750 Jahre Sindelfingen

Sindelfinger Stadtjubiläum: Zeit für Retro

Jubiläumsuhr von Böblinger Schülerfirma zum 750. Geburtstag der Stadt - Uhren aus Schallplatten - Auch Schallplatte feiert 125. Jubiläum

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    Die Schülerfirma "retro.BB" präsentiert ihre Schallplatten-Uhr im Retro-Stil. Für das 750. Jubiläum von Sindelfingen gab es eine Sonderanfertigung: Abgebildet sind das Rathaus, das Salzhaus und die Alte Kirche Foto: Gaetano Di Rosa

Aus alt mach neu - das dachte sich wohl auch die Schülerfirma "retro.BB". Die fünf Schüler des Otto-Hahn- Gymnasiums aus Böblingen machen Schallplatten-Wand- uhren. Anlässlich des 750. Stadtjubiläums war Projektleiter Horst Zecha von dieser Idee sofort begeistert. Nun hat auch Sindelfingen seine eigene Retro-Uhr.

Artikel vom 27. März 2013 - 14:18

SINDELFINGEN. Obwohl nur Umrisse zu erkennen sind, werden Sindelfinger sofort wissen, was auf der Schaltplatte schemenhaft abgebildet ist: Rathaus, Salzhaus und die alte Martinskirche. Passend zum 750. Geburtstag von Sindelfingen erstellten fünf Schüler aus Böblingen eine individuelle Jubiläumsuhr. Im Zuge eines Seminarfachs und in Zusammenarbeit mit der Schülerfirmen-Organisation "Junior" gründeten Niklas Knezevic, Maryan Nika, Nellie Friedrich, Esan Mustafa und Moritz Droemmer die Schülerfirma "retro.BB".

Ihr simples Grundkonzept beschreibt Nellie: "Wir wollten etwas retro-mäßiges wie eine Schallplatte in etwas Modernes verwandeln." Und aus diesem Grundgedanken entwickelte sich die Idee mit den Retro-Uhren. Besonders passend kam hinzu, dass auch die Schallplatte in diesem Jahr ihren 125 geworden ist.

"Wir haben eine sehr lange Zeit für die Ideenfindung aufgebracht" erzählt Nellie. Doch als dann klar war, dass es eine Retro-Schallplatten-Uhr wird, fing die junge Firma mit der weiteren Planung an. Durch Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums und ihrer Eltern sammelte retro.BB in einer Schulaktion Schallplatten - am Schluss waren es 200 Stück. Anfänglich haben sie die Platten in ihrer Ursprungsform gelassen, nur in eine Uhr umgebaut. Erst später kam das Ausstanzen beziehungsweise Ausfräsen der Silhouetten hinzu. Dies erledigten die fünf Schüler selbst oder mit Hilfe von lokalen Schreinern. Einer ihrer beruflichen Helfer war die Schreierei von Rainer Griesmeier aus Holzgerlingen. Die ersten Uhren konnten sie dann bereits auf dem Weihnachtsbasar in Böblingen verkaufen.

Für das Jubiläum von Sindelfingen überlegten sich die Schüler dann etwas besonderes. Um ein geeignetes Stadtmotiv zu bekommen, lief Nellie mit ihrer Kamera durch Sindelfingen, fotografierte das Salzhaus, das Rathaus und die Martinskirche und bearbeitete alles auf ihrem Computer, um eine durchgängige Skyline zu erhalten. Dieses Skyline-Abbild schickten sie nach Abtweiler in der Nähe von Kaiserslautern. Dort wurde dann eine Metall-Vorlage von einem Metallbautechniker entwickelt, der die Sindelfingen-Uhren auch gleichzeitig fräste.

Bereits 30 Retro-Uhren von Sindelfingen gekauft

Finanziert haben die Schüler ihre Uhren durch den Verkauf von 90 Anteilen ihrer Firma. "Immerhin sind wir eine Aktiengesellschaft", erklärt Nellie. Die positive Annahme ihrer Idee scheint die Jugendlichen nichtsdestotrotz etwas zu überraschen, als sie gestern zu ihren Uhren befragt und von Horst Zecha, dem Schul-, Kulturamts- und Jubiläumsprojektleiter von Sindelfingen, beglückwünscht wurden.

Zecha war der Erste, der von den Wirtschaftspaten der fünf Schüler auf ihr Uhren-Projekt angesprochen wurde. "Ich bin immer auf der Suche nach originellen Jubiläumsartikeln", sagt er. "Und diese Idee war so originell, dass die Stadt und ich sofort begeistert waren." Bereits 30 Sindelfingen-Uhren sind bestellt. Und zumindest zwei von ihnen auch schon reserviert.

"Ich werde mir auf jeden Fall eine Retro-Uhr in mein Büro hängen", sagt Sindelfingens Leiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Nadja Atwaa. Auch Zecha will sich eine für 24,90 Euro kaufen: "Ich muss aber erst noch schauen, welche den schönsten Plattenhintergrund hat." Einen Favoriten hat er aber schon, gesteht er: "Ich bin bei einer Platte von Georg Danzer hängen geblieben. Von ihm habe ich bereits ein paar Platten daheim, die würde also ganz gut in meine Sammlung passen." Zecha und die Stadt sind von den Uhren angetan - Bestellungen von Privatkunden können die Schüler ebenfalls vermelden. "Ein Kunde möchte gern eine Berlinuhr haben", sagt Nellie.

Die 30 Exemplare der Sindelfinger Jubiläumsuhr sind schon jetzt im Rathaus erhältlich. Weitere Infos rund um die Schallplatten-Uhren können auf http://www.retrobb.de eingeholt werden.