Feuerwehrleute pilgern an die Renninger Krippe

Malmsheimer Martinuskirche steht bei den Floriansjüngern im Landkreis immer auf dem Jahresprogramm

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    Das Ehepaar Grögler unterhielt an der Krippe mit der Drehorgel und Markus Priesching (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Böblingen), Pfarrer Franz Pitzal, Bürgermeister Wolfgang Faißt und der Renninger Feuerwehrkommandant Erhardt Mohr (von links) lauschten Foto: Zimmermann

Artikel vom 16. Januar 2017 - 16:00

MALMSHEIM (red). Sie "Retten. Löschen. Bergen. Schützen." Und sie pilgern einmal jährlich zur Martinuskirche nach Malmsheim, die Floriansjünger des Landkreises Böblingen. Rund 100 Mitglieder aus 15 Feuerwehren des Landkreises trafen sich diesmal an der Renninger Krippe, die in diesem Jahr das Reformationsjubiläum von Martin Luther sowie das Wirken des Sankt Martin in ihren Mittelpunkt gerückt hat.

Ein wesentlicher Teil der Krippen-Installation, die in diesem Jahr zum 37. Mal bewundert werden kann, handelt von Sankt Martin. Seine berühmte Mantelteilung kennt jedes Kind und sie steht sinnbildlich für gelebte Wohltätigkeit. Von Nächstenliebe geprägt - so kann man auch das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrangehörigen umschreiben, die tagsüber und nachts sowie an 365 Tagen im Jahr in Minutenschnelle bereitstehen, wenn andere Menschen in Not sind.

Die Feuerwehrleute folgten dem Aufruf "Zur Krippe her kommet" des bekannten Weihnachtsliedes und genossen eine exklusive Führung von Pfarrer Franz Pitzal. Für Markus Priesching, den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Böblingen, ist dieses jährliche Ereignis ein wichtiger Termin im Jahreskalender: "Die Renninger Krippe ist ein gesellschaftliches Ereignis in unserer Region. Und die Botschaften, die von ihr ausgehen, motivieren und regen zum Nachdenken an."

Und darum geht es Franz Pitzal und seinen ehrenamtlichen Helfern ja auch: Der Pfarrer möchte die Menschen zum Nachdenken bringen, indem er mit der Krippe das aktuelle Zeitgeschehen abbildet und dadurch wichtige Botschaften aussendet. Der inzwischen 81-jährige Renninger Ehrenbürger erläutert seinen Gästen stets höchstpersönlich in kurzweiligen und launigen Worten die unglaublich liebevoll gestalteten Krippen-Basteleien.

Das Motto lautet diesmal "Eine feste Burg ist unser Gott" nach einem Liedtext von Martin Luther und greift damit das Reformationsjubiläum auf. Gezeigt wird beispielsweise, wie Luther vor 500 Jahren seine 95 Thesen an das Portal der Kirche zu Wittenberg schlug. Direkt daneben ist die Kirche von Tours zu sehen, wo der Heilige Martin begraben ist. An den Seitenwänden der Kirche wird dargestellt, was - im Sinne der Ökumene - die evangelische und die katholische Kirche alles gemeinsam tun: von Einschulungsgottesdiensten über Konzerte und den Kirchentag bis zum Weltgebetstag der Frauen, der Gestaltung des Volkstrauertags oder der Sitzwache bei Sterbenden. All das wird mit vielen hundert Figuren der Krippe, liebevoll kreiert und aufwendig in Szene gesetzt.

Renninger Feuerwehr feiert 150-jähriges Bestehen

Auch der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt war dabei, als die Florianjünger kamen. Er hat für die Feuerwehrangehörigen ebenso wie für zahlreich erschienene Renninger Gemeinderäte die Krippendarstellungen interpretiert. "Ein guter Klebstoff ist wichtig beim Bau einer Krippe, aber auch für die Gesellschaft", betonte das Stadtoberhaupt. Der Klebstoff symbolisiere den engen Zusammenhalt einer Gemeinschaft sowie einen fairen Umgang miteinander. Das vertrauensvolle Miteinander von Feuerwehr und Gemeinderat beziehungsweise Stadtverwaltung sei für ihn übrigens selbstverständlich: "Die Feuerwehr ist unverzichtbar und garantiert die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Rankbachstadt". Faißt versprach dem ebenfalls anwesenden Renninger Kommandanten alles in seiner Macht stehende zu tun, um auch weiterhin die besten Rahmenbedingungen für die Feuerwehr zu schaffen.

Und Eberhard Mohr hob die gute und enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Stadt und Kirche hervor und freut sich auf ein ganz besonderes Jahr. Denn seine Wehr feiert 150-jähriges Bestehen. Die Stadt Renningen wird in diesem Jahr noch häufig Gastgeberin für Feuerwehrleute aus nah und fern sein: angefangen bei den Versammlung von Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehrverband am 31. März und 1. April über den Festakt im Mai bis hin zum Festwochenende am 1./2. Juli und den Feuerwehr-Wettbewerben.

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