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Die große Unbekannte

Kommentar

Artikel vom 27. August 2018 - 18:24

Von Matthias Weigert

Im 50. Jahr seines Bestehens fällt der Startschuss für die Modernisierung des Leonberger Krankenhauses mit einer Gesamtinvestitionshöhe von 72,5 Millionen Euro. Das ist kein Kleckerlesbetrag, aber im Vergleich zu den steigenden Neubaukosten der Flugfeldklinik in Höhe von mittlerweile 550 Millionen Euro fast schon bescheiden. Doch diese Beträge müssen alle finanziert werden. Und das ist aus eigener Kraft - sprich: aus dem laufenden Betrieb der Kliniken - nicht einmal ansatzweise möglich. Denn die Kliniken im Kreis Böblingen werden auch nach dem Bau der Flugfeldklinik rote Zahlen schreiben. Der Aufsichtsrat korrigierte im Mai seine Erwartungen einer schwarzen Null. Nach der Eröffnung der Flugfeldklinik, so die Hoffnung der Architekten dieses Konzeptes, sollte ursprünglich auf diese Weise der Kliniksektor aus den roten Zahlen kommen und ein positives Jahresergebnis abwerfen. Der Landkreis wäre damit von einer drückenden Finanzlast befreit worden: 35,4 Millionen Euro flossen in den vergangenen vier Jahren aus dem Kreishaushalt in die Kliniken. Drei Kliniken im Abstand von rund 20 Kilometern. Der Landkreis Böblingen lässt sich die medizinische Versorgung seiner Bürger viel Geld kosten.

Leichter fallen Investitionsentscheidungen, wenn Kreiskliniken wie im Landkreis Esslingen schwarze Zahlen erwirtschaften. Dort hat man nach unbequemen, aber zukunftsweisenden Entscheidung, die Zahl der Kliniken reduziert und fährt jetzt im vierten Jahr in Folge Gewinne ein. Im Geschäftsjahr 2017 waren es neun Millionen Euro, die jetzt für Investitionen in die drei Kliniken verwendet werden können.

 

 

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