Württembergischer Fußballverband diskutiert über neues Spielsystem

Fußball: Vereinsvertreter sprechen sich bei der WFV-Regionalkonferenz gegen Neueinteilung der Bezirke aus

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    Volles Haus bei der Regionalkonferenz des WFV: Unter anderem ein paar Darmsheimer hatten sich auf den weiten Weg nach Wehingen gemacht Foto: red

Artikel vom 06. Dezember 2019 - 16:36

KREIS BÖBLINGEN (red). 120 Vereinsvertreter und Funktionäre aus den Bezirken Alb, Böblingen/Calw, Nördlicher Schwarzwald und Schwarzwald waren am Donnerstagabend nach Wehingen (Tuttlingen) zur Regionalkonferenz des Württembergischen Fußballverbands (WFV) gekommen. Dort wurde über die mögliche Reform des Spielsystems und der Verbandsstrukturen informiert und diskutiert.

"Ich freue mich über die große Beteiligung, denn heute ist unser Tag", leitete WFV-Vizepräsident Steffen Jäger mit Blick auf den internationalen Tag des Ehrenamts ein. "Wir fassen heute keinen Beschluss, aber es ist uns sehr wichtig, in den Regionalkonferenzen die Meinung der Vereine zu hören. Die ,Kommission Verbandsstruktur' benötigt ein repräsentatives Stimmungsbild als Grundlage für einen Abschlussbericht, der in eine Beschlussvorlage für den Verbandstag 2021 mündet."

Spielsystem mit 16 Bezirksligen steht vor dem Aus

Im Mittelpunkt der Diskussion standen wie bei den bisherigen Veranstaltungen die von der "Kommission Verbandsstruktur" vorgeschlagenen alternativen Spielsysteme in den Varianten 1-4-12 und 1-3-9. Für ein eindeutiges Meinungsbild sorgten die Teilnehmer bei der Frage, ob das aktuelle Spielsystem mit einer Verbandsliga, vier Landesligen und 16 Bezirksligen (1-4-16) zukunftsfähig ist. Dafür gab es keine einzige Stimme. Welche jedoch für die Anwesenden die bessere Alternative ist, das wurde nicht eindeutig klar. 56 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf ein Modell ausgehend von einer Verbandsliga mit einem Unterbau von vier Landesligen und zwölf Bezirksligen, dem Modell 1-4-12. Immerhin 44 Prozent der Teilnehmer favorisieren das Modell 1-3-9. Für große Bedenken bei den Vereinen sorgen vor allem die vermeintlich wesentlich weiteren Fahrstrecken zu den Auswärtsspielen. Kommissions-Vorsitzender Steffen Jäger versuchte jedoch die besorgten Vereinsvertreter zu beruhigen: "Wir sprechen beispielsweise im Modell 1-4-12 von weiteren Fahrstrecken erst ab der Bezirksliga aufwärts, also dort, wo auch schon bisher Leistungsfußball gespielt wird. Und auch hier geht es im Durchschnitt um lediglich rund 20 Mehrkilometer pro Spieltag."

"Wenn wir schon notwendigerweise die Strukturen anfassen und auf die Zukunft ausrichten, dann sollten wir nicht mit einem Kompromiss anfangen. Eine 1-3-9-Lösung bietet ein optimales Spielsystem und würde beispielsweise die Ungerechtigkeit hinsichtlich der vielen Absteiger komplett auflösen", plädierte ein Vereinsvertreter aus dem Bezirk Nördlicher Schwarzwald und erhielt dafür langanhaltenden Applaus.

Dafür, dass die bisherigen Bezirke so bleiben sollen, wie sie sind, sprachen sich 61 Prozent der Teilnehmer aus. Bei den beiden vorhergegangenen Regionalkonferenzen in Neenstetten und Heilbronn hatten sich dagegen 83 und 91 Prozent für eine Neueinteilung der Bezirke ausgesprochen.