Spätester Start für die Amateurfußballer ist am 9. Mai - danach geht nichts mehr

Fußball: Der WFV legt sich in Sachen Spielordnung fest.

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    Matthias Schöck

Artikel vom 21. Februar 2021 - 10:36

KREIS BÖBLINGEN (red). Der Beirat des Württembergischen Fußballverbandes (WFV), bestehend aus den Präsidiums-, Vorstandsmitgliedern und den 16 Bezirksvorsitzenden, hat einstimmig eine Änderung der Spielordnung beschlossen. Danach sollen die Vorrunden zur Ermittlung direkter Auf- und Absteiger bis 20. Juni 2021 abgeschlossen und im Anschluss die Relegationsspiele ausgetragen werden, soweit die Corona-Pandemie eine Aufnahme des Spielbetriebs spätestens zum 9. Mai 2021 zulässt. Kann dieser Termin nicht eingehalten werden, bleibt nur der Abbruch mit Annullierung. Der Beschluss weicht vom ursprünglichen Vorschlag des Verbandsspielausschusses insoweit ab, als die Wertung der Vorrunden bereits dann möglich ist, wenn mindestens 75 Prozent aller Mannschaften einer Staffel alle Vorrundenspiele absolviert haben, in diesem Fall auf Basis der Quotienten-Regelung.

Dem Beiratsbeschluss voraus gegangen war eine Anhörung der 1594 am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine, von denen 265 Stellungnahmen eingingen. Dabei haben sich rund 45 Prozent der Vereine für den Vorschlag einer Fortsetzung der Saison 2020/21 zum nächst möglichen Zeitpunkt, spätestens aber zum 9. Mai 2021, mit Abschluss der Vorrunden und nachfolgender Relegation ausgesprochen. Weitere rund 20 Prozent der Stellungnahmen beinhalteten geringe Modifizierungen oder auch neue Vorschläge mit alternativen Lösungsansätzen. Ein Anteil von etwa 35 Prozent der Vereine möchte die Saison nicht fortsetzen, sondern sofort abbrechen und annullieren mit der Folge, dass es weder Auf- noch Absteiger gibt. Eine genauere Betrachtung der Rückmeldungen zeigt dabei, dass der ganz überwiegende Anteil der Vereine, die sich für einen sofortigen Abbruch und die Annullierung der laufenden Spielzeit aussprechen, mit der ersten Männermannschaft abstiegsgefährdet ist.

Die Gremien des WFV haben sich intensiv mit den vorgetragenen Argumenten für eine sofortige Beendigung der Saison ohne Wertung befasst. Ein Abbruch mit Annullierung zum jetzigen Zeitpunkt hätte aber zur Folge, dass damit Chancen zum Aufstieg vereitelt würden, obgleich noch die Aussicht besteht, ein sportlich faires Ergebnis herbeizuführen. Eine solche Entscheidung widerspräche nicht nur der Mehrheitsmeinung der Vereine in Württemberg, sie stünde auch nicht im Einklang mit den Regelwerken des Verbandes und wäre deshalb mit erheblichen rechtlichen Risiken verbunden. Matthias Schöck, Präsident des Württembergischen Fußballverbandes, aus Hildrizhausen erklärt dazu: "Unsere zentrale Aufgabe als Interessensvertreter unserer Vereine ist es, den sportlichen Wettbewerb bestmöglich zu organisieren. Mit dem gefassten Beschluss haben wir die Grundlage für eine sportliche Entscheidung in der laufenden Saison geschaffen. Fußball ist eine Freiluft-Sportart, und wir sehen gute Chancen dafür, mit steigenden Temperaturen wieder Fußball spielen zu können. Nach zwischenzeitlich dreieinhalb Monaten Pause ist es auch für unsere Vereine wichtig, wieder einen Trainingsbetrieb anzubieten, insbesondere im Kinder- und Jugendfußball. Ich bin sehr froh darüber, dass uns eine Mehrheit der Vereine in dieser Vorgehensweise unterstützt."

Die Vereine wurden über den Beschluss des Beirats, die Saison 2020/21 nach Möglichkeit mit einer sportlichen Wertung zu beenden, informiert. Die drei baden-württembergischen Fußballverbände wollen gleich lautende Regelungen beschließen, so dass Klarheit auch für die Oberligen in Baden-Württemberg der Männer, Frauen und Jugend besteht. Die Pokalwettbewerbe auf Verbands- und Bezirksebene werden vom Beschluss des Beirats gesondert betrachtet und könnten auch für den Fall einer Annullierung der Meisterschaftsrunden fortgesetzt werden.