Anzeige

Unbezahlbare Momente der Lebensfreude

Leonberger Organisationen und Einrichtungen gestalten eine Aktionswoche zum Thema Demenz

  • img
    Demente Menschen sind oft in sich versunken. Mit Zuwendung und speziellen Angeboten können sie aktiviert werden Foto: Archiv

Artikel vom 19. September 2018 - 17:54

LEONBERG (red). Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Leonberger Vereine und Einrichtungen beleuchten in einer Aktionswoche Demenz verschiedene Aspekte des Themenkomplexes.

"Stellen Sie sich eine in sich versunkene alte Dame im Rollstuhl vor", fordert Jacob Fries von der Begegnungsstätte Sonnenschein auf. "Dann geht die Musik an", fährt er fort. "Langsam beginnt die alte Dame ihre Hand zu bewegen, dann den Fuß. "Wenige Sekunden später steht sie unter Hilfe langsam mit einem Lächeln aus ihrem Rollstuhl auf und bewegt sich zu den ihr bekannten Takten. "Die Musik erreicht demente Menschen auf einer Ebene, auf der man sie sonst nicht erreicht. Diese kurzen Momente des Lachens und der Lebensfreude sind unbezahlbar."

Szenerien wie diese erlebt die Pflegefachkraft oftmals beim Tanz für Menschen mit und ohne Demenz im Leonberger Samariterstift in der Seestraße. Am Sonntag, 23. September, von 14.45 bis 17 Uhr findet dort im Rahmen der Aktionswoche Demenz so eine Veranstaltung wieder statt. Jeder ist eingeladen, mitzumachen. Der Eintritt ist frei. Auftakt für die Aktionswoche ist der Welt-Alzheimertag am Freitag, 21. September. Von diesem Tag an bis zum 28. September gibt es in der Stadtbücherei einen Büchertisch zum Thema Demenz.

Auch der Stadtseniorenrat beteiligt sich an der Aktionswoche: Am Dienstag, 25. September, um 15 Uhr wird im Traumpalast-Kino die Tragikomödie "Das Leuchten der Erinnerung" mit Helen Mirren und Donald Sutherland in den Hauptrollen gezeigt. Zu einem Sonderpreis von 5,50 Euro ist der Film zu sehen. Am Donnerstag, 27. September, wird es eine Fragerunde im Vortragsraum des Krankenhauses geben. Auf dem Podium sitzen Dr. Regine Bölter, Oberärztin im Leonberger Krankenhaus, Katja von Goetze-Siegle vom Betreuungsverein "FISH", Angela Viellieber von der Leonberger Seniorenresidenz und Nicole Sischka vom Samariterstift. Die Moderation übernimmt Jürgen Rein vom Amt für Jugend, Familie und Sport. Auch Jacob Fries sitzt mit im Podium. Er hält zuvor - ab 18.30 Uhr - einen Vortrag mit dem Titel "Dement, na und!?". Zentrale Fragen werden sein, wie Angehörige mit der Situation umgehen können und wo man sich Hilfe holen kann. Auch geht es darum, die Sicht des Betroffenen näherzubringen.

"Ziel der Aktionswoche ist es, die Krankheit Demenz aus einer Ecke zu holen, in die sie nicht hinein gehört", so Angela Viellieber. "Viele befassen sich ungern mit dem Thema. Angehörige haben Schwierigkeiten, sich auf die neue und ungewohnte Situation einzulassen", fährt sie fort. "Dabei ist ein offener Umgang mit dem Thema besonders wichtig. Die Kernbotschaft der Aktionswoche ist, dass niemand allein mit der Situation umgehen muss", bemerkt Margot Nittner vom Stadtseniorenrat. "Ebenso werden Betreuungsangebote und -konzepte vorgestellt", erklärt Reinhard Ernst, Geschäftsführer der Sozialstation und ergänzt: "Denn es geht nicht nur um die Pflege der Betroffenen, sondern auch um die Entlastung der Angehörigen."

Viellieber, Nittner und Ernst gehören mit ihren Vereinen und Einrichtungen zur Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz in Leonberg, die die Aktionswoche organisiert. "Das ist ein wichtiges Netzwerk, um die Betreuung und Versorgung von Angehörigen und dementen Menschen sicherzustellen. Deshalb geben wir während der Woche auch den neu aufgelegten Flyer mit allen Ansprechpartnern zum Thema Demenz aus", sagt Leonbergs Erster Bürgermeister Ulrich Vonderheid.

Weitere Informationen zum Thema Demenz gibt es unter http://www.leonberg.de/alltag-mit-demenz.
Verwandte Artikel