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Freibadbilanz im Kreis: Der Platz am Becken war gefragt

Rekordtag war der 30. Juni

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    Die letzten Sprünge im Böblinger Freibad machen seit einigen Jahren die Hunde: Barnet aus Bernhausen zeigt, wie's geht Foto: Gaetano Di Rosa

Die Sommer werden immer wärmer, die Freibäder sind voll: Dieses Bild zeigt sich im Rückblick auf die zu Ende gegangene Freibad-Saison im Kreis. Im Vergleich zum letztem Jahr verzeichneten die Bäder dennoch weniger Gäste.

Artikel vom 19. September 2019 - 17:14

Böblingen: Das Rekordergebnis von 150 000 Freibadbesuchern aus dem Jahr 2018 wird wohl in diesem Jahr unerreichbar bleiben. Dennoch sind die Stadtwerke Böblingen, die die Bäder betreiben, zufrieden mit der diesjährigen Saison. Rund 145 000 Besucher passierten das Drehkreuz seit dem 11. Mai. "Eine tolle Saison", sagt Bäderleiter Michael Welz. Zusammen mit acht Schwimmmeistern, einem Techniker, vier Kassiererinnen und fünf Reinigungskräften hat er vom 11. Mai bis zum 8. September für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Das besucherstärkste Wochenende war der 29. und 30. Juni. 14 000 Besucher tummelten sich an diesen beiden Tagen in den Becken und auf den Wiesen und brachten das Bad damit an die Kapazitätsgrenze.

Gärtringen: Die warmen Temperaturen dieses Sommers lockten 61 530 Badegäste ins Gärtringer Freibad. Im letzten Jahr waren es mit 69 310 Gästen etwas mehr gewesen. Der 30. Juni brachte am meisten Schwimmer ins Bad: über 4 200. Die Saison ist "im Großen und Ganzen sehr friedlich und nahezu unfallfrei" verlaufen, heißt es. Nach Saisonschluss muss nun der Beckenkopf und Umgang mitsamt der Schwallwasserrine, Zu- und Abläufen saniert werden.

Herrenberg: Die Verantwortlichen des Naturfreibades freuten sich, dass es dieses Jahr zum ersten Mal kaum Probleme gab und sie auf eine nahezu störungsfreie Saison zurückblicken konnten. Die letzten Jahre gab e mehrfach Probleme wegen mangelnder Wasserqualität. Rund 80 000 badeten über den Sommer im chlorfreien Wasser. Der Rekord lag bei über 3400 Wasserratten an einem Tag. Für alle Wasserliebhaber: Das Bad hat noch bis zum 22. September geöffnet.

Hildrizhausen: Etwa 30 000 Badegäste verzeichnete das Freibad bis zum 8. September - 6000 weniger als letztes Jahr, aber etwas mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre. Die Rekordzahl waren 1853 Schwimmer an einem Tag. Nach Saisonschluss fuhren die Bagger vor, um das Bad zu sanieren.

 

Holzgerlingen: Auch im Holzgerlinger Waldfreibad ging die Besucherzahl im Vergleich zum letzten Jahr von 97 370 auf 85 820 zurück. Am stärksten Badetag, dem 30. Juni, kamen über 4000 Gäste, die sich abkühlen wollten. Vergleichsweise bescheiden war der Rekordtag im vergangenen Jahr: Am 8. August badeten damals nur 2600 Besucher. Wie jedes Jahr unterstützten Mitglieder des DLRG sonntags mit einer dreistündigen Rettungswache ehrenamtlich.

 

Schönaich: Am siebten September endete die Freibadsaison in Schönaich. Dieter Gäßler, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, zeigt sich zufrieden: "Die Saison verlief sehr gut, auch wenn es etwas weniger Besucher sein werden, als im Vorjahr." Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. "Die letzten Tagesbelege trafen erst am Dienstag bei uns ein", begründet Bürgermeister Daniel Schamburek, deren Verwaltung das Zählen übernimmt, "andere Dinge haben für uns Priorität". Der Betrieb des Waldfreibads wurde aus finanziellen Gründen in der Vergangenheit immer wieder infrage gestellt. "Der Fortbestand ist in den nächsten Jahren allerdings gesichert", sagt Gäßler, "alles ist im Soll. Das Gesundheitsamt ist zufrieden, die Gemeinde hat inzwischen mehr Geld und steht gemeinsam mit dem Gemeinderat hinter uns." Auch ein Betriebsleiter, der nach den neuen Regelungen dringend benötigt wird, steht im nächsten Jahr zur Verfügung. 2020 soll wieder ein Freibadfest stattfinden, das dieses Jahr wegen Helfermangels ausfallen musste.

 

Sindelfingen: 163 385 Gäste hat die Bäderleitung im Sindelfinger Freibad in dieser Saison gezählt. Das sind rund 15 000 weniger als 2018, aber fast 18 000 mehr als 2017. Das Bad war vom 1. Mai bis zum 15. September an 135 Tagen geöffnet. Große Aufregung herrschte, als die Stadt das Bad mitten in der Saison schließen musste. Die Stromversorgung war ausgefallen und infolge dessen auch die Wasseraufbereitungsanlage. Drei Tage dauerte es, bis der Schaden behoben und das einwandfreie Funktionieren der Anlage getestet waren.

Die Stadt nutzte die Schließzeit, um gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners vorzugehen, derentwegen zuvor immer wieder Teile der Liegewiese hatten gesperrt werden müssen. Im Sport- und Bäderamt vermutet man, dass der Eichenprozessionsspinner auch schuld daran war, dass die Besucherzahlen trotz des guten Wetters bis weit in den Juni hinein mäßig waren. Über die gesamte Saison hinweg besuchten durchschnittlich 1201 Menschen das Bad. Spitzentag war der 30. Juni: An diesem Sonntag passierten 11 226 Wasserratten und Sonnenhungrige die Kassenhäuschen und Drehkreuze.

Die Zahl nach oben getrieben haben auch das Wet-Open-Air-Festival, das am 31. August erstmals in Sindelfingen stattfand, mit 9000 und die Splashdiving-WM am Wochenende 27./28. Juli mit 4274 Gästen. Die acht Bäderfachangestellten, die im Sindelfinger Badezentrum zum Stammpersonal gehören, wurden von zehn Vollzeit- und zwölf Teilzeit-Saisonkräften unterstützt. Während der gesamten Saison habe es keine "nennenswerten Konflikte oder Ausschreitungen" gegeben, heißt es in der Freibadbilanz des Bäderamts.