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Große Begeisterung für Sterne und Co.

Mitgliederversammlung der Kepler-Gesellschaft Weil der Stadt dokumentiert Aufgabenspektrum

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    Die Sternwarte auf dem Dach des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Weil der Stadt hat regelmäßig geöffnet Fotos: red

Artikel vom 29. Oktober 2018 - 18:24

WEIL DER STADT (red). Große Anerkennung erntete die Kepler-Gesellschaft Weil der Stadt auf der Mitgliederversammlung des Vereins, der den Namen des berühmten Astronomen im Namen trägt. Neben den üblichen formellen Dingen wie Bericht des Vorstands, des Schatzmeisters und des Rechnungsprüfers, der Entlastung des Vorstands und Wahl des Kassenprüfers gaben die Berichte aus den einzelnen Sparten ein interessantes Bild über die vielfältigen Betätigungsfelder und die durchgeführten Aktivitäten.

Zur totalen Mondfinsternis am 27. Juli kamen 140 Besucher auf der Sternwarte und 150 Gäste nahmen an einer literarisch-musikalisch umrahmten Wanderung zum Predigtplatz zusammen mit dem Heimatverein teil. Zum alljährlich stattfindenden Astronomietag im März kamen ebenfalls zahlreiche Besucher zu Beobachtungen und zu dem Vortrag über "Gravitationswellen" von Professor Wilhelm Kley von der Universität Tübingen. Am Sommer-Ferienprogrammen Ende August nahmen Kinder aus Weil der Stadt und den umliegenden Gemeinden teil. Jeden Freitag bietet die Sternwarte bei klarer Sicht öffentliche Sternführungen an. Auch über die zahlreichen Aktivitäten der Jugendgruppe wurde berichtet.

Im Jahr 2017 kamen rund 2300 Besucher aus allen Erdteilen und zeigten sich beeindruckt von Kepler und seinem Lebenswerk, aber auch von der Ausstellung und vom Flair des kleinen Fachwerkhauses. Seit der Neueröffnung wurden mehr als 62 000 Besucher gezählt. Im Juli und August dieses Jahres kamen deutlich mehr Besucher als sonst, es lag wohl am guten Wetter und dem "Strandsommer" auf dem Marktplatz.

Die Besucher hatten auch die Gelegenheit, eine restaurierte Entwurfszeichnung des Kepler-Denkmals zu besichtigen, die August von Kreling 1863 angefertigt hatte. Außerdem hatte Bürgermeister Thilo Schreiber das Goldene Buch der Stadt mitgebracht, in dem sich zuletzt der russische Raumfahrer Nokolai Budarin bei seinem Besuch im Oktober im Kepler-Museum eingetragen hatte. Inzwischen findet man im Goldenen Buch schon vier Einträge von fünf Weltraumfahrern in den letzten drei Jahren.

Mit mehreren interessanten Veranstaltungen erinnert die Kepler-Gesellschaft zusammen mit den Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie dem Planetarium Stuttgart im kommenden Jubiläumsjahr an die Veröffentlichung von Keplers umfassenden Werk "Harmonice Mundi" vor 400 Jahren in Linz. Im Rahmen der in Weil der Stadt geplanten Eröffnungsfeier am 25. Mai 2019 im Klösterle soll wieder ein Kepler-Preis vergeben werden, an dem sich Schüler der 21 Kepler-Gymnasien in der EU beteiligen können.

Bürgermeister Thilo Schreiber und Vorsitzender Klaus Werner bedankten sich bei den Aktiven des Vereins für ihren ehrenamtlichen Einsatz, insbesondere bei Museumsleiter Wolfgang Pleithner, dem Leiter der Sternwarte Gottfried Reimann und der Leiterin der Jugendgruppe Hildrun Bäzner-Zehender. Der Dank galt auch dem Schatzmeister Harald Hutter, dem Stadtarchivar Lothar Sigloch für die Betreuung des Kepler-Archivs und Vorstandsmitglied Margarita Riedel, die zusammen mit Florian Noller die Kontakte zu den prominenten Kosmonauten und Astronauten pflegt. Klaus Werner bedankte sich auch beim Bürgermeister und seiner ganzen Rathaus-Mannschaft für die tatkräftige Unterstützung der Kepler-Gesellschaft.

Unter dem Titel "Keplers Leben und Wirken in Linz" berichtete Erich Meyer aus Keplers Zeit in Linz 1612 bis 1627. Dem Referenten gelang die Entdeckung des Hauses in der Linzer Hofgasse, wo Kepler mit seiner zweiten Frau - seine erste Frau war 1611 verstorben - von 1613 bis 1620 gewohnt hatte. In seinem Vortrag schilderte Erich Meyer, wie er anhand von Keplers präzisen Beschreibungen einer damals stattgefundenen Mondfinsternis das Wohnhaus als Hofgasse Nr. 7 identifizieren konnte.

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