Merz zur Zeit nach Merkel: «Das wird kein Bruch»

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    Friedrich Merz, Kandidat für den Bundesvorsitz der CDU. Foto: Michael Kappeler/dpa

Artikel vom 13. Januar 2021 - 17:27

Stuttgart (dpa/lsw) - Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz will im Fall seiner Wahl zum CDU-Bundesvorsitzenden einen Bruch mit der Ära Merkel verhindern. «Nach Angela Merkel die Zeit zu gestalten wird - ob wir das wollen oder nicht - von der Bevölkerung in Deutschland als eine tiefe Zäsur empfunden», sagte Merz am Mittwoch bei einer Klausur der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion, zu der er digital zugeschaltet war. «Ich möchte alles tun um zu vermeiden, dass daraus ein Bruch wird. Das wird kein Bruch. Wir wären völlig verrückt, wenn wir das anders machen würden.» Aber auch nach Corona werde es nicht einfach zurückgehen zur Normalität. Auf das Land kämen eine Reihe nationaler und internationaler Aufgaben zu. Der künftige CDU-Parteichef werde das Gesicht der Partei und des Landes prägen. Am Wochenende wird auf einem digitalen Parteitag die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt. Zur Wahl stehen neben Merz NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Außenpolitiker Norbert Röttgen. Es sei gut, dass dann der aktuelle Zustand beendet sei, sagte Merz. Es sei für Kramp-Karrenbauer eine schwierige Zeit gewesen, den Laden zusammenzuhalten. Das habe sie hinbekommen. «Aber man merkt natürlich trotzdem: Die Partei ist jetzt nicht so stark geführt wie sie geführt sein müsste.» Nach der Wahl müsse die Partei Geschlossenheit zeigen, egal, wer das Rennen mache, betonte Merz. Denn die acht Monate zur Bundestagswahl würden im Flug vergehen. «Wir werden uns alle auf die Bühne stellen zum Abschluss des Parteitages - wenn die Nationalhymne nicht gesungen wird, aber wenn sie erklingt», sagte er. Merz versprach den baden-württembergischen Abgeordneten, dass er sich im Fall seiner Wahl zum Bundeschef stark im anstehenden Landtagswahlkampf im Südwesten engagieren werde. Merz hat in der Südwest-CDU viele Anhänger. Grundsätzlich versprach er für den Fall seiner Wahl: «Ich werde dann wirklich gar nichts anderes tun, als mich bis zur Bundestagswahl und darüber hinaus ausschließlich um die Partei zu kümmern.»