Kabinett bringt Reform der Forstverwaltung auf Weg

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    Ein Wald vor der Sonne. Foto: Jens Büttner/Archiv

Artikel vom 26. März 2019 - 16:32

Stuttgart (dpa/lsw) - Die rund 240 000 Waldbesitzer im Land müssen sich auf neue Strukturen der Forstverwaltung einstellen. Das grün-schwarze Kabinett hat am Dienstag in Stuttgart eine Reform auf den Weg gebracht, die aber noch durch den Landtag muss. Künftig läuft die Betreuung des Staatswaldes getrennt von der Betreuung der Privat- und Kommunalwälder. Damit reagiert das Land vor allem auf jahrelange, kartellrechtliche Auseinandersetzungen. Wettbewerbshüter hatten mehr Wettbewerb bei der Vermarktung und Bewirtschaftung des Waldes in kommunalem und privatem Besitz gefordert. Bislang gab es in Baden-Württemberg einen «Einheitsförster». Er war beim Landratsamt angestellt und arbeitete für das Land. Der «Einheitsförster» kümmerte sich um den Staats-, Privat- und Kommunalwald. Der Landesbetrieb ForstBW vermarktete bislang Holz aus dem Staatswald - sowie gegen Gebühr auch aus kommunalem und privatem Waldbesitz - mit Ausnahme von so genanntem Nadelstammholz. Der Landesbetrieb ForstBW geht in einer Anstalt des öffentlichen Rechtes auf, die neu gegründet wird. Die Anstalt kümmert sich nur noch um den Staatswald. Das Land zieht sich aus der Holzvermarktung der Kommunal- und Privatwälder komplett zurück. Um die Kommunal- und Privatwälder kümmern sich - wenn gewünscht - Förster, die weiter bei den Landkreisen angestellt sind. Waldbesitzer können mit der Betreuung aber auch andere Anbieter auf dem freien Markt beauftragen. Nach Angaben von Agrarminister Peter Hauk (CDU) sollen die hohen Standards in der Waldbewirtschaftung trotz der Umorganisation gehalten werden. Jeder Waldbesitzer bekomme ein Angebot zur Beratung und Betreuung seines Waldes. Dies müsse er aber nicht annehmen. Nach Angaben der Forstkammer Baden-Württemberg sind die 240 000 Waldeigentümer ländliche Gemeinden, Großstädte, Waldbauern und große private Familienbetriebe. Ihnen gehören drei Viertel des Waldes - das sind mehr als eine Million Hektar. Das andere Viertel ist in staatlicher Hand. Das neue Gesetz soll Anfang 2020 in Kraft treten.