Interkom in Leonberg ist Ausbildungsbörse für alle

Landrat will Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen

Artikel vom 20. September 2017 - 11:06

LEONBERG (red). Kommunale Ausbildungsbörsen sind wichtige Kontaktbörsen zwischen jungen Menschen und heimischen Betrieben. Landrat Roland Bernhard möchte solche Ausbildungsbörsen nun auch für ausbildungsfähige Menschen mit Behinderung öffnen.

Er erhofft sich davon einen doppelten Nutzen: So soll Menschen mit Behinderung geholfen und gleichzeitig deren Potential für die heimische Wirtschaft genutzt werden. "Wir wirken so auch dem allseits beklagten Fachkräftemangel entgegen", erläutert Landrat Roland Bernhard. Premiere der Aktion ist die Interkom am Freitag, 6. Oktober, in Leonberg.

Die Schwerbehindertenvertretung des Landratsamtes Böblingen, Andrea Bernt, und der kommunale Behindertenbeauftragte Reinhard Hackl haben in einer Gemeinschaftsaktion im Vorfeld bei den beteiligten Firmen der Interkom für eine grundsätzliche Öffnung ihrer Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung geworben.

Die Firmen wurden dazu auf einer Informationsveranstaltung über mögliche Hilfen für die Betriebe durch die Agentur für Arbeit, den Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) und den Integrationsfachdienst aufgeklärt. Vor einem Ausbildungsvertrag soll die Möglichkeit eines "Schnupperpraktikums" bestehen, damit die Firmen und Bewerber einschätzen können, ob sie zusammenpassen.

Von den rund 49 Firmen und Institutionen der Interkom, die Ausbildungsplätze anbieten, nehmen sieben an der Aktion teil: Die AOK, die Gesundheitskasse Stuttgart-Böblingen, Brückner Trockentechnik GmbH & Co. KG aus Leonberg, das Landratsamt Böblingen selbst, die LEWA GmbH - Pumpen und Systeme aus Leonberg, die Firma Sandvik - Berg-und Tiefbau-Zerspanung und Materialtechnologie aus Renningen, die Stadtverwaltung Leonberg und die Württembergische Schwesternschaft Rotes Kreuz e.V. im Bereich Altenpflege aus Stuttgart. Für deren Offenheit für Menschen mit Behinderung ist der Landrat besonders dankbar.

Beim potentiellen Interessentenkreis wirbt der Landkreis über entsprechende Handzettel und Plakate: zum einen über die Berufsberater der Arbeitsagentur und zum anderen über Plakate an den in Frage kommenden Schulen im Einzugsgebiet der Interkom, die gerade versandt wurden.

Die Interkom hat ein großes Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Interkom reicht von den Städten und Gemeinden Aidlingen und Grafenau im Westen des Landkreises über Weil der Stadt, Renningen, Magstadt, Rutesheim, über Weissach bis nach Leonberg. Bei einem Erfolg der Aktion möchte der Landkreis Böblingen die Aktion auch auf andere Ausbildungsbörsen im Kreis ausweiten.

Informationen über die Aktion gibt es auch im Internet unter: http://www.lrabb.de/ausbildungsboerse.

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