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Polizeireiter wollen Einbrecher einschüchtern - auch in Holzgerlingen

In Holzgerlingen ist die Polizei unter anderem zu Pferd unterwegs - und will so für mehr Sicherheit in der dunklen Jahreszeit sorgen

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    Bei den Einbruch-Präventionsmaßnahmen der Polizei in Holzgerlingen hilft auch die Stuttgarter Pferdestaffel vom Körschtal mit Foto: Thomas Dinges/Eibner

Artikel vom 19. Dezember 2019 - 16:44

Von Melissa Schaich

HOLZGERLINGEN. Bei einem Schwerpunkteinsatz zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen war die Polizei am Dienstag in Holzgerlingen unterwegs. Und das zum Teil auch hoch zu Ross: Vier Polizisten saßen im Sattel und zogen so durch Holzgerlingens Straßen. Der Grund? Präsenz zeigen, Täter abschrecken und ein Sicherheitsgefühl bei den Bürgern schaffen.

Aus einem geöffneten Anhänger der Polizei auf dem Parkplatz des Parkfriedhofs lugen vier Pferdeköpfe heraus: Bolero, Carlos, Yang und Wotan. Alle vier Polizeipferde sind Teil der Schwerpunktmaßnahmen gegen Einbrüche im Kreis. "Es soll einerseits der Bevölkerung zeigen, dass wir vor Ort sind und andererseits zur Abschreckung von Tätern dienen", erklärt Hans Hecker, stellvertretender Revierleiter in Böblingen. Auf dem Rücken der Pferde haben die Polizisten einen weiten Blick, können über Hecken schauen und den Überblick bewahren. "In Holzgerlingen hat es in den letzten Tagen einzelne Vorfälle gegeben, weshalb wir nun gleich reagieren", erklärt Heckenüberblicker Hans Hecker, fügt jedoch sofort hinzu, dass es keine signifikante Häufung gebe, die zu übermäßiger Sorge Anlass gebe.

Regelmäßig führt die Polizei solche Präventionsmaßnahmen durch. Auch in Schönaich, Böblingen und der Autobahn war die Polizei an diesem Tag präsent. Der Einsatz beinhaltete neben Streifenwagen und dem berittenen Personal auch Polizeikräfte in zivil, die durch die Straßen zogen und mit Bürgern sprachen. Zum Schutz vor Einbrüchen rät die Polizei alle Fenster und Türen zu schließen. "Eventuell sollten auch tagsüber die Rollläden runtergelassen werden, wenn die Leute das Haus verlassen", sagt Hans Hecker. Oder gar technische Mittel angebracht werden, die es erschweren, den Rolladen von Hand hochzuschieben. Ein gutes Schloss müsse außerdem her und Fahrlässigkeit vermieden werden.

Einsätze verschaffen auch der Polizei ein klareres Bild

"Manchmal passiert es ja auch, dass Leute nur einmal gut durchlüften wollen und die Fenster dann unbeaufsichtigt offen gelassen werden", sagt Hans Hecker. "Die Täter sind dann auch nicht zimperlich, ein Fenster ist da schnell ausgehebelt," erklärt der Revierleiter. Auch die Nachbarn können ein effektiver Schutz gegen Einbrecher sein. "Wer verdächtige Dinge wie zum Beispiel Lichtkegel sieht, sollte sofort die Polizei rufen." Denn Einbrüche seien ein sehr komplexes Phänomen. "Wir haben es da oftmals mit Banden mit und ohne Migrationshintergrund zu tun, die eine hohe Mobilität haben und daher schwer zu fassen sind", erklärt Hans Hecker. Da hätten Bewohner im ländlichen Raum einen Vorteil gegenüber Stadtbewohnern. Man kenne sich untereinander und passe eher auf, wenn auf dem Nachbargrundstück etwas Ungewöhnliches passiere.

Doch diese Einsätze helfen nicht nur der Bevölkerung, auch die Polizei selbst kann so die Lage besser einschätzen und analysieren. "Je nach dem, wie der Einsatz läuft, können wir dann die Schrauben an unseren Maßnahmen nachziehen," sagt Hans Hecker.