750 Jahre Sindelfingen

Gemeinschaftswerk aus 304 Quadraten

750 Jahre Sindelfingen: Rathausbedienstete betätigen sich kreativ

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    "Schau, da ist mein Bild!" 304 Bedienstete der Stadt Sindelfingen schufen zum 750-Jahr-Jubiläum ein Gemeinschaftskunstwerk, das im Foyer des Rathauses hängt KRZ-Foto: Thomas Bischof

Über 300 der 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Sindelfingen haben sich in einem Gemeinschaftskunstwerk verewigt, das zum 750. Stadtjubiläum entstanden ist. Gestern Mittag enthüllte OB Dr. Bernd Vöhringer das 4 mal 3,60 Meter große Gemälde im Foyer des Rathauses.

Artikel vom 30. April 2013 - 14:36

SINDELFINGEN. Das Team Stadtjubiläum um Kulturamtsleiter Horst Zecha brütete die Idee eines Gemeinschaftswerks der Stadtbediensteten zur 750-Jahr-Feier aus. Ann-Katrin Hammer von der Personalabteilung nahm die Umsetzung in die Hand. Ende März durfte jede(r) Mitarbeiter(in) ein 20 mal 20 Zentimeter großes Stück Leinwand bemalen. Vorgegeben, sagt die Koordinatorin, waren lediglich die Farben: Die Frucht des gemeinsamen Kreativakts sollte in Rot-, Orange- und Gelbtönen, den Farben des Jubiläumslogos, strahlen. Die Motive blieben den Künstlern aus der Verwaltung selbst überlassen.

"Am Anfang waren viele skeptisch", erzählt Ann-Katrin Hammer. Doch dann ließen sich über 300 Mitarbeiter vom gemeinsamen künstlerischen Schaffen gefangen nehmen. Und sie kamen nicht nur aus dem Rathaus. Auch aus den Kindertagesstätten, aus dem Regiebetrieb Stadtgrün, aus den Ortschaftsverwaltungen, aus der Musikschule und von anderen Außenposten reisten Kunstwillige an. Auch der Oberbürgermeister nahm sich zwischen der Verabschiedung eines Mitarbeiters und einer Gemeinderatssitzung eine Viertelstunde lang Zeit, um eines der Quadrate zu gestalten. "Ich bin zwar nicht der ganz große Künstler", gestand er gestern vor der Enthüllung der Kollektivarbeit, "aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht." Ann-Katrin Hammer berichtet davon, dass die Künstler durchschnittlich eine halbe Stunde lang "tiefenentspannt" an ihrem Beitrag gearbeitet hätten. Auf den Quadraten scheinen Motive und Symbole des Jubiläums oder Wahrzeichen der Stadt auf. Andere verewigten ihre Initialen auf Leinwand oder einfach das, was ihnen gerade in den Sinn kam.

Dass die Einzelbilder schließlich zum Gesamtkunstwerk wurden, ist auch Ingrid Ruppert zu verdanken. Die Kreativtrainerin vertreibt das patentierte Malsystem Quadratologo, das den Einstieg in die Malerei leicht machen soll. Die zu gestaltende Fläche ist in kleine Quadrate unterteilt. "Das", sagt Ingrid Ruppert, "nimmt Anfängern die Angst vor der leeren Leinwand."

Patentiertes Malsystem nimmt Angst vor der leeren Leinwand

Sie ist mit ihren gemeinschaftsstiftenden Kreativprojekten in Kitas, Begegnungsstätten, Firmen unterwegs. "Dadurch, dass sich viele Einzelbilder zu einem großen Ganzen fügen, entsteht immer eine positives Ergebnis", erklärt die Kreativtrainerin.

Was sie jetzt mit dem Rathauspersonal zu Wege gebracht hat, ist ihr bislang größtes Projekt. Sie freut sich über das Ergebnis - zumal die Stadt einen stabilen Rahmen zimmern ließ, auf den die Einzelkunstwerke geschraubt sind. 1200 Löcher mussten dafür gebohrt, 1200 Schrauben reingedreht werden. Auch das, sagt Ann-Katrin Hammer, sei noch einmal ein echtes Gemeinschaftserlebnis gewesen.

"Man sieht, wie viele kreative Köpfe wir im Rathaus haben", lobte der OB die Kunstschaffenden. Er sieht das, was die 304 Kreativköpfe gestaltet haben, als "Symbol für Ihr tägliches Engagement in der Verwaltung und für die Bürger dieser Stadt".