Wetterextreme: Preisverfall im Forst von Weil der Stadt

Weil der Städter Waldbegang führt an den Schwarzwaldrand in den städtischen Distrikt "Fahrenwald"

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    Bürgermeister Schreiber, Revierbezirksleiterin Hormel und Forstrevierleiter Scholl beim Waldbegang mit dem Revierplan für den Stadtwald Foto: red

Der diesjährige Waldbegang von Stadt und Kreisforstamt führte diesmal sogar an den Rand des Schwarzwalds. Besichtigt wurde der "Fahrenwald", ein Walddistrikt im Besitz der Stadt Weil der Stadt. Er liegt bereits im benachbarten Enzkreis, umgeben von dem Neuhausener Wald zwischen Neuhausen und Schellbronn.

Artikel vom 31. Oktober 2018 - 17:30

WEIL DER STADT (red). Wie genau Weil der Stadt zu diesem rund 100 Hektar großen Waldstück kam, darüber gibt es viele Anekdoten und Erzählungen. Forstrevierleiter Markus Scholl konnte einige dieser Geschichten, die ins 14. Jahrhundert zurückreichen, zum Besten geben.

Auf der drei Kilometer langen Runde bekamen der Gemeinderat und zahlreiche interessierte Bürger durch Forstrevierleiter Markus Scholl und Revierbezirksleiterin Inge Hormel vom Kreisforstamt Einblicke in die verschiedenen Aspekte der Waldwirtschaft sowie die Arbeit des Försters und die tägliche Arbeit der Forstwirte.

Der Fahrenwald ist ein Stück Schwarzwald, überwiegend wachsen hier Fichten und Tannen. Unter mal lichter, mal dichter stehenden hohen, älteren Bäumen verjüngt sich bereits die nächste Waldgeneration auf natürlichem Wege - vereinzelt und in Gruppen stehen immer wieder kleinere Bäume. "Diese sogenannte Naturverjüngung wurde durch mehrere forstliche Eingriffe im älteren Bestand eingeleitet, um die nächste Waldgeneration heranzuziehen. Werden die alten Bäume gefällt, stehen die Neuen bereits in den Startlöchern, um in den nächsten Jahrzehnten auch groß und stattlich zu werden", erklärte Markus Scholl. Nicht nur im Fahrenwald sondern überall im Weil der Städter Wald werden die älteren Waldbestände mithilfe von Naturverjüngung in die nächste Waldgeneration überführt. Dort, wo ein Baumartenwechsel angestrebt wird oder große Freiflächen entstanden sind oder zusätzliche Baumarten eingebracht werden sollen, werden junge Bäume auch gepflanzt.

Auch die trockene Witterung des Jahres 2018 ging nicht spurlos am Weil der Städter Forst vorbei und belastete die Arbeit des Försters und der Forstwirte. Revierbezirksleiterin Hormel erklärte inmitten einer freien Fläche, in der jüngst zahlreiche Bäume gefällt wurden, die Hintergründe: "Die beiden Winterstürme Burglind und Friederike im Januar führten auch im Weil der Städter Wald zu zahlreichen kleineren Sturmwürfen, seit April fehlt dem Wald der Regen".

Das Jahr 2018 war mit seinem Rekordsommer kein Segen für die Bäume. Wasserknappheit setzte den Wäldern zu und ein kleiner aber unscheinbarer Schädling, der Borkenkäfer, konnte sich witterungsbedingt vermehren. Vom Borkenkäfer befallene Fichten sterben ab und müssen schnellstmöglich gefällt werden, m einer weiteren Vermehrung des Käfers entgegen zu wirken.

So waren die Forstwirte und ihr Förster im laufenden Jahr überwiegend zuerst mit der Aufarbeitung des Sturmholzes und im Anschluss daran mit der Suche nach und der Fällung und Aufarbeitung von mit Borkenkäfer befallenen Bäume beschäftigt. Einzelne Löcher und kleinere kahle Flächen sind so im Wald entstanden.

Abschluss in der Kuppelzenhütte

Da nicht nur in Weil der Stadt sondern europaweit Sonnenschein und Stürme eingefahren wurde, ist der Anfall an Sturm- und Käferholz enorm. All diese Faktoren führen zu einem Holzüberschuss und zu einem Preisverfall auf dem Holzmarkt.

Bei einer seilunterstützten Baumfällung unter Einsatz des neuen Schleppers demonstrierten die Forstwirte ihr Können. Bei fast jeder Witterung und bekleidet mit umfangreicher, schwerer Schutzkleidung kümmern sich die Forstwirte fachkundig um die Weil der Städter Wälder. Auf dem Rückweg erläuterte Revierleiter Markus Scholl eine jüngst durchgeführte Pflegemaßnahme entlang des Weges: mit Hilfe einer Spezialmaschine wurden dicht am Weg stehende junge Bäume auf einer gewissen Tiefe zurückgenommen. Hierdurch wird der Waldweg vor allzu starker Beschattung und damit partieller Vernässung geschützt und gleichzeitig wird auf dem neu geschaffenen Waldinnensaum Lebensraum für lichtliebende Arten und Insekten geschaffen.

Der gemeinsame Abschluss der überaus gelungenen Waldbegehung mit vielen Interessierten und regen Diskussionen fand auf der frisch sanierten Kuppelzenhütte in Münklingen statt.

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