750 Jahre Sindelfingen

Dreikampf-Tradition lebt endlich wieder auf

Ausdauersport: Triathlon mit riesigem Sommerfest im Sindelfinger Badezentrum am Samstag - Familienprogramm zum 750. Stadtjubiläum

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    Karen und Axel Stahl / Foto: Rebstock

1983 nahm alles seinen Anfang, als die Gewichtheber im VfL Sindelfingen in ihrer Stadt den ersten Triathlon auf die Beine stellten. Sindelfingen avancierte zur Triathlon-Hochburg, mehr als 1000 Teilnehmer an zwei Tagen waren zeitweise am Start. Nach jahrelanger Pause wird der Dreikampf nun wieder zum Leben erweckt.

Artikel vom 04. September 2013 - 15:42

SINDELFINGEN. 1000 Meter im Wasser, 54 Kilometer auf dem Rad und neun zu Fuß galt es bei der ersten Auflage des Sindelfinger Triathlons zu bewältigen. Das Ziel befand sich damals beim Wasserturm, das Bernd Baumann, Mittelstreckler bei den Sindelfinger Leichtathleten, nach 2:42:06 Stunden als erster der insgesamt nur zehn Starter erreichte. Im Jahr darauf stand Axel Stahl auf dem obersten Treppchen, und er ist es auch, der die traditionsreiche Veranstaltung gemeinsam mit dem Sportamt der Stadt Sindelfingen und dem Badezentrum wieder aufleben lässt.

"Das hat sich im Jubiläumsjahr einfach angeboten", sagt Ausdauerexperte Axel Stahl, der ganz ins Schwärmen gerät, wenn er von den goldenen Zeiten spricht, die Sindelfingen in Sachen Triathlon erlebt hat. Eine richtige Dreikampf-Hochburg sei die Daimlerstadt in den 90er-Jahren gewesen, und auf die teilweise 1000 Teilnehmer an zwei Tagen war man mächtig stolz. "Am ersten Tag waren die Jedermänner dran, am zweiten die Liga", erzählt Axel Stahl, der es im Trikot des VfL beim Ironman in Roth einst auf den zehnten Platz schaffte. Mit ihm, dem deutschen Meister Joachim Bock, Norman Stadler, Thomas Hellriegel und Holger Lorenz hatte der Verein echte Ausdauergranaten in seinen Reihen.

Im Laufe der Jahre wurde der Triathlon immer wieder auf unterschiedlichen Strecken ausgetragen, zeitweise wurde auch in Böblingen geschwommen, während sich das Ziel auf dem Sindelfinger Marktplatz befand. Noch vor der Jahrtausendwende wurde die Veranstaltung eingestellt, und seither hat sich niemand mehr an die Ausrichtung eines Triathlons im Kreis gewagt.

Am Samstag soll sich dies mit dem Kreissparkassen-Jedermann- und Staffel-Triathlon ändern. 300 Einzel-Startplätze wurden ausgeschrieben, und bis auf den letzten sind alle ausgebucht, zusätzlich gehen noch 30 Staffeln an den Start. "Das ist sensationell, wenn man sich anschaut, wie die Zahlen bei anderen Veranstaltungen im Jedermann-Bereich derzeit sind", hat sich Stahl riesig über den Ansturm gefreut. Vor allem aber auch über die Tatsache, dass 35 Teilnehmer dabei sein werden, die schon damals beim Triathlon am Start waren. Unter anderem der ehemalige Gewichtheber Wolfgang Seel, der bei der ersten Auflage Dritter wurde und nun mit seinen 74 Jahren sicherlich dem einen oder anderen Jüngeren etwas vormacht. Aber auch sonstige bekannte Namen wie Christian Gangl, Erster Bürgermeister der Stadt Sindelfingen, der mit seinem Sohn Matthias ebenso ein Vater-Sohn-Duo bildet wie VfL-Sportmanager Harry Kibele mit seinem Michael, sind in der Startliste zu finden. Außerdem Werner Dinkelacker von Schönbuch Bräu, Frank Fausel von der Kreissparkasse, das Garagenteam um Gerhard Mitter und das Pink Power sind vertreten. Ansonsten werden sich am Samstag etliche Triathlon-Neulinge in und rund um das Sindelfinger Badezentrum tummeln. "Es ist schön, wenn sich so viele Neue für diesen Sport begeistern", ist Stahl angetan.

"Das ist ein Jedermann-Triathlon und keine Weltmeisterschaft"

Beginn der Veranstaltung ist um 11 Uhr, dann gehen die ersten Sportler im 50-Meter-Becken des Freibades ins Wasser, wobei es insgesamt sieben Startgruppen bei den Einzelstartern gibt, die in 20-Minuten-Abständen starten. Jeweils zu sechst geht es auf eine Bahn, wo die geforderten 500 Meter möglichst schnell zurückgelegt werden sollen. Direkt im Anschluss spurten die Teilnehmer zur Wechselzone und aufs Rad, mit dem es auf einer 17 Kilometer langen Runde durch den Sindelfinger Wald geht. "Ich finde die Strecke total interessant, sie hat immerhin 234 Höhenmeter, und man muss schon seinen Kopf einschalten", erklärt Stahl. Bis auf einen kleinen Abschnitt führt die Strecke komplett auf geteerten Wegen, ist also auch gut mit dem Rennrad zu befahren. Ansonsten sind die Teilnehmer frei in der Radwahl, "Hauptsache, es ist verkehrstauglich", so Stahl, der auch an die Vernunft der Starter appelliert. "Das ist ein Jedermann-Triathlon und keine Weltmeisterschaft, ich hoffe, das wissen alle. Vor allem im Wald kann es halt auch sein, dass den Teilnehmern der eine oder andere Samstagsradler entgegenkommt. Deshalb gilt das Rechtsfahrgebot", betont der Veranstalter.

Wieder am Badezentrum angekommen, geht es in die nächste Wechselzone, wo so schnell wie möglich die Laufschuhe geschnürt werden müssen, um sich auf die verbleibenden vier Kilometer zu machen. Die Laufstrecke ist in weiten Teilen die des Werkstadtlaufes, führt durch den Sommerhofenpark und natürlich wieder zurück ins Freibad. Dort wartet dann direkt am 50-Meter-Becken das Ziel. Der letzte Startschuss an diesem Samstag fällt um 13.20 Uhr für die verbleibenden Staffeln.

Während dessen steigt bereits das umfangreiche Rahmenprogramm im Badezentrum, für das an diesem Tag kein Eintritt verlangt wird. Hierzu gehört unter anderem das Kinderturnmobil mit zehn Stationen (ab 10 Uhr), Aqua-Zumba im Südbecken (12 und 14 Uhr), das AOK-Rutsch'n'Run (15 Uhr) und das Kinderschatztauchen (15.30 Uhr) sowie ein Turmspringwettbewerb (18.30 Uhr) und das EDAG-Hochsprungmeeting (19.30 Uhr). Ein fulminantes Musikfeuerwerk, bei dem der Sprungturm mit eingebunden wird, rundet den Tag ab 22 Uhr ab. Für Unterhaltung sorgt ab 18.45 Uhr die Antenne 1-Band.