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Flotte Waldenbucher Sprüche zum Wegwerfen

Von grau zu grün: Kampagne Sauberes Waldenbuch will Mülldisziplin erhöhen

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    Nicht Schleckermäulchen, sonder Schleckermüllchen: Mit flotten Sprüchen wirbt Waldenbuch für mehr Mülldisziplin im öffentlichen Raum - wie hier in der Alfred-Ritter-Straße Foto: Tabea Günzler

15 Mülleimer sind schon beklebt. 75 weitere werden folgen und das Stadtbild mit kleinen Hinguckern verschönern: Waldenbuch setzt Zeichen gegen die Vermüllung der öffentlichen Räume.

Artikel vom 16. Dezember 2019 - 13:00

Von Tabea Günzler

WALDENBUCH. In Waldenbuch springen einem neuerdings knall-grüne Mülleimer ins Auge. Sprüche wie "Vergiss mein nicht" oder "Ene mene Meck, der Müll ist weg" kleben vorne drauf. Die flotten Sprüche gehören zur Kampagne "Sauberes Waldenbuch". Bürger sollen dazu ermuntert werden, ihren Müll tatsächlich in den dafür vorgesehenen Behälter zu werfen. Laut der Stadt klappt das in der Vergangenheit längst nicht immer.

"Es kommt immer wieder vor, dass Abfall neben statt im Eimer landet. Deshalb soll Waldenbuch sauberer werden und die Sprüche motivieren dazu", begründet die Marketingbeauftage der Stadt, Petra Eisele, die eher ungewöhnliche Herangehensweise zur Schärfung des Müllbewusstseins.

Rund 100 Mülleimer im städtischen Raum wurden deshalb seit dem Sommer umlackiert. Im Zuge dessen sollen auch die Fahrzeuge des neuen Bauhofs nicht nur mit dem Logo HTN (für Handwerk, Technik, Natur) bedruckt werden, sondern ebenfalls solche Sprüche verpasst bekommen.

Im November wurde losgelegt mit der Sprücheklopferei auf den Mülleimern und die ersten der 100 knallgrünen Eimer mit Schriftzügen beklebt. Die Waldenbucher durften sich im Vorfeld selbst einbringen und ihre eigens kreierten Sprüche einsenden, damit die Kampagne auch ankommt. "Wir haben rund 60 Sprüche erhalten, darunter besonders viele auf Schwäbisch", freut sich Petra Eisele. Am Eröffnungstag des neuen Bauhofs, prämierte Bürgermeister Michael Lutz die zehn besten Sprüche. Auf dem HTN-Gelände schaffen auch die Mitarbeiter von der Stadtreinigung, die wöchentlich von Mittwoch bis Freitag mit ihrem orangenen Kleinlaster durch Waldenbuch kurven und die Mülleimer leeren. Auf ihren Touren machen sie immer wieder auch unliebsame Entdeckungen.

Mülleimer mutwillig zerstört, Hausmüll illegal entsorgt

Noch bevor die ersten Sprüche auf den Mülleimern landeten, haben laut Walden-bucher Polizei und Ordnungsamt "bislang unbekannte Täter mehrere Mülleimer beschmiert, ausgekippt und mutwillig zerstört." Passiert ist der Vandalismus Ende Oktober in den Herbstferien auf dem Schulgelände der Oskar-Schwenk-Schule. Zwei Monate später, Anfang Dezember, ist nach wie vor nicht bekannt, wer dafür verantwortlich ist. "Ich habe bei der Polizei nachgehakt und die konnten bislang noch keinen Täter ermitteln", sagt Katharina Jakob vom Ordnungsamt und ergänzt: "Es ist vor allem ärgerlich, weil die Kampagne erst gestartet ist und auch die Schule kann nicht viel dazu sagen, da es in den Ferien passiert ist."

Viel häufiger aber finden die Stadtreiniger illegal entsorgten Hausmüll in den städtischen Mülleimern: "Uns fällt auf, dass Bürger immer wieder ihren privaten Restmüll darin entsorgen und das geht einfach nicht. Oder wir finden Hundetüten irgendwo im Baum hoch oben in den Ästen hängen", schildert Bauhofleiter Jakob Alter.

Was denken Bürger über die Sprüche zum Wegwerfen?

Ein Anwohner im Gewerbegebiet Bonholz betrachtet die Kampagne noch mit Skepsis: "Ich finde die Sprüche zwar witzig, aber ich vermute, dass es keine großen Auswirkungen haben wird." Auf positive Reaktionen und für Lacher sorgte hingegen kürzlich ein Bild eines grünen Eimers, mit Blick auf den Schlossberg, das eine Amerikanerin in die sozialen Medien stellte: "Müll with a view" stand darauf in großen Lettern. Ein Spruch in Anlehnung an das britische Spielfilmdrama "Room with a view" aus dem Jahr 1985 von James Ivory.