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Mein Wochenende: Elisabeth Kenntner-Scheible und Christoph Scheible haben ein Maisfeld zum Labyrinth umfunktioniert

Nur die Harten kommen in den (Irr-)garten

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    Elisabeth Kenntner-Scheible und ihr Sohn Christoph Scheible kennen sich im Maislabyrinth mittlerweile gut aus Foto: mel

Am Hofgut Mauren, direkt hinter der malerischen Kirche erstrecken sich weite Felder in Richtung Holzgerlingen. Das Stroh liegt bereits am Boden und wartet nur noch darauf, gepresst zu werden. Elisabeth Kenntner-Scheible zeigt auf ein Maisfeld inmitten der abgeernteten Flächen. Ein Holzschild verrät Besuchern: Maislabyrinth.

Artikel vom 16. August 2019 - 14:41

MAUREN. Zusammen mit Elisabeth Kenntner-Scheible und ihrem Sohn Christoph Scheible startet die Maislabyrinth-Expedition zunächst in einem Transporter am Hofgut Mauren. In einen Feldweg eingebogen ist die holprige Fahrt nur wenige Minuten lang - einmal rechts abgebogen und schon erscheint vor dem Transporter ein Maisfeld. Auf einem großen Holzschild steht das Wort: Maislabyrinth. Nichts wie rein in den Irrgarten.

Das rund zwei Meter hohe Getreide raschelt leise im Wind, als die Dreier-Gruppe sich in das Maisfeld hineinwagt und den verschlungenen Wegen folgt. Während zwei aus der Gruppe selbstbewussten Schrittes die Wege abgehen, stolpert die Dritte aus der Runde mit Schreibblock in der Hand und Kamera um den Hals desorientiert hinterher. Die journalistische Souveränität verbietet jedoch jegliches Eingeständnis der temporären geografischen Hilflosigkeit.

Nächstes Jahr planen sie eine Art Barfußpark im Labyrinth

"Wir haben uns relativ kurzfristig dazu entschlossen, dieses Jahr ein Maislabyrinth zu machen", erzählt Elisabeth Kenntner-Scheible. "Deshalb haben wir zuerst den Mais ausgesät und dann nachher wieder herausgeschnitten", fügt sie hinzu. Innerhalb von zwei Wochen hat sich das Team an Reihenabständen orientiert und so eine Schneise durch das Meer an Mais geschlagen. Die Wege sind mit Hackschnitzel ausgelegt, sodass aus der Vogelperspektive ganz klar eine Form zu erkennen ist: Von oben gesehen sieht der Irrgarten aus wie eine Kuh. "Da wir das Ganze dieses Jahr zum ersten Mal gemacht haben, sind wir noch am Lernen", meint Elisabeth Kenntner-Scheible. Für das nächste Jahr sind sie aber bereits dabei, Pläne zu schmieden: "Wir überlegen dann noch mit verschiedenen Untergründen zu arbeiten, damit so etwas wie ein Barfußpark entsteht", erzählt sie.

Während Christoph Scheible die Gruppe anführt, wirft die wild schreibende Besucherin kurz einen Blick auf das Quiz, das am Eingang zum Maislabyrinth ausliegt. Die Antworten zu den Fragen stehen auf kleinen Informationstäfelchen, die in dem Irrgarten verteilt sind. Erste Frage: Mais ist a) einhäusig getrenntgeschlechtlich b) einhäusig eingeschlechtlich c) zweihäusig getrenntgeschlechtlich oder d) zweihäusig eingeschlechtlich? Ähm . . . mit glasigen Augen schaut die Möchtegern-Mais-Kennerin durch die unendlichen Reihen des grünen Gewächses, während die Doppelhaus-mehrfach-eingeschlechtlichen Maiskolben ihre Verwirrung auf neue Höchstwerte katapultieren.

Wer Glück hat, kommt im Labyrinth an einem roten Sofa vorbei

Während diese nobelpreiswürdigen Gedanken die Gehirnwindungen der KRZ-Volontärin verstopfen, sind Elisabeth Kenntner-Scheible und ihr Sohn bereits zwei Schritte voraus - nicht nur gedanklich, sondern auch buchstäblich. Vor einem roten Sofa mitten im Labyrinth bleiben sie stehen. "Da können sich die Besucher ausruhen, falls sie sich verlaufen haben", sagt Christoph Scheible. Die meisten irren eine halbe Stunde oder 45 Minuten im Maisfeld herum. Ganz Schnelle sind aber auch schon nach 15 bis 20 Minuten wieder draußen. Samstags und sonntags ist das Labyrinth von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. Dann gibt es Getränke und Bauernhofeis zu kaufen. "Am Wochenende sind wir auch meistens vor Ort, damit die Leute Fragen stellen können", erklärt Elisabeth Kenntner-Scheible.

Der unauffälligen Frage folgend, wo sich die Gruppe denn nun eigentlich befindet, zeigt Christoph Scheible auf das Hinterteil der Kuh, die vor ihm auf einem Schild aufgezeichnet ist. Was sich in der Theorie eher unschön anhört, ist in der Praxis ein echter Hingucker. Die Wege durch das Maisfeld gabeln sich an dieser Stelle und die wärmende Sonne lässt das Grün der Pflanzen leuchten.

Die Idylle wird jedoch unterbrochen vom anstehenden Rückweg. Nach nur wenigen Minuten steht die Gruppe wieder vor dem Transporter des Hofguts Mauren am Rande des Maisfelds. Noch ein letzter Blick zurück auf das geografische Kuddelmuddel, dann geht's zurück zum Hof. Eins ist klar: Nur die Harten kommen in den (Irr-)garten - und auch wieder raus.

 

INFO:

Das Maislabyrinth am Hofgut Mauren steht Besuchern noch bis zum 8. September jeweils samstags und sonntags von 14 bis 16.30 Uhr zur Verfügung. Am 31. August von 14 bis 22.30 Uhr (nach Dunkelheit nur mit Taschenlampe). Auf der Straße von Mauren nach Holzgerlingen liegt das Maislabyrinth linker Hand der S-Kurve. Schilder stehen für Suchende bereit. Der Eintrittspreis beträgt drei Euro.