750 Jahre Sindelfingen

Farbenpracht und Gänsehautgefühle

DRK-Mädels in Retro-Tracht und weitere Fest-"Figuren": Kleiner Nachklapp zu einem großen Sindelfinger Jubiläums-Wochenende

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    Wäre das nicht auch mal was für den Ratssaal? Die Gemeinderäte im Sonntagsstaat
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    . . . und einmal beim Daimler vor einem Tonmodell eines Phantasy-Police-Cars
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    In ihren alten Trachten haben die DRK-Mädels im Stadtbild eine prima Figur abgegeben. "Mütterlich", "vertrauenserweckend", "sympathisch" und ähnlich fielen die vielen Kommentare der Zeitgenossen auf dem Zeitspaziergang aus Fotos: Bischof/Dannecker
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    Mit Mutters Klapprad: Sabine Sommer
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    Axel Finkelnburg als doppelter Sindolf - einmal auf der Rückbank im Pflieger-Bus . . .

Foto-Motive und Festtags-Gefühle: Kuchenritt, Zeitspaziergang und "Sindolfs Traum" haben dem Sindelfinger Jubiläumswochenende Glanzlichter aufgesetzt. Anlass für einen kleinen Nachklapp in Splittern.

Artikel vom 24. Juli 2013 - 15:30

So hübsch war das DRK selten. Sie waren gewiss einer der Blickfänge des Zeitspaziergangs: acht DRK-Mädels, die am Wochenende weiße Poloshirts und rote Hosen gegen jene Tracht ausgetauscht haben, wie man sie beim Roten Kreuz von den 1920er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg getragen hat. Die Kleider in hellblau mit weißen Streifen, die Schürzen im weißesten Weiß, dazu schmucke Häubchen: Birgit Bux, Leiterin der Sanitätsbereitschaft, hat auf das Outfit im Retro-Design "nur positive Reaktionen bekommen". "Mütterlich", "vertrauenswürdig", "anheimelnd", "sexy", so die Kommentare. Während die DRK-Männer ihre Uniformen nachmachen ließen, griffen die DRKlerinnen selber zu Nähmaschine und Faden. "Wir haben in der Waldenbucher Straße drei, vier Maschinen gehabt und alles selber gemacht", lacht Birgit Bux. Als Vorlage für die Trachten galt zum einen ein Original aus dem DRK-Museum in Geislingen. Zum anderen wurde in der Bereitschaft ein Stapel alter Klamotten gefunden, die um Kragen und Schürzen ergänzt worden sind. Die kleinen Rotkreuzchen wurden aufgestickt. Ob man die DRK-Damen mal wieder so adrett sieht, irgendwann irgendwo? Die 50-Jährige will es nicht ausschließen. "Vielleicht beim Tag der offenen Tür oder beim Pferdeumzug", überlegt Birgit Bux. Die weiß freilich, dass die aktuelle DRK-Einsatzkleidung im Einsatzfall praktischer ist. Wenn dir beispielsweise ein Pferd auf den Fuß tritt, ist die Stahlkappe in den Sicherheitsstiefeln nicht schlecht . . .

Klapprad-Kilometer. Unzählige Kilometer hat Sabine Sommer, Assistentin des künstlerischen Leiters, mit ihrem Klapprädle abgespult zwischen allen Auftrittsorten. "Das Adrenalin hat die Gangschaltung ersetzt", lacht die Magstadterin, die trotz der Anstrengung wirkt, als ob sie jederzeit wieder ein Festwochenende mitorganisieren wollte. "Jetzt, wo man die Leute, die Erfahrung und das Netzwerk hätte, muss man wieder aufhören", grinst sie. Das sei wie bei einem Kind, das man großgezogen hat und das dann geht. Und bis man dann endlich Enkel hat, sind die Zeiten wieder ganz andere."

Kappen und T-Shirts als Schülerstolz. Die Begeisterung der Kinder, die Farbenpracht ihrer Mützen und T-Shirts, das Spalier, das die Erst-, Zweit- und Drittklässler den Viertklässlern zu deren Auftritt im Sommerhofen-Park gebildet haben, verursacht den stolzen Eltern und Sommerhofen-Grundschul-Rektorin Sabine Mundle auch heute noch "eine Gänsehaut". An dieses Gemeinschaftserlebnis, sagt die Gemeinderätin, erinnerten sich viele noch ganz lange.

Melkfett auf die Blasen? Noch lange erinnern wird sich auch einer der drei Sindolfs an seine Auftritte: Axel Finkelnburg, der in seinen Alemannenschuhen kilometerweit gelaufen ist. Oder im Pflieger als "Daimler-Pendler" mitgefahren. Da haben dann alle gegrinst, wenn der Oldie nicht ganz stilecht mit Brille und Handy hantiert hat. Am Abend hatte der Ex-Triathlet Blasen an den Füßen. Ob Melkfett geholfen hätt', wollte Finkelnburg von Triathlon-Kollegen wissen. Die denken dass ja: "Des hemmer früher no ganz woanders nagschmiert."