verklungen. Grund für die Begeisterung des Publikums war der erste Auftritt der Anfang des Jahres neu gegründeten Junior-Bigband der Bow-Tie Big Band. Bandleader Thomas Schöck hatte mit "Mercy, Mercy, Mercy" von Count Basie die Neuzeit eingeläutet: Frisches Blut für den Jazz in Renningen! "Jumpin At The Woodside", "Night And Day" sowie "Birdland" rundeten das Debüt ab. Ein warmer Sound, fantastische Solisten und die unaufgeregte Leitung von Thomas Schöck waren der erste Höhepunkt des Abends.

Karl Farrent ließ sich vor dem ersten Ton daher nicht nehmen, seine Freude zum Ausdruck zu bringen. "Das ist noch mal einen Applaus wert, wir sind sehr stolz auf die Junior-Bigband." Mit dem Klassiker "It Don't Mean A Thing" starteten die "alten Säcke", wie Farrent sich und seine Musiker liebevoll nannte, das Programm. Mit "Stompin' At The Savoy" und "I Got It Bad" folgten weitere Bigband-Hits der Hochzeit des Jazz. "Das war damals die Popmusik", verwies Farrent auf die Bedeutung der nie verblassenden Klassiker, welche irgendwann selbst Auslöser für seine Begeisterung an der Musik waren.

"Ain't That A Kick In The Head" begründete den ersten Auftritt für Gaststar Alex Kraus, der schon auf den großen Bühnen der Welt unterwegs war und hierzulande vor allem bei "Pop und Poesie" für Furore sorgt. Souverän, humorvoll und unprätentiös fügte er sich in das Bühnenprogramm des Abends ein. Ob beim Duett mit Stefan Eitel bei "Me And My Shadow" oder mit Beata Ruxton und Eitel bei "Something Stupid". Nicht unerwähnt sollten die grandiosen Soloeinlagen bleiben, allen voran von Solotrompeter Oliver Schulz, der die Facetten seines Könnens einmal mehr unter Beweis stellte. Oder Schlagzeuger Oliver Berthold, der bei "Sing Sing Sing" den Abschluss des ersten Sets mit einem fulminanten Schlagzeugsolo bildete. Axel Salden (Posaune) und Stefan Kuhr (Saxophon) bekamen ebenfalls ihre Features.

Im zweiten Teil wurde es moderner. Latin wie "Chu Cho", Pat Methenys Gänsehautballade "Always and Forever" mit Karl Farrent am Solo-Flügelhorn, Chicagos "Caravan" und sogar die Beatles schafften es ins Programm mit einer Bigband-Version von "Hey Jude", arrangiert von Farrent selbst. Alex Kraus überzeugte bei Stevie Wonders "Isn't She Lovely" (inklusive Mundharmonikasolo) ebenso wie bei Gary Moores "Still Got The Blues", wobei Sologitarrist Fabian Pfeifroth-Brumm sein wohlverdientes Feature bekam. Der Gitarrist überzeugte auch sonst mit seinem feinfühligen Spiel an den Saiten. "Seven Nation Army" bildete den Abschluss des offiziellen Teils, ehe es kurz sentimental wurde.

Karl Farrent wurde von Manager Matthias Hartmann für 25 Jahre als Bandleader geehrt. "Wir haben sehr viel miteinander erlebt. Schönes, Kurioses, aber auch Komisches. Ich möchte keinen Auftritt missen. Und unsere Geschichte geht weiter", verneigte er sich vor dem in London geborenen Farrent, der den Abend wie gewohnt mit seinem englischen Humor noch kurzweiliger gestaltete. Mit Stevie Wonders "I wish" ging es weiter, oder wie Farrent schwäbisch übersetzte: "Ich wisch." Dieser Song sollte aber nicht die letzte Nummer sein. Mit der Commodores-Nummer "Easy", geschrieben vom großartigen Lionel Richie, beschloss die Bow-Tie Big Band den abwechslungsreichen Abend.

Benefizkonzert im Klösterle folgt

Die Schulturnhalle war dabei in der 31-jährigen Geschichte erstmals Ort des Geschehens für das Herbstkonzert, da das "Wohnzimmer" Stegwiesenhalle belegt war. Bandmanager Matthias Hartmann zog ein positives Fazit. "Tolles Konzert vor annähernd ausverkaufter Hütte. Ein begeis-terndes Malmsheimer Publikum und gute Akustik in der Turnhalle", freute er sich über den gelungenen Abend. "Alex Kraus ist ein genialer Sänger und Multiinstrumentalist und hat sich hervorragend in die Band eingefunden", ergänzte er. Bei seinem musikalischen Leiter Karl Farrent kann er auch nach 25 Jahren keine Spuren der Abnutzung entdecken. "Auch nach 25 Jahren ist es mit ihm nie langweilig. Allein wegen ihm lohnt sich ein Besuch der Bow-Tie Big Band", sagt er.

Zu genießen ist Karl Farrents englischer Humor bald wieder in Weil der Stadt: Am 8. Dezember findet im Klösterle ein Benefizkonzert zugunsten der Kinderkrebshilfe statt. Also gleich zwei Gründe, die Bow-Tie Big Band zu besuchen.

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