Skater in Altdorf

Skater müssen neuen Standort suchen

Jahresbericht der Jugendarbeit in der Altdorfer Gemeinderatssitzung im Fokus

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    Zu laut: Die Metall-Pipe musste wieder weg

Von Corinna Schmid ALTDORF. Die Erzieherin Manuela Maucher hat das Jugendreferat Altdorf verlassen. Seit September öffnet Nina Kazamir den Jugendtreff CanaP und betreut den Mittagstisch an der Adolf-Rehn-Schule. Der Jugendtreff DreamClub wurde aufgegeben und wird zukünftig nur noch für besondere Angebote geöffnet. Das CanaP bleibt aber weiterhin bestehen. Dies teilte Jugendreferentin Petra Wolf dem Altdorfer Gemeinderat im Jahresbericht des Jugendreferats mit. Highlights der letzten Monate waren, so berichtet sie, die Teenie-Disco im Jugend- und Kulturzentrum W3 in Holzgerlingen, das Sommerferienprogramm mit der Abenteuer-Tour "Horb ohne Handys", ein Graffiti-Workshop und eine Kinder- und Jugendkarte für google maps. Durch einen Zusammenschluss der Berkenschule Holzgerlingen mit der Adolf-Rehn-Schule wurde die Werkrealschule Holzgerlingen/Altdorf gebildet. Thematisch besonders wichtig im Jahr 2012 bis Anfang 2013 war der Umgang mit dem Internet und seine Gefahren auf Seiten wie Facebook. Durch das jugendübliche Medium der Netzwerke soll mit den Jugendlichen Kontakt aufgenommen und sie gleichzeitig über die Gefahren aufgeklärt werden. Zum Thema Facebook fand eine Podiumsdiskussion statt, und das interaktive Präventiv-Theaterstück "Total vernetzt - und alles klar?!" klärte die Jugendlichen von Klasse 5 bis 9 über Themen wie Cyber-Mobbing bis hin zu den Gefahren in Chat-Rooms auf. Aktuell Diskussionen gibt es um die Skate-Anlage. Nachdem 2011 ein Rail und eine Funbox für die Skater angeschafft worden sind, kamen im Frühjahr 2012 drei weitere Elemente hinzu. Allerdings musste noch am selben Tag eine Metall-Pipe wieder abgebaut werden, da es Lärmbeschwerden seitens der Anwohner gab. Nach Angaben von Amtsleiter Roland Narr ist die Pipe vorerst eingelagert worden. Der Alternativvorschlag, eine Beton-Pipe zu bauen, wurde von den Anwohnern abgelehnt. Um den Jugendlichen trotzdem eine Möglichkeit zum Skaten zu geben, wird nun nach einem Ausweich-Ort gesucht. Und theoretisch, so Narr, ist schon einer gefunden, der sowohl den Jugendlichen, dem Jugendreferat und der Stadt zusagen würde. "Wir müssen aber noch die Anwohner fragen", meint Narr. Petra Wolf kündigte auch einige Aktivitäten für das Jahr 2013 an: So sind sowohl ein Eltern-Kind Angebot geplant, das "Familie in Bewegung", sowie auch ein Projekt zum Thema "Respekt - für dich und andere". Wegen aktuellen verbalen Gewaltsituationen in der Mensa will das Jugendreferat hier tätig werden und die Jugendlichen weg von der psychischen Gewalt zu einem besseren Miteinander führen. Weniger Alkohol bei Jugendlichen Es gab viel Lob für Petra Wolfs Jahresbericht: "Sie haben meinen größten Respekt", sagte Arnd Rehn anerkennend. "Jugendarbeit ist ein sehr gutes und wichtiges Thema." Doch es gab auch Kritik. Albrecht Brenner fand den Bericht prinzipiell gut, doch seiner Meinung nach war das lediglich ein Tätigkeitsbericht. Er möchte als Mitglied des Gemeinderates wissen, wo Mängel bestehen. Nur wenn man das wisse, könne man auch etwas verändern. "Wo stehen wir, und wo wollen wir hin?", fragt Brenner kritisch in die Runde. Ihm fehlt einfach etwas. Seine Meinung teilen aber viele nicht. "Hier muss man nicht unbedingt ergebnisorientiert arbeiten", sagt Arnd Rehn. "Mir war es nicht zu wenig." Und Karl Ruthardt fügt hinzu: "Ich fühle mich nicht zu wenig informiert. Aber wenn sich jemand mehr dafür interessiert, soll dieser jemand nicht nur schwätzen, sondern mitmachen und sich aktiv beteiligen." Brenner sieht das ganz anders: "Ein Gemeinderat, der nicht nachfragt, ist hier fehl am Platz." Nach diesen kurzen verbalen Sticheleien beruhigen sich die Gemüter wieder. Bürgermeister Erwin Heller regt abschließend noch an, dass ihn noch interessieren würde, wie die Jugendarbeit zukünftig aussieht. Besonders wichtig scheint ihm nach wie vor das Thema Alkohol bei Jugendlichen, auch wenn es in den letzten Jahren besser geworden sei. Ein großes Lob spricht er der Zusammenarbeit von Altdorf mit den umliegenden Gemeinden wie beispielsweise Holzgerlingen zu: "Es ist schön, dass die Altdorfer an gemeindeübergreifenden Veranstaltungen teilnehmen."

Artikel vom 31. März 2013