Allianz Leben setzt noch stärker auf Aktien

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    Der Vorstand für Lebensversicherungen der Allianz Deutschland AG, Markus Faulhaber. Foto: Tobias Hase/Archiv

Artikel vom 12. September 2018 - 14:57

Frankfurt/Stuttgart (dpa) - Die Allianz will das Geld ihrer deutschen Lebensversicherungskunden bald zur Hälfte in Aktien und alternative Anlagen stecken. Die übrige Hälfte solle sich in wenigen Jahren nur noch auf Staats- und Unternehmensanleihen erstrecken, kündigten Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber und Chefanleger Andreas Lindner am Mittwoch in Frankfurt an. Aus dem Pfandbrief, bislang eines der wichtigsten Investmentprodukte für deutsche Lebensversicherer, will sich der größte deutsche Anbieter schrittweise fast komplett zurückziehen. In den kommenden drei bis vier Jahren solle die Aktienquote von derzeit 10 Prozent auf 13 bis 18 Prozent wachsen, sagte Lindner. Zudem solle jeder dritte Euro in so genannte alternative Anlagen wie Immobilien, Infrastruktur, Private Equity und erneuerbare Energien fließen. Von den gesamten Geldern der Allianz Leben von rund 250 Milliarden Euro steckten derzeit rund 60 Milliarden Euro in solchen Produkten. Mittelfristig solle diese Summe auf rund 100 Milliarden Euro wachsen. Möglich sei dies aufgrund der Freiheiten, die das seit 2016 geltende Regelwerk «Solvency II» den Unternehmen biete, sagte Lindner. Während Lebensversicherer das Geld ihrer Kunden früher nur in bestimmte Anlageklassen investieren durften, seien ihnen die Anlageziele nun freigestellt - vorausgesetzt, sie könnten die damit verbundenen Risiken beurteilen und finanziell tragen. Traditionell haben Lebensversicherer das Geld der Kunden vor allem in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Pfandbriefe investiert. Angesichts der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsen fällt es ihnen daher immer schwerer, die Garantiezinsen für ihre Kunden zu erwirtschaften, die sich bei alten Verträgen auf bis zu 4 Prozent belaufen.