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Südumfahrung bringt Renaturierung

Flurneuordnung in Weil der Stadt abgeschlossen - Beteiligte treffen sich zum Verfahrensabschluss in der Würmaue

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    Grundstücksgeschäfte unter staatlicher Obhut (v. l.): Richard Zweig (Regierungspräsidium), Evelyn Keppler und Tillmann Faust (beide Amt für Flurneuordnung) und Amtsleiter Peter Scholl (r.) umrahmen die Urkundenübergabe an Rolf Weiß (Vorstand der Teilnehmer-Gemeinschaft), die Landrat Roland Bernhard und Bürgermeister Thilo Schreiber überreichen Fotos: Bischof

Das Amt für Vermessung und Flurneuordnung des Landratsamts Böblingen hat die Flurbereinigung Weil der Stadt anlässlich der Renaturierung der Würm abgeschlossen. Ziel war es, Flächen für Naturschutzmaßnahmen zu gewinnen, um den Bau der Südumfahrung Weil der Stadt auszugleichen.

Artikel vom 27. Juli 2016 - 18:36

WEIL DER STADT (red). Die Teilnehmergemeinschaft traf sich zu ihrer letzten Versammlung, die gleichzeitig das Ende des Verfahrens darstellte. Gemeinsam überreichten Landrat Roland Bernhard und Weil der Stadts Bürgermeister Thilo Schreiber im Anschluss dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft Rolf Weiß eine Urkunde zum Dank für sein ehrenamtliches Engagement.

"Wir freuen uns, dass die Flurneuordnung im Gewann Langgass heute erfolgreich abgeschlossen werden kann. Sowohl die Mitarbeiter des Landkreises, als auch die Grundstückseigentümer sind zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens", so Landrat Bernhard. "Dies ist vor allem der guten Zusammenarbeit zwischen Weil der Stadt, dem Landkreis, dem Regierungspräsidium Stuttgart und dem Engagement der Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft zu verdanken", ergänzte Bürgermeister Schreiber.

Mit dem Flurbereinigungsbeschluss vom 24. Oktober 2012 gab das Landratsamt Böblingen den Startschuss zur Flurneuordnung Weil der Stadt. "Das Projekt verlief zügig und reibungslos", berichtet der Leitende Ingenieur Tillmann Faust vom Landratsamt. "Bereits im Herbst 2013 konnten wir die vorläufige Besitzeinweisung bekanntgeben. Die eigentliche Neugestaltungsphase dauerte nur ein gutes Jahr." Mehr Zeit nahm die rechtliche Abwicklung mit der Aufstellung und Inkraftsetzung des Flurbereinigungsplans, der Erstellung der Unterlagen zur Berichtigung der öffentlichen Bücher und die Schlussabrechnung in Anspruch.

Auf Grundlage einvernehmlicher Vereinbarungen mit allen Teilnehmern hat das Amt für Vermessung und Flurneuordnung sämtliche Flurstücke im Gebiet neu zugeteilt. Damit konnten die für die Naturschutzmaßnahmen vorgesehenen Flächen ins Eigentum der öffentlichen Hand gebracht werden. Im Austausch dafür erhielten die privaten Eigentümer geeignete Ersatzflurstücke, die für die landwirtschaftliche Nutzung zweckmäßig neu gestaltet wurden.

Das Flurbereinigungsgebiet mit einer Fläche von 10 Hektar erstreckt sich südlich von Weil der Stadt in der Talaue der Würm. Im Laufe des Verfahrens wurden Flächen für den naturnahen Ausbau der Würm und eine Vernässungszone entlang eines Wassergrabens weiter nördlich geschaffen. Außerdem wurde der Radweg im Würmtal auf einer Länge von rund 175 Metern instandgesetzt und auf einer Länge von 70 Metern neu geführt. Eine Quelle, die den Weg an dieser Stelle regelmäßig überflutete, wurde freigelegt und in die neue Vernässungszone abgeleitet.

Die Kosten der Baumaßnahme in Höhe von rund 330 000 Euro teilen sich das Regierungspräsidium Stuttgart, der Landkreis Böblingen sowie die Stadt Weil der Stadt. Die Ausführungskosten der Flurneuordnung in Höhe von 42 000 Euro wurden mit Zuschüssen des Landes und einem freiwilligen Kostenbeitrag der Stadt finanziert.

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