Spendenaktion: Ein Herz fürs Olgäle feiert Jubiläum

- Spendenaufkommen summiert sich in 25 Jahre auf über eine halbe Million Euro

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    Prof. Dr. Stefan Bielack (links) freut sich über den Spendenscheck des Freundeskreis "Ein Herz fürs Olgäle" Foto: red

Die Aktion "Ein Herz fürs Olgäle" spendet 44 120 Euro für krebskranke Kinder im Stuttgarter Olgahospital und feiert in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen. Gegründet in Weil der Stadt hat sich der Jubilar zum regionalen Freundeskreis ausgewachsen.

Artikel vom 28. Januar 2019 - 16:00

LEONBERG/WEIL DER STADT (red/wei). Seit einem Vierteljahrhundert setzt sich die Aktion "Ein Herz fürs Olgäle" unermüdlich für diejenigen ein, die ein besonders schweres Schicksal durchleben müssen: krebskranke Kinder und ihre Familien. Jahr für Jahr werden daher fleißig Spendengelder gesammelt. Zum Jubiläumsjahr fiel das Vorjahresspendenergebnis besonders hoch aus.

Die Kreativität der Spender kennt dabei keine Grenzen: die Landfrauen Hirschlanden strickten ein Jahr lang Püppchen für den guten Zweck, eine Immobilien Firma aus Höfingen spendete beim Leonberger Citylauf pro Mitarbeiter und gelaufenem Kilometer an die Aktion, der Kegelsport Verein Weissach organisiert Kegel-Benefizturniere. Der VfB-Fanclub Chaoszwerge sowie das Schwaben-Chapter der Harley-Davidson-Besitzer Stuttgart sind treue Unterstützer von "Ein Herz fürs Olgäle". Auch die Gemeinde Magstadt veranstaltet jedes Jahr im Sommer ein Brauereiplatzfest ,deren Erlös an die Aktion "Ein Herz fürs Olgäle" geht.

Im Jahr 2018 war die Bereitschaft Gutes zu tun, besonders hoch: "Wir sind stolz, dass wir dem Olgäle in diesem Jahr einen Scheck von 44 122 Euro und 6 Cent übergeben können", sagt der Sprecher der Aktion, Joachim Degl. "Jeder Cent, den wir hier für die Kinder gesammelt haben, zählt. Daher möchten wir uns bei all denjenigen bedanken, die an andere denken", freut sich der Leonberger.

In den 25 Jahren, die die Aktion nun schon besteht, ist diese Jahresspende eine der höchsten, die bisher verzeichnet wurde. Insgesamt kamen in dieser Zeit laut Degls Rechnung 540 091,46 Euro zusammen.

Mit dem Geld wird die Arbeit einer Psychologin finanziert, die sich nicht nur um die kleinen Krebspatienten, sondern auch um ihre Eltern und nahen Angehörigen kümmert. Denn auch wenn vornehmlich der Körper das Opfer einer Krebserkrankung ist - die Psyche leidet mit. Die Diagnose löst bei vielen Betroffenen ein großes Gefühl der Hilflosigkeit aus, Niedergeschlagenheit und Angst sind dunkle Begleiter. Vor allem die Eltern leiden mit ihren Kindern mit, viele haben Schlafstörungen oder verlieren vor lauter Sorge den Appetit. In dieser schwierigen Zeit ist die Psychologin, Kim Schouten, Kindern und Eltern eine große Hilfe und ständige Ansprechpartnerin in der Kinderkrebsstation im Olgahospital. Da diese Leistung nicht von den Krankenkassen übernommen wird, werden die Spendengelder dafür investiert.

Die Spendenscheck-Übergabe fand heuer im Foyer der Stadthalle Leonberg statt. Die Jahresspende wurde an den Ärztlichen Direktor der Kinderonkologie im Olgahospital, Prof. Dr. Stefan Bielack, und die Psychologin Kim Schouten übergeben. "Die Scheckübergabe fand dieses Jahr in Leonberg statt, weil die Aktion viele Berührungspunkte mit der Stadt und dem Altkreis Leonberg hat", erklärt Degl. "Gerade in der Leonberger Stadthalle konnte in den letzten Jahren durch diverse Veranstaltungen viel erreicht werden, die Aktion wurde bekannter und fand mehr und mehr Unterstützer."

Unterstützung in der schwersten Zeit finden Kinder und Eltern bei Prof. Dr. Bielack und seinem Team: "Wir sind unglaublich dankbar und auch nach all den Jahren immer wieder sprachlos, dass so vielen Menschen die Kinder und ihre Eltern am Herzen liegen. Durch die finanzielle Unterstützung wird uns das Helfen erleichtert", sagt Prof. Dr. Bielack. Pro Jahr kommen 80 neu erkrankte Kinder und Jugendliche in die Kinderonkologie, das Altersspektrum reicht vom Säugling bis zum 18-Jährigen. Die Heilungsrate liege bei 80 Prozent, "aber damit diese erreicht wird, müssen die kleinen Patienten und ihre Eltern eine sehr schwere Zeit durchleben, Therapie und Behandlung sind eine hohe Belastung". Doch "wenn die Patienten wieder ihr gewohntes Leben leben, ihren Schulabschluss machen und nach Jahren wieder mit ihren eigenen gesunden Kindern zu Besuch ins Olgäle kommen, ist das die schönste Belohnung, die wir für unsere Arbeit erhalten können".

 

  Anlässlich des Jubiläums findet am Sonntag, 10. Februar, um 17 Uhr, eine Benefiz-Theatervorstellung der Theatergruppe D'Rank-Bachl in der Stadthalle Leonberg statt. Gespielt wird der schwäbische Schwank: "Drei Weiber ond oi Gockel". Eintrittskarten gibt es zu 15 Euro im Vorverkauf und zu 18 Euro an der Tageskasse in der Stadthalle Leonberg oder im Internet.
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