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Die Ansprüche beim Holzgerlinger Motocross steigen mit jedem Jahr

Motocross: KFV Kalteneck richtet am Wochenende zum 14. Mal das ADAC MX Masters auf dem Holzgerlinger Schützenbühlring aus

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    Freuen sich riesig auf die Heimrennen auf dem Schützenbühlring: Felix, Schwartzer, Malik Schoch, Dennis Ullrich, Benedict Weiß, Alexander Hail (von links) von der KFV Kalteneck wollen am Wochenende Vollgas geben - und möglichst viele Punkte einfahren Foto: Kevin Schuon

Um den Zuschauern am Wochenende auf dem Holzgerlinger Schützenhülring beim finalen Lauf des ADAC MX Masters spannende Motocross-Rennen präsentieren zu können, arbeiten die Verantwortlichen der KFV Kalteneck wochenlang auf Hochtouren.

Artikel vom 13. September 2019 - 10:49

HOLZGERLINGEN. Wenn Robert Maurer, der Vorsitzende der KFV Kalteneck Holzgerlingen, an die erste Motocross-Veranstaltung, die er auf dem Schützenbühlring mitveranstaltet hat, denkt, da wird ihm ein wenig warm ums Herz. "Früher war das alles noch easy", sagt er und lacht. 1975 war das zwar nicht das ADAC MX Masters, "aber schon eine internationale Veranstaltung". Damals waren die Fahrer noch Amateure, die den Sport als Hobby betrieben haben. "Das ist heute total anders. Es gibt inzwischen einige Profis." Auch die Technik hat sich natürlich enorm weiterentwickelt. Die Motorräder sind heute viel leistungsstärker. "Da mussten wir auch die Strecke anpassen. Wir betreiben inzwischen einen viel größeren Aufwand, um die Strecke zu präparieren. Die Fahrer wollen heutzutage mehr Grip haben." Gleichzeitig hat sich mit der Professionalisierung auch das ganze Drumherum verändert. "Früher sind die Fahrer mit ihrem Motorrad auf einem PKW-Anhänger gekommen und haben irgendwo in billigen Hotels geschlafen. Heute kommt jeder mit einem Wohnwagen, die großen Teams mit ihren Trucks und dem ganzen Equipment."

Unter dem Strich hält Maurer fest: "Es ist einfach alles viel größer geworden." Dass es demzufolge immer schwieriger wird, das ADAC MX Masters auszurichten, daraus machen die Verantwortlichen aus Holzgerlingen keinen Hehl. "Wir kommen so langsam an die Grenze dessen, was man ehrenamtlich noch stemmen kann", sagt Robert Maurer, der Vorsitzende der KFV Kalteneck. "Doch das ist einfach die Veranstaltung, die wir hier durchführen wollen." Sowohl was die sportliche Wertigkeit als auch die Größe betrifft.

Gleichzeitig mit den Anforderungen der Fahrer und den Organisatoren der Rennserie werden auch die Kosten immer höher. "Inzwischen sind wir bei einer Größenordnung von mehr als 200 000 Euro angelangt, um das alles hier auf die Beine zu stellen", verdeutlicht Pressesprecher Manfred Deubert. Das betrifft nicht zuletzt den Bereich Sicherheit. In diesem Jahr werden die Zuschauer zum Beispiel durch neue Zäune, die mit einem Drahtgeflecht verstärkt sind, geschützt. "Die sind widerstandsfähiger und sollen verhindern, dass Motorräder in die Menge fliegen", sagt Swen Blümer, einer der beiden Rennleiter.

Bei der KFV Kalteneck läuft trotz der großen Herausforderungen auf und neben der Strecke alles in geregelten Bahnen. Da sieht man die Erfahrung des eingespielten Teams, welches das MX Masters in diesem Jahr bereits zum 14. Mal ausrichtet. "Wir sind trotz kleinerer Probleme weit gediegen", betont Robert Maurer. Es kann also losgehen. Bleiben nur die Dinge, welche auch die Holzgerlinger nicht beeinflussen können. Das Wetter zum Beispiel. "Wir hoffen, dass es nicht so windig ist wie im vergangenen Jahr", sagt Maurer. "Vor allem für die Zuschauer, den Fahrern war das anscheinend mehr oder weniger egal."

Die Wettervorhersage ist zumindest schon einmal gut - auch sportlich könnten die Voraussetzungen nicht besser sein. In allen vier Klassen wird die Meisterschafts-Entscheidung erst am Wochenende fallen. Und die KFV Kalteneck hat in der Masters-Klasse mit Dennis Ullrich, der die Gesamtwertung im ADAC MX Masters bereits viermal gewonnen hat, das heißeste Eisen im Feuer. Der 26-Jährige führt vor den letzten beiden Rennen die Gesamtwertung mit zwölf Punkten Vorsprung vor dem Esten Tanel Leok an. 50 Zähler sind noch zu vergeben. "Das ist schon ein komfortables Polster", weiß Ullrich. Da sollte im Normalfall nichts mehr anbrennen. "Doch es kann immer alles passieren." Und: "Tanel ist ein richtiger Beißer, den darf man nie abschreiben", sagte er noch vor einer Woche.

Sollte Gettemann nicht an den Start gehen, hat Ullrich den Titel sicher

Ein klassischer Fall von "Sag niemals nie" also? In diesem Fall wohl nicht: Denn Tanel Leok hat seinen Start in Holzgerlingen schweren Herzens kurzfristig abgesagt. Er wird stattdessen beim WM-Lauf in China starten. "Das ist extrem schade, denn ich sah durchaus noch eine Chance auf den Gesamtsieg", bedauert er. Ob Jens Gettemann, der die Gesamtwertung bis zu seinem Sturz in Bielstein noch angeführt hatte, an den Start gehen kann, ist noch offen. Sollte er nicht dabei sein, dann hat Ullrich den Titel bereits vor dem ersten Start in der Tasche. Denn Paul Rauchenecker, der in der Gesamtwertung mit 57 Zählern Rückstand auf dem vierten Platz steht, ist bereits zu deutlich abgeschlagen.

Im Youngster Cup und den Junior Cups 85 und 125 geht es noch mehr oder weniger eng zu. Auf den Motorrädern mit 85 Kubikzentimeter schicken die Holzgerlinger mit Felix Schwartze (Stuttgart), Alexander Hail (Bad Urach) und Benedict Weiß (Gärtringen) drei Fahrer, im Rennen der 125er-Klasse mit Malik Schoch (Wildberg) und Jona Katz (Holzgerlingen) zwei Fahrer ins Rennen.