Skater in Altdorf

Altdorfer Skatepark im Gewerbegebiet?

Nach langem Hin und Her einigt sich der Gemeinderat auf einen neuen Standort - Die Grundstücke sind allerdings noch in Privatbesitz

"Nach fast vier Jahren sollte endlich ein Knopf an das Thema gemacht werden", fordert Arnd Rehn (BWV) und spricht damit der jugendlichen Zuhörerschaft in der Ratssitzung am Dienstag aus der Seele. Ein "Freizeitangebot mit Zukunft" (Miriam Mickeler) wollte das Gremium den Jugendlichen schon vor vier Jahren aufbauen.

Artikel vom 20. März 2014 - 15:06

ALTDORF. Unterschätzt hatten bei dem Vorhaben wohl alle, wieviel Konfliktpotential in der Standortfindung eines Skateparks liegt. "Klar muss man etwas für die Jugend tun - aber nicht vor meiner Haustüre", schien es dem Gemeinderat entgegenzuschallen.

Zuletzt äußerten Pferdehalter in einem Protestbrief massive Vorbehalte gegen den favorisierten Standort in der Schaichhofstraße (die KRZ berichtete). Dieser ist mittlerweile sowieso vom Tisch, denn eine im Boden versenkte Starkstromleitung und mangelnde Flächen vereiteln hier das Bauvorhaben. Außerdem bestehe bei den Jugendlichen selbst kein Interesse mehr, dort künftig zu skaten, berichtet Bürgermeister Erwin Heller. Das Konfliktpotential sei ihnen von vornherein zu groß und sie hätten auch keine Lust, ständig als Sündenböcke herhalten zu müssen.

Also ging die mühsame Suche nach Alternativen von vorne los. Auf den ersten Blick optimale Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Freifläche der Seewiesen, wo sich ohnehin Spielplatz, BMX-Strecke und Beachvolleyball-Feld befinden, würden aufgrund von Lärmschutzauflagen nicht in Frage kommen, erläutert Erwin Heller. Trotz so viel Ernüchterung will aber niemand den Traum von Skaterparadies in Altdorf platzen lassen. Durch die Bank alle Skateparks, die sich der Bürgermeister in den Nachbargemeinden angesehen hat, seien gut besucht und beliebt bei allen Altersklassen. So etwas soll auch den Altdorfer Jungs und Mädchen nicht mehr vorenthalten werden, da sind sich alle Ratsmitglieder einig.

Vorerst letzter Hoffnungsschimmer dafür ist eine Fläche ganz im Nordosten des Gewerbegebiets in Verlängerung des Weilemer Wegs. Zwar muss die Gemeinde dafür einen zusätzlichen Grunderwerb von insgesamt 850 Quadratmetern tätigen und somit zusätzlich zu den veranschlagten 120 000 Euro noch einmal 25 000 Euro drauflegen, dennoch scheint schein Bürgermeister Heller von diesem Ausweg angetan. Die hohen Kosten sind zwar ein Wermutstropfen, aber vertretbar, meint er.

Auch die restlichen Gemeinderäte sind voll des Lobes für den neu gefundenen Standort Weilemer Weg. "Die Akzeptanz in der Bevölkerung steht an erster Stelle. Und die ist bei diesem Standort gegeben", glaubt

Kritik an Zusatzkosten

Arnd Rehn. Seine Fraktionskollegin Miriam Mickeler lobt die weiten Gestaltungsmöglichkeiten, in die man auch die Jugendlichen einbeziehen kann. "Ich hoffe nur, dass die Leute ihren Acker hergeben", sagt sie.

Ein Dorn im Auge bleiben für Gertrud Göbel (FWV) die Kosten. "Es ist eine ganze Menge Geld, die wir da ausgeben", konstatiert sie. Ohnehin haben viele Bürgerinnen und Bürger den Eindruck, die Problematik um den Skatepark sei ein "Luxusproblem einer armen Gemeinde". Sie hoffe auf eventuelles Einsparpotential beim Bau der Anlage, so könne man die Jugendlichen bei der Begrünung der Anlage mitarbeiten lassen, schlägt sie Erwin Heller vor. "Das schafft gleichzeitig Identität."

Der Skatepark am Rande des Gewerbegebiets kommt sicher auch den Kindern entgegen, ist Katarina Creuzberger (BWV) überzeugt: "Jugendliche wollen nicht zentral in Seh- und Hörweite sein." Der dezentral gelegene Platz sei ideal.

Es gibt allerdings auch weniger euphorische Stimmen: Albrecht Brenner (AF) glaubt, die Standortalternative liege zu dezentral und sei für kleinere Kinder deshalb ungeeignet. "Wenn wir schon so viel Geld ausgeben, dann muss es eine Anlage für alle sein", macht er deutlich. Alternativen schon nach wenigen kritischen Stimmen zu verwerfen, hält er für falsch. Angesichts der hohen Kosten erwartet sein Fraktionskollege Hans Haas auch Kritik aus der Bevölkerung.

"Das Leben besteht eben aus Kompromissen", resümiert Erwin Heller vor der Abstimmung für oder wider den Skatepark am Weilemer Weg. Tatsächlich wird dieser allseits akzeptiert.

Für Freudensprünge seitens der Jugend ist es trotzdem immer noch zu früh: solange der finanzielle Rahmen noch nicht genau feststeht und die Landwirte ihren Grund und Boden nicht abgetreten haben, bleibt der Skatepark ein Hindernisparcours für den Altdorfer Gemeinderat.