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Mein Wochenende: Jutta Feth macht auch dieses Jahr beim Weilemer Schönbuchfeuer mit

Feier fällt mit zehnjährigem Jubiläum des Betriebs zusammen

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    Jutta Feth mit den Taschen und Dekokissen, die sie für das Schönbuchfeuer in Weil im Schönbuch gemacht hat Foto: Thomas Dinges/Eibner

Am Freitag ab 17 Uhr herrscht bei Jutta Feth Halligalli: Dann startet nämlich das Weilemer Schönbuchfeuer zum 13. Mal. Auf ihrem Hof wird in einer Gußwanne ein knisterndes Feuer brennen, gesäumt von bequemen Sofas. So manch ein Weilemer hat sich darauf auch schon einen Platz für heute Abend reserviert.

Artikel vom 29. November 2019 - 14:05

Von Melissa Schaich

WEIL IM SCHÖNBUCH. Jutta Feths Weg zur Arbeit ist kurz: Ein Schritt aus der Haustür hinaus und einige Stufen hinunter, dann öffnet sich schon eine Tür, hinter der sich ein kleiner aber feiner Arbeitsraum befindet. Rechts neben dem Eingang liegen Dekokissen und Ledertaschen bereit, die sie für das Weilemer Schönbuchfeuer und einige Weihnachtsmärkte in der Gegend vorbereitet hat. "Vor Weihnachten fällt schon viel Arbeit an", erzählt Jutta Feth.

Jutta Feth macht sich vor zehn Jahren selbstständig

Die 53-Jährige hat sich vor zehn Jahren mit ihrer Polsterei in der Charlottenstraße selbstständig gemacht - ihr Jubliäum fällt dieses Jahr mit dem Schönbuchfeuer am heutigen 29. November zusammen. Auf einer Werkbank arbeitet sie an alten Erinnerungsstücken oder gar antiken Möbeln. An der Wand hängen Bilder von ihrer Arbeit: Holzstühle, fein geschwungene Sessel und ausladende Sofas - alles Stücke, denen sie neues Leben eingehaucht hat. "Ich mache gern Fotos von meinem Arbeitsprozess", erklärt Jutta Feth und zeigt auf die Bilder. So hat sie einen Vorher-Nachher-Vergleich und ihre Kunden sehen, welche Arbeit in ihrem Möbelstück steckt.

Zwar hat Jutta Feth Raumaustatterin gelernt, doch hat ihre Leidenschaft 19 Jahre lang geruht. Nach ihren Gesellenjahren arbeitete sie zunächst bei Daimler in der Fertigstellung. Nachdem sie ihre Zwillinge auf die Welt gebracht hatte, orientierte sie sich jedoch neu. Der Seniorchef ihres Lehrbetriebes ermutigte sie, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Ein altes Möbelstück von den Großeltern wieder aufhübschen

Schließlich entschloss sie sich dazu, ihre eigene Polsterei im Keller ihres Wohnhauses in der Charlottenstraße mitten in Weil einzurichten. "Mir macht es einfach Spaß", sagt sie. "Vor allem die Personen hinter den Möbelstücken kennenzulernen, ist toll, es ist ein vielseitiger Beruf." Oftmals kommen jüngere Leute auf sie zu und bringen ihr alte Möbel von den Großeltern, die sie wieder aufhübscht. "Das sind dann Erinnerungsstücke zum Andenken an die Verstorbenen", erzählt sie.

Mit einem Polsterhammer, Gurtspanner und einem sogenannten "Geißfuß" - einem Werkzeug, das aussieht wie der Fuß einer Ziege - macht sie sich ans Werk. Zunächst spannt sie Gurte, dann folgt die Federleine, dann näht sie die Sprungfedern auf. Daraufhin spannt sie Schnüre über die Federn, sodass diese Spannung bekommen. Eine Schicht aus Palmfaser folgt, Rosshaarpikierung, Weißpolster und schließlich der Stoff - fertig ist das neue alte Möbelstück.

Ihr Ehemann und die Söhne helfen auch ab und zu mit - alle sind stolze Handwerker

"Im Sommer ist meistens weniger los, im Frühjahr und Winter dafür aber umso mehr", sagt die Raumausstatterin. "Ich bin immer gut ausgelastet", fügt sie hinzu. Manchmal helfen auch noch ihre Söhne und ihr Ehemann aus, die auch alle im Handwerk tätig sind. "Wir sind eine stolze Handwerker-Familie", sagt Jutta Feth und lacht.

Beim Weilemer Schönbuchfeuer macht die Raumaustatterin schon mit, seit sie ihr Unternehmen gegründet hat. Mit so langer Tradition im Gepäck sind die Plätze auf ihren Sofas um das wärmende Feuer herum sehr begehrt: "Manche reservieren ihren Sitz immer gleich fürs nächstes Jahr."

Wem die Wärme des Feuers nicht ausreicht, der kann sich von innen heraus mit Früchtepunsch und Gulaschsuppe wärmen oder einen Glühwein schlürfen. Beim gemütlichen Zusammensitzen wird es dann auch mal etwas länger als 22 Uhr. "Aber um Mitternacht ist meistens Sperrstunde", sagt die Weilemerin mit einem Augenzwinkern.

Info:

Das Weilemer Schönbuchfeuer wird bereits zum 13. Mal von Betrieben des Gewerbe- und Handelsvereins veranstaltet und durch Künstler und Vereine unterstützt. Es findet am Freitag, 29. November, von 17 bis 22 Uhr statt. Insgesamt 23 Betriebe und acht Vereine nehmen teil und bieten jeweils eine Kleinigkeit zu trinken und essen an. Darunter sind beispielsweise die Polsterei Feth, Treff am Eck, Bäckerei Schmid und Winter?s No. 5.