In Herrenberg umfasst das weiträumige Verbot zum Abfackeln von Feuerwerkskörpern den größten Teil der Kernstadt. Foto: Stadt Hbg

Wie schon in früheren Jahren erlässt die Stadt Herrenberg zu Silvester wieder ein Feuerwerksverbot in der Altstadt. Hintergrund ist der Schutz brandgefährdeter Fachwerkhäuser sowie der Stiftskirche.

Zwei Jahre lang führte Corona Regie und machte größeren Menschenansammlungen von vornherein einen Strich durch die Rechnung. Auch das kollektive Krachenlassen zu Silvester musste deshalb zuletzt entfallen oder sich auf den privaten Rahmen beschränken. Wenn es nun vielerorts wieder weitreichende Einschränkungen und Böllerverbote gibt, dann hat dies nicht mit Corona, sondern mit einer Bundesregelung zu tun. Nach einem Brand in der Tübinger Altstadt in der Silvesternacht 2008/2009, ausgelöst durch eine Rakete, gibt es seit 2009 ein allgemein gültiges Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe von Kirchen und brandempfindlichen Gebäuden wie Fachwerkhäusern. Auch bei Kinder- und Altersheimen dürfen keine pyrotechnischen Gegenstände gezündet werden, ebenso wenig vor Tankstellen oder in der Nähe von Oberleitungen.

Herrenberg Die Stadt Herrenberg weist darauf hin, dass dieses Verbot in der gesamten Herrenberger Altstadt gilt. Das Gebiet der Altstadt wird in Herrenberg definiert als der komplette Stadtbereich unterhalb des Schlossbergs, der von der Einmündung Am Joachimsberg – Stuttgarter Straße über den Seelesplatz und die Seestraße weiter zum Reinhold-Schick- Platz und via Hindenburgstraße bis zum Hasenplatz und zum Schlossberg-Aufgang eingefasst wird. Mit zur Verbotszone gehören auch der Vorplatz der Stiftskirche und das Hofscheuer-Areal. Bei Fachwerkhäusern außerhalb dieses Bereichs gilt das gesetzliche Abbrennverbot in einem vergleichbar großen Abstand, so die Stadt.

Verbot gilt für Stadtbereich unterhalb des Schlossbergs

Böblingen In der Kreishauptstadt besteht kein Böllerverbot, das über die geltenden Bundesgesetze hinausgeht. Dort regelt die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz, dass „das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen“ verboten ist. In der Vergangenheit war der Bereich um die Böblinger Stadtkirche allerdings immer ein beliebter Treffpunkt für die Silvestersause.

Sindelfingen Auch in der Daimlerstadt orientiert sich das Verbot an den Maßgaben des Bundes. Die historischen Gebäude in der Altstadt gelten als besonders brandgefährdet. Auch außerhalb des streng geschützten Altstadtbereichs sowie in Maichingen und Darmsheim stehen Fachwerkhