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Beim Herrenberger Mädchen-Aktionstag geht es um Teamarbeit und Gemeinschaft

Die Mädels wollen hoch hinaus

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    Beim Mädchen-Aktionstag im Herrenberger Waldseilgarten ist Teamarbeit angesagt: Zusammen schafft es die Gruppe bis ganz nach oben Foto: Michael Bermel

"Du schaffst das!", tönt es aus dem Wald hervor. Der Blick geht nach oben. Eine Gruppe Mädels zwischen elf und 14 Jahren hängt in hohen Lüften an einer Art Leiter aus Holz, die zwischen zwei Bäume gespannt ist. Beim Mädchen-Aktionstag im Herrenberger Waldseilgarten lernen die Mädchen Mut, Stärke und Teamarbeit.

Artikel vom 02. September 2019 - 16:38

HERRENBERG. "Du hast es gleich geschafft!", feuern die Mädchen ihre Mitstreiterin an, die gerade die letzte Sprosse der Leiter erklimmt. Das Hindernis ist eine echte Hängepartie: Eine Leiter mit sechs Sprossen ist zwischen zwei Bäume gespannt. An dieser hangelt sich das Mädchen - gesichert mit Seilen und Helm - hinauf. Jubel bricht aus, als sie oben ankommt. Sie hält sich an der Sprosse fest, dreht sich um und schaut nach unten: "Wow, wir haben's bis ganz nach oben geschafft", sagt sie in ungläubigem Ton. Dann geht es - mit Hilfe der anderen - langsam wieder nach unten, wo fester Grund auf die Gruppe wartet. Während der ganzen Zeit gibt die Betreuerin Rebecca Fuder nützliche Tipps und stellt sicher, dass die Mädels auf dem Weg nach oben nicht der Mut verlässt.

Bisher immer positive Rückmeldungen zum Mädchen-Aktionstags

Bereits zum wiederholten Mal findet der Mädchen-Aktionstag im Herrenberger Waldseilgarten statt. "Uns geht es an diesem Tag darum, dass die Mädchen ein Stärkungsgefühl und Gemeinschaftserlebnis haben", erklärt Gleichstellungsbeauftragte Birgit Kruckenberg-Link. So etwas unterstütze sie lieber als etwa einen Kosmetikkurs. "Zusammen mit der Betreuerin besprechen die Mädchen Themen wie Angst, Herausforderungen und Lösungsstrategien", fügt sie hinzu. Den ganzen Tag - von neun bis 16 Uhr - sind die Mädels im Seilgarten unterwegs und stellen sich dem ein oder anderen Hindernis, von dem sie vorher dachten, es wäre unüberwindbar. "Bis jetzt haben wir immer nur positive Rückmeldungen zu dieser Aktion bekommen", sagt Renate Spannbrucker, die Leiterin für Soziale Dienste der Stadt Herrenberg.

Die Mädchen sind mit sichtlicher Motivation mit dabei und stellen sich jeder neuen Herausforderung mit Enthusiasmus. "Gib mir deine Hand, ich zieh dich hoch", ruft eine Teamkollegin der anderen zu. "Wir wollen hier keine Konkurrenzgedanken, sondern die Vorteile von Teamarbeit herausarbeiten und unterstützen", erklärt Birgit Kruckenberg-Link.

"Mit ein bisschen Hilfe können wir alles schaffen"

Als es alle Mädchen wieder von der schwingenden Leiter heruntergeschafft haben, bespricht die Betreuerin Rebecca Fuder die Leistung der jungen Kletterinnen. Zuvor hatten sie die Aufgabe bekommen, zu schätzen, wie hoch sie jeweils klettern würden. Die einen überschätzten, die anderen unterschätzten sich. "Was nehmt ihr aus dieser Erfahrung mit?", fragt Rebecca Fuder. Die meisten sind sich einig: "Mit ein bisschen Hilfe können wir alles schaffen." Die Teamarbeit steht hoch im Kurs: "Alleine hätte ich das nicht geschafft, aber mit einem Team, das hinter einem steht, geht viel mehr", sagt eine Teilnehmerin. Aber auch nachdenklichere Töne werden laut: "Ich glaube zwar, dass man nicht alles schaffen kann, aber im Team ist es auf jeden Fall leichter."

Thomas Sprißler schafft es mit etwas Hilfe über die Holzwand

Selbst Oberbürgermeister Thomas Sprißler lässt sich den Spaß im Waldseilgarten nicht entgehen und wird prompt von den Mädchen dazu überredet, selbst über eine Holzwand zu klettern. Als er an dem Hindernis hinaufschaut fragt er in die Gruppe: "Und wie machen wir das jetzt am besten?" Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Räuberleiter!" "Ihr meint wohl Räuberinnenleiter", funkt Thomas Sprißler dazwischen. Und tatsächlich, mit einer Tritthilfe von unten und kräftigen Händen von oben katapultieren die Mädchen den Oberbürgermeister erfolgreich über die Holzwand. Danach haben die Mädchen ihre Mittagspause redlich verdient. Herausforderungen angehen, Lösungen finden und Strategien ausarbeiten, um mit schwierigen Situationen umzugehen: In all diesen Dingen konnten sich die Teenager im Waldseilgarten ausprobieren. Ihr Resümee: im Team geht's eben leichter.