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Erster Gasttipper bei der Kreistipp-Meisterschaft: Rolf Kowalczyk

Kreistipp-Meisterschaft 19/20

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    Betreuer Rolf Kowalczyk von den Böblinger Landesliga-Fußballern: Nicht nur bei den Sprudelkisten kräftig am Anpacken, auch wenn er als Helfer allein auf weiter Flur steht Foto: Michael Stierle

Er ist einer von den leider immer weniger werdenden echten Typen auf den Sportplätzen, überall bekannt wie ein bunter Hund, der auch ganz ordentlich bellen kann. Rolf Kowalczyk ist seit Jahren Betreuer der Böblinger Landesliga-Fußballer und erster Gasttipper bei der am Wochenende wieder beginnenden Kreistipp-Meisterschaft 19/20.

Artikel vom 19. August 2019 - 15:05

KREIS BÖBLINGEN. "Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich zu dieser Ehre gekommen in", blickt er auf seine Anfänge zurück. Erst hat er in der B-Jugend der SVB mitgeholfen, als sein Filius dort noch kickte. "Dann hat mich Toni Tridico gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Betreuer der ersten Mannschaft zu werden." Tridico war damals Abteilungsleiter, die Trainer hießen Zeljko Milcic und Mario Estasi. Rolf Kowalczyk ließ sich überreden, bekam in der Zwischenzeit auch Verstärkung, steht inzwischen aber wieder ganz alleine da. "Viele kommen und motzen nur rum." So einfach macht er es sich nicht.

Seine Aufgabengebiete: Sprudel besorgen unter der Woche, Kabine herrichten und hinterher alles wieder zusammenräumen. Dazu gehört, auch mal die Eckfahnen von Platz zwei rüber in den Tribünenraum zu tragen. Wobei er die Spieler im Laufe der Zeit erzogen hat, alle helfen mit. Müssen sie auch, um "ihren" Rolf nicht auch noch zu verlieren. Das Verhältnis zur Mannschaft? "Super", kommt es wie aus der Pistole geschossen. "Die meisten kenne ich ja noch seit der F-Jugend." Die Situation im Verein? Eher bescheiden. "Die ersten vier, fünf Wochen werden schwer", weiß er. Kaum Spieler da, viele Urlauber. Was für ihn auch nicht überraschend kommt. "Warum sollen die Kerle mit allem zurückstecken, wenn sie nicht das Gefühl haben, dass das in der SVB auch wertgeschätzt wird." Die Probleme sind bekannt: kaum ehrenamtliche Helfer, arg überschaubare finanzielle Verhältnisse. Die Hoffnung auf einen nicht völlig verkorksten Start hat der Mannschaftsbetreuer dennoch nicht ganz aufgegeben: "Dann müssen eben die anderen zeigen, was Sache ist, wenn von den Platzhirschen einige fehlen."

Rolf Kowalczyk ist keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Nicht, wenn er auf anderen Plätzen vorbeischaut, nicht bei der SVB und erst recht nicht gegenüber seinen Spielern, die er auch mal ganz gerne zusammenfaltet. So wie nach dem Saisonauftakt in Rottenburg (0:2). Miserable Leistung, Dauerregen - und das alles in der siebten Liga an einem Sonntagabend ab 18 Uhr. Den Ausklang des Wochenendes hätte auch er sich angenehmer vorstellen können. Nicht viel besser war's gegen Bösingen mit dem zweiten 0:2 und einer Darbietung, die wenig Hoffnung auf Besserung macht. Am Sonntag gegen Holzhausen tippt er daher eher vorsichtig (und gleichzeitig doch wieder optimistisch) auf ein 1:1, nachdem es im Pokal bereits eine 2:3-Niederlage setzte.

Gefrotzelt wird bei ihm aber auch über den ganz großen Fußball. Seit 37 Jahren ist er Bayern-Mitglied. Und Fan. Gerade jetzt fällt's ihm besonders leicht, den VfB-Anhängern im SVB-Lager Kontra zu geben, "Auch wenn ich mir sogar das Stuttgarter 2:1 gegen St. Pauli am Samstag im Fernsehen angeschaut habe."

Der 63-Jährige ist schon eine ganze Weile Rentner, hat freiwillig auf ein paar Euro im Ruhestand verzichtet, um früher gehen zu können. Dafür verdient er sich als Kurierfahrer nebenher was dazu. Denn wer rastet, der rostet, Dabei kommt er auch ganz schön rum. Hamburg, Toulouse und Turin heißen seine Stationen. Ein Freitagabend-Spiel seiner Böblinger hat er deshalb schon mal verpasst, auch die Aufstiegsrelegation in der vergangenen Runde an einem Mittwoch in Ravensburg (gegen Friedrichshafen). Gar nicht so kleiner Trost damals für die 2:4-Niederlage nach Verlängerung: Am selben Abend wurde er stolzer Opa.

