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Das hilft bei Erkältung und Grippe

Ursula Henghuber führt zwei Apotheken-Filialen in Nufringen und Gärtringen - Sie hat passende Tipps parat

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    Ursula Henghuber betreibt zwei Apotheken-Filialen in Gärtringen und Nufringen. Sie verrät, was bei Erkältung und Grippe wirklich hilft. Foto: Stefanie Schlecht

Im Winter sind Menschen besonders anfällig für Krankheiten. Doch wann spricht man von einer Erkältung und wann von einer Grippe? Apothekerin Ursula Henghuber erklärt die Unterschiede, welche Behandlungsmethoden Linderung verschaffen und wann es Zeit ist, zum Arzt zu gehen.

Artikel vom 14. November 2019 - 18:36

GÄRTRINGEN/NUFRINGEN. Die Nase ist zu, der Kopf tut weh, der Hals schmerzt, ständig dieser Husten und Heiserkeit. Typische Symptome eines grippalen Infekts. "Bis zu drei mal im Jahr daran zu erkranken, ist für Erwachsene ganz normal", erklärt Apothekerin Ursula Henghuber, die ihre Hauptapotheke in Empfingen sowie zwei Filialen in Gärtringen und Nufringen führt. Hier berät sie ihre Kunden gemeinsam mit ihrem Team bei Erkältung und Grippe. Besonders wenn die kalte Jahreszeit beginnt: "Meistens treten die Erkältungssymptome schleichend auf, dauern drei bis sieben Tage und klingen dann von selbst wieder ab", sagt Ursula Henghuber. "Kritisch wird es erst, wenn die Erkältung länger andauert oder Fieber dazukommt." Im Sinn hat sie dabei besonders Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen, deren Immunsystem nicht stark genug ist.

Verantwortlich für das fiese Schniefen sind die sogenannten Rhinoviren. Sie werden beispielsweise durch die Schmierinfektion übertragen: Werden Gegenstände berührt, wandern die Viren von den Händen in den Mund, in die Nase oder Augen. Häufiger jedoch kommt es zur Tröpfcheninfektion: Dabei gelangen die Viren beim Husten oder Niesen in die Atemluft und können so Personen im Umkreis von etwa vier Metern anstecken. Dann gelangen sie zumeist in die Lunge und das körpereigene Immunsystem beginnt, gegen sie anzukämpfen.

Was hilft bei Erkältung?

Wer einer Erkältung von vornherein aus dem Weg gehen möchte, sollte auf seine Hygiene achten. Körperkontakt und Menschenansammlungen zu meiden, verringert die Gefahr einer Ansteckung. "Hygiene ist das oberste Gebot, also immer Händewaschen."

Auch trockene Luft kann der Gesundheit schaden. Eine Schale Wasser auf die Heizung oder auf dem Ofen sorgt für genügend Feuchtigkeit. Dadurch werden die Schleimhäute geschont, was zum einen einer Erkältung vorbeugt, zum anderen aber auch Linderung bei einer bereits bestehenden Infektion verschafft.

Wer schon erkältet ist, sollte sich Ruhe gönnen, keinen Sport machen und Stress vermeiden. Denn der Körper hat alle Hände voll zu tun, die Immunabwehr in Gang zu setzen.

Zudem kann eine gesunde Ernährung den Genesungsprozess unterstützen. Obst und Gemüse enthalten Vitamin C und wichtige Mineralstoffe. Leicht verdaulich und wenig belastend ist Hühnersuppe, die außerdem viel Zink enthält. "Meine Mutter empfiehlt immer Ingwer- und Zitronentee mit Honig, Wadenwickel, dazu Hühnersuppe und dann ab ins Bett", plaudert Ursula Henghuber aus dem Nähkästchen.

Wichtig ist es auch - sowohl für erkältete, als auch für gesunde Menschen - ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, damit der Schleim sich lösen kann. Bestenfalls mit Tee aus der Apotheke: "Lindenblüte ist schweißtreibend, Salbei hilft bei Halsweh, Thymian löst den Husten, und Fencheltee ist gut bei Halsweh und Husten", erklärt die Apothekerin und ergänzt: "Kamille kann außerdem als Dampfbad bei Schnupfen verwendet werden." Inhalieren ist allerdings nicht für Säuglinge oder Kleinkinder geeignet, betont die Expertin.

Aber aufgepasst, wer bei einer Erkältung in die Badewanne steigen möchte: Zwar ist ein warmes Bad wohltuend für Körper und Geist, aber nur, wenn kein Fieber vorliegt. Bei Atemnot, starken Hals- und Ohrenschmerzen, hohem Fieber, und einer ausbleibenden Besserung nach sieben Tagen rät Apothekerin Ursula Henghuber zu einem Besuch beim Arzt.

Wann ist es eine echte Grippe?

Und wo liegt nun der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe? "Bei der Influenza kommen die Symptome meist von Null auf 100", erklärt Ursula Henghuber. Starke Abgeschlagenheit, Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie plötzliches hohes Fieber von 40 Grad treten innerhalb weniger Stunden auf. Dazu kommt trockener Husten. Schnupfen dagegen ist eher selten. "Grippe wird ebenfalls von einem Virus ausgelöst, aber die Krankheit dauert oftmals mehr als 14 Tage und kann für manche Menschen gefährlich werden", erklärt die Apothekerin. Da hilft meist nur eines: die Grippeschutzimpfung vorab.

Die Impfung ist besonders wichtig für Menschen über 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke, Menschen im Alten- und Pflegeheim sowie deren Angehörige und Menschen, die in Pflege-Berufen arbeiten. Das empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO), da bei diesen Menschengruppen das Immunsystem schwächer ist. Das bedeutet, dass "im Fall einer Infektion mit Influenzaviren das Risiko eines schweren, unter Umständen tödlichen Krankheitsverlaufs zunimmt."

Doch die Apothekerin macht auch die Erfahrung, dass nicht alle diese Vorsichtsmaßnahme ernst genug nehmen: "Manche meinen, dass eine einzige Grippeschutzimpfung bereits ausreicht", ärgert sich Ursula Henghuber und erläutert, warum dem nicht so ist: "Die beste Zeit zum Impfen ist im Oktober und November, denn um die Jahreswende kommt häufig die jährliche Grippewelle, die bis in den April andauern kann. Nach der Impfung baut sich der Schutz nach zwei Wochen auf, hält sechs Monate bis maximal ein Jahr und baut sich langsam wieder ab." Deswegen empfehle es sich, die Impfungen regelmäßig aufzufrischen.

Aber egal, ob Grippe oder Erkältung: Wer Krankheitssymptome bei sich erkennt, sollte darauf achten, den Viren möglichst keinen Raum zur Ausbreitung zu geben. Auch dafür hat Ursula Henghuber eine gute Methode parat: Nicht in die Hand husten, sondern in den Arm, empfiehlt die Apothekerin.