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Glosse: Der Ayers-Rock steht jetzt in Weil im Schönbuch

Glosse: Weilemer Geschäftsleute schaffen eine getreue Nachbildung des Ayers Rock - und rechnen mit Heerscharen von Touristen

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Do you know Weil? Weil im Scheenbook? Yes we do! Of course we do! Uluru, Uluru, Uluru!!! Tüchtige Geschäftsleute von Weil im Schönbuch haben sich eine touristische Attraktion der Extraklasse ausgedacht: Beim Bäumlesweg, direkt am Outback zum Neubaugebiet, erhebt sich neuerdings der Ayers Rock, auch Uluru genannt.

Artikel vom 30. Oktober 2019 - 18:05

WEIL IM SCHÖNBUCH/OUTBACK. Der Uluru ist ein heiliger Berg für die Aborigines, die Ureinwohner Australiens - und deshalb ist es seit vergangenem Wochenende nun endgültig verboten, ihn zu erklimmen. Schluss, aus, vorbei. Dieses Verbot wiederum hat dazu geführt, dass dem auch als "Ayers Rock" bekannten Felsen kurz vor Torschluss nochmal Tausendschaften von Touristen ihre letzte Aufwartung machten, im Morgenrot erklommen sie den Gipfel, um ihm dann, Schweißfuß an Schweißfuß, auf Nimmerwiedersehen zu sagen.

Doch was heißt da schon Gipfel? Eigentlich handelt es sich da eher um eine uralte, rot glänzende, kahle Platte, die wie eine Insel mitten aus dem australischen Outback emporragt.

Wofa, Bewis & Co. leisten ganze Arbeit

Schwamm drüber, trösten wir uns, der Verlust ist verschmerzbar. Jedenfalls für die Weilemer und ihre Gäste aus dem Landkreis Böblingen. Und wir prophezeien dem beschaulichen Dorf im Schönbuch schon heute, dass es einen Aufschwung ungeahnten Ausmaßes nehmen wird. Pilgerströme aus aller Welt, allen voran Heerscharen aus Down-under werden sich hierher bewegen, nach Weil, Weil im Scheenbook. Sie alle wird das gleiche Ziel einen, sie alle werden nichts anderes wollen, als dem Uluru von Weil ihre Aufwartung zu machen. ?! .

Ganz recht gehört. Denn kaum, dass sie vom Besuchsverbot für den Uluru im australischen Outback gehört haben, haben sich die Weilemer, geschäftstüchtig wie sie nun mal sind - die Wofas, die Bewis und wie sie alle heißen mit ihren Baggern, Lastern und Kranaufbauten -, daran gemacht, eine getreue Nachbildung des Ayers Rock in Angriff zu nehmen. Und so haben sie diese Woche direkt beim Bäumlesweg einen Kunstberg modelliert, der seinem australischen Vorbild zum Verwechseln ähnlich sieht. Für die Postkartenansicht haben sie sogar an das Begleitgrün in Gestalt eines einzeln stehenden Baumes gedacht.

Und da ist er nun also, da steht er nun also, bereit erklommen zu werden, bereit den Touristen aller Herren Länder eine Heimstatt zu bieten: der Heilige Uluru von Weil!

Seid getrost: Die Kreiszeitung Böblinger Bote wird diesen Artikel selbstverständlich online stellen, ins Worldwideweb exportieren. Damit er von aller Welt gelesen werde. Und damit es eine ausgemachte Sache sei, dass eine Vielvölkerwanderung einsetzen wird zum bestaunenswerten, erhabenen Heiligen Uluru von Weil.

All dies geschieht übrigens sehr zur Freude von Wolfgang Lahl, seines Zeichens Bürgermeister von Uluru-Weil: Der hat ja schon immer den Tourismus in seiner Wahlheimat stark machen wollen. Da haben ihm die Gewerbetreibenden nun wahrlich etwas eingebrockt!

Do you know Weil? Weil im Scheenbook? Yes we do! Of course, we do! Uluru, Uluru, Uluru!!!