Land zahlt mehr für die Hesse-Bahn

Nachschlag von über einer halben Million Euro für Bahnbrücke über B 295 und Erneuerung zweier Übergänge in Weil der Stadt

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    Die Eisenbahnbrücke wurde wegen der Südumfahrung abgerissen. Trotzdem übernimmt das Land jetzt beim Neubau den Löwenanteil an der Finanzierung, wie es seinerzeit der damalige Bürgermeister Hans-Josef Straub vorausgesagt hat Fotos: Bischof/Archiv

Eine gute Nachricht für das finanziell klamme Weil der Stadt: Das Land fördert die für die Hesse-Bahn in Weil der Stadt nötige Eisenbahnbrücke über die B 295 und die Erneuerung zweier Bahnübergänge in mit jeweils 75 Prozent und geht damit über das übliche Maß hinaus.

Artikel vom 05. Oktober 2018 - 14:05

WEIL DER STADT/BÖBLINGEN (red/wei). Landrat Roland Bernhard und Bürgermeister Thilo Schreiber sind sich einig: "Die Einstufung als Härtefall ist ein erfreuliches Ergebnis."

Das Land Baden-Württemberg wird die drei Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen in Weil der Stadt beim Bau der Hermann-Hesse-Bahn mit 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten fördern. Dies hat das Verkehrsministerium dem Landkreis Böblingen und der Stadt Weil der Stadt in einem Schreiben mitgeteilt. Damit ist der Antrag der Stadt auf eine Härtefallförderung angenommen worden. Dies haben Landkreis und Stadt am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitgeteilt.

"Die Verhandlungen mit dem Verkehrsministerium dazu waren nicht einfach, umso erfreulicher ist diese positive Nachricht, die uns jetzt erreicht hat", so Landrat Roland Bernhard. Damit setze das Land ein wichtiges Signal in Richtung Weil der Stadt, auf das durch die Baumaßnahmen hohe Kosten zugekommen wären. Durch die Anerkennung der Härtefallförderung steigt der Zuschuss für Weil der Stadt um 580 000 Euro auf 1,75 Millionen Euro. Weil der Stadt hat voraussichtlich insgesamt 3,01 Millionen Euro Baukosten zu tragen.

"Das entlastet die angespannte Haushaltslage in Weil der Stadt erheblich. Unser berechtigtes Anliegen ist damit ernst genommen worden", freut sich auch Bürgermeister Thilo Schreiber. Damit sei nun auch eine weitere Voraussetzung geschaffen, um im Gemeinderat über die weitere Vorgehensweise in Sachen Klage gegen die Hesse-Bahn zu beraten.

Sowohl Landrat als auch Bürgermeister bedankten sich ausdrücklich beim Verkehrsministerium für die nun gefundene Lösung. Mit der Einstufung als besonderer Härtefall und dem daraus folgenden höheren Fördersatz von 75 statt der sonst üblichen 50 Prozent der förderfähigen Kosten werden demnach nicht nur der Neubau der Eisenbahnbrücke über die Südumfahrung, sondern auch die Erneuerung der Bahnübergange "Malersbuckel" und "Steckental" gefördert.

Altbürgermeister behält recht

Die gute Nachricht für Weil der Stadt dürfte auch den ehemaligen Bürgermeister Hans-Josef Straub freuen. Schließlich hatte er während seiner Amtszeit sich vehement für den Bau der Südumfahrung stark gemacht, die aufgrund der Streckenführung mit dem Abriss der damaligen Eisenbahnbrücke verbunden war. Kritiker hatte stets angeführt, dass damit der Schienenverkehr auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wäre oder zumindest später einmal die gesamten Kosten für den Neubau einer Eisenbahnbrücke an der Stadt hängen blieben.

Von daher dürfte der ehemalige Schultes sicher die Korken knallen lassen. Vielleicht sogar gleich neben der Stadtmauer im Rössle, wo er ehrenamtlich bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten den Mundschenk und Küchenmeister für Genussmenschen gibt.

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