Freispruch vom Vorwurf des Raubs

31-Jähriger wird nur wegen Waffenvergehens bestraft

Artikel vom 02. Juli 2018 - 17:00

MAGSTADT/STUTTGART (wic). Der 31-jährige Mann, dem die Stuttgarter Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht eine schwere räuberische Erpressung in einer Magstadter Wohnung mit 1600 Euro Beute vorgeworfen hatte, ist jetzt nach dreiwöchigem Prozess freigesprochen worden. Er muss lediglich 600 Euro Geldstrafe wegen eines Waffenvergehens bezahlen.

Der Vorwurf war happig: Am 12. November 2017 soll der Angeklagte gegen 21.30 maskiert zusammen mit einem weiteren Unbekannten in die Wohnung eines Freundes in Magstadt eingedrungen sein und unter Androhung von Schlägen mit einem Teleskopschlagstock die Herausgabe von 1600 Euro erpresst haben. Zudem habe er einen auf dem Tisch liegenden Beutel mit Drogen geraubt. Teil zwei der Anklage betraf den Besitz einer Schreckschusswaffe mit Munition, für die der Angeklagte keinen kleinen Waffenschein besaß.

Der Raub-Vorwurf ist in dem Verfahren gestrichen worden, weil die Zeugen den Angeklagten nicht mehr als Täter erkannt haben wollten. Die Rede war nur von einem Mann mit hellem Hut, stechendem Blick unter der Maske und dunklem Mantel. Dies alles passt nicht zu dem 31-Jährigen. Selbst der Staatsanwalt beantragte jetzt dessen Freispruch vom Raubvorwurf, forderte aber eine 600-Euro-Geldstrafe für den Besitz der Pistole, die die Polizei später in seiner Wohnung sicherstellte. Dem schloss sich die Stuttgarter Strafkammer an: Freispruch auf Staatskosten vom Raub, Schuldspruch wegen Waffenbesitzes. Die Polizei sucht nun weiter nach dem Mann mit hellem Hut, stechendem Blick und dunklem Mantel.

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