Am Sonntag gegen Holzhausen ist er aber auf alle Fälle wieder dabei. Packt an, wo man ihn braucht, oder kommandiert halt die Spieler ein bisschen hin und her, wenn es ihm allein zu viel wird. Raue Schale eben, aber weicher Kern. Nach getaner Vorarbeit stellt er sich dann ein bisschen abseits der Trainerbank hin und steckt sich eine Fluppe an, seinen geliebten Glimmstängel. "Vom Rauchen komme ich einfach nicht weg", bekennt er sich zu seiner großen Schwäche, "und an den Spieltagen sind es sogar ein paar mehr, weil ich so nervös bin." - Seine Tipps fürs Wochenende:

 

VfL Sindelfingen - TSV Berg 2:1 TSV Ehningen - FC Gärtringen 1:1 SpVgg Holzgerlingen - FC Rottenburg 2:0 SV Böblingen - FC Holzhausen (Joker) 1:1 TV Darmsheim - VfL Mühlheim 2:1 Türk SV Herrenberg - VfL Herrenberg 0:3 Fort. Böblingen - GSV Maichingen 1:1 TSV Waldenbuch - SpVgg Weil i. Sch. 3:1 TSV Kuppingen - TSV Hildrizhausen 2:0

Für ein "falsches" Unentschieden gibt's ab sofort auch sechs Punkte

In die jetzt schon 14. Auflage geht die Kreistipp-Meisterschaft, das weit und breit einzige Tippspiel für lokale Fußballfans. Am bewährten Modus mit neun Begegnungen wird festgehalten, und attraktive Preise gibt es ebenfalls. Ausgewiesener Experte muss man nicht sein, schließlich greifen auch die Gasttipper ganz gerne daneben. Oft gilt es einfach nur abzuwägen - zwischen Bauchgefühl und Sachverstand, sofern man sich darauf überhaupt verlassen kann. Eine kleine, aber nicht unwesentliche Änderung gibt es dafür ab sofort im Regelwerk.

 

Tippen immer bis Freitag: Abgabeschluss der Tipps für die erste Runde ist am Freitag, 23. August, um 18 Uhr, denn an diesem Wochenende beginnt die Saison auch im Bezirk Böblingen/Calw. Als besonderer Service für all jene, die sich in den Urlaub verabschiedet haben, wurden die ersten drei Spieltage rechtzeitig auf der Homepage unter http://www.krzbb.de/kreistipp eingepflegt. Das Motto könnte also lauten: Einmal durchtippen und ab in die Sonne. Noch sind die Ferien ja erst zur Hälfte vorüber. Mitmachen kann man aber selbstverständlich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt, hat da aber schon einen leichten Rückstand auf die Spitze.

 

Einloggen oder neu registrieren: Wer bereits registriert ist, kann sich einfach einloggen und mitmachen. Sollte sich E-Mail-Adresse oder Anschrift geändert haben, empfiehlt sich eine neue Registrierung unter dem Menüpunkt "Anmelden". Das gilt natürlich auch für alle Neueinsteiger. Das Formular "Anmeldung" ausfüllen und abschicken, danach erhält der User eine E-Mail, per Anklicken des mitgeschickten Links wird er sofort freigeschaltet.

 

So viele Punkte gibt's: Wer seine Tipps abgeben möchte, loggt sich mit seinem Benutzernamen und dem Passwort ein und wählt den Menüpunkt "Tippen" aus. Werden Spiele abgesagt oder verlegt, zählt das Ergebnis des Nachholspiels. Wird ein Spiel durch das Sportgericht entschieden, geht dieses Resultat in die Wertung ein. Nach Ablauf eines Spieltags werden die Punkte für jeden User berechnet. Für das exakte Ergebnis gibt es zehn Punkte, für die richtige Tendenz und Tordifferenz sechs. Letzteres gilt, und das ist neu, ab sofort auch für Unentschieden. Beispiel: Geht ein Spiel 1:1 aus, gab es für ein 2:2 bisher drei Punkte, künftig sechs. Diese Anregung aus der Tippgemeinde greift die Sportredaktion gerne auf. Drei Zähler werden also nur noch vergeben, wenn abgesehen vom Unentschieden wenigstens die Tendenz, aber nicht die Tordifferenz stimmt.

 

Jokerspiel: Jeder User kann pro Spieltag einen Joker setzen, der doppelt zählt. Hierzu einfach hinter dem entsprechenden Spiel ein Häkchen setzen. Damit ist auch klar: Neun richtige Ergebnisse bringen 100 Punkte, geschafft hat das in der jetzt 13-jährigen Geschichte des Wettbewerbs noch keiner.

 

Rückrunden- und Gesamtsieger: Wer nach der Winterpause die meisten Punkte holt, erhält als Rückrunden-Sieger einen Sonderpreis. Wer also später einsteigt, hat zumindest darauf eine Chance. Gesamtsieger wird, wer nach dem letzten Spieltag die meisten Punkte hat. Insgesamt gibt es Gutscheine im Wert von über 1000 Euro zu gewinnen. Ganz wichtig also: Keinen Spieltag auslassen! Bei Punktgleichheit entscheidet das Los. Titelverteidiger ist Herbert Hechler aus Sindelfingen mit 784 Punkten, ein alter Fußballfuchs und früherer VfL-Spielleiter. Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass die Wiederholung dieses Erfolgs im nächsten Jahr eher schwerfällt.

 

Tipper der Woche: Damit es nicht nur zum Ende der Saison spannend wird, gibt es den "Tipper der Woche". Wer beim aktuellen Spieltag die meisten Punkte geholt hat, erhält einen Gutschein im Wert von 20 Euro für den Schönbuch-Getränkemarkt in Böblingen. Finden Spiele an diesem Wochenende nicht statt, gehen diese auch nicht in die Wertung "Tipper des Tages" ein. Bei Punktgleichheit entscheidet erst die Anzahl der exakt richtig getippten Spiele, ist auch die gleich, wird gelost. Kommen die "Tipper des Tages" aus der Fußballszene, wird der Gutschein ganz gerne für ein kleines oder größeres Kabinenfest genutzt. Als Maßnahme zum Teambuilding.