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Tunnelsimulator soll Verkehrsinfarkt während Bauarbeiten im Leonberger Engelbergtunnel verhindern

Straßenverkehrzentrale arbeitet mit Hochdruck an möglichen Szenarien für die Zeit der Bauarbeiten im Engelbergtunnel, um den Verkehrsinfarkt zu vermeiden

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    Im Leitstand der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg in Stuttgart laufen alle Informationen über die Tunnel im Land zusammen - auch des Engelbergtunnels. Mithilfe des Tunnelsimulators werden jetzt auch alle Eventualitäten durchgespielt und für die Praxis die richtigen Abläufe gefunden Foto: Weigert

Autofahrer, die häufig durch die Röhren müssen, können vielleicht aufatmen. Trotz der anstehenden Bauarbeiten im Leonberger Engelbergbasistunnel soll es laut der Landesstelle für Straßentechnik zu möglichst wenigen Staus kommen, weil ein Tummelsimulator den Betriebsablauf für diesen Zeitraum optimiert.

Artikel vom 24. September 2018 - 23:30

Von Matthias Weigert

LEONBERG/STUTTGART. Die Landesstelle für Straßentechnik (LST) ist das landesweit zuständige Kompetenz- und Dienstleistungszentrum der Straßenbauverwaltung und dem Regierungspräsidium Tübingen zugeordnet. Rund um die Uhr kümmert man sich in der Heilbronner Straße in Stuttgart um den Verkehr auf Autobahnen und das Verkehrsinformationsportal. Im Leitstand werden Verkehrsbeeinflussungsanlagen entsprechend des Verkehrsaufkommens bedient und insgesamt 15 Autobahntunnel überwacht.

"Die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg leistet mit dem Einsatz modernster Technik einen Beitrag dazu, den Verkehr im hoch belasteten Straßennetz flüssiger und sicherer zu machen sowie Umweltbelastungen zu reduzieren", betont Regierungspräsiden Klaus Tappeser mit Blick auf das neueste Kind der LST. Die Fachleute der ihm unterstellte Landesbehörde stellten am Montagnachmittag ein für den Landkreis Böblingen zentrales Pilotprojekt vor: den "Tunnelsimulator für den Engelbergbasistunnel".

Als eines von drei bundesweiten Pilotprojekten des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur entwickelten die Verkehrsplaner und EDV-Spezialisten der Landesbehörde einen Tunnelsimulator. Vorgabe war es, einen Autobahntunnel mit zwei Röhren und jeweils einer Fahrtrichtung sowie hoher Verkehrsbelastung und Komplexität abzubilden. "Der Engelbergbasistunnel erfüllt diese Voraussetzungen in idealer Weise", begründet Abteilungspräsident und Bauingenieur Stefan Heß, dessen Abteilung im LST das Pilotprojekt konzipierte und umsetzt, und erklärt vor dem Bildschirm, während ein Brandfall simuliert wird: "Der Tunnelsimulator spiegelt die bestehende Tunnelbetriebstechnik in der Visualisierungsoberfläche der Betriebstechnik eins zu eins wieder. Bedient man den Tunnelsimulator, so ist die Reaktion ausgelöster Schaltungen mit den identischen Reaktionen versehen, wie die im Echtbetrieb befindliche Tunnelbetriebstechnik."

Erfolgreicher Testlauf

Im Testlauf könnten deshalb die anstehenden betriebstechnische Nachrüstungen, erst auf dem Tunnelsimulator auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor sie auf die Tunnelrechner überspielt werden und im Leitstand nebenan in den Praxistest gehen. "Mit diesem Vorgehen wird die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöht und der Verkehrsfluss weiter verbessert", kündigt Regierungspräsident Tappeser an und sieht auch für andere Tunnel Licht am Horizont. Denn der Tunnelsimulator könne im Endausbau auch weitere Straßentunnel in Baden-Württemberg wie etwa den Schönbuchtunnel in den Simulationsmodus aufnehmen.

Der Tunnelsimulator hat laut einhelliger Meinung der Ingenieure seine erste Feuertaufe schon längst bestanden: Nachdem eine erste Änderung des Lüftungsprogramms zusammen mit Fachleuten der Lüftungstechnik und den kritischen Augen des Regierungspräsidiums Stuttgart und der Landesstelle für Straßentechnik in der Simulation getestet wurde, konnte demnach die neue Software erfolgreich in die bestehende Tunnelbetriebstechnik eingespielt werden. Dies geschah bereits im November 2017.

Und auch der durchgeführte Test am Tunnelsimulator, der einen Brand annimmt, fällt an diesem Montagnachmittag erfolgreich aus, was die anschließenden Maßnahmen angeht, die in der Praxis immer mit der zuständigen Straßenmeistereien und Feuerwehren abgestimmt und koordiniert werden.

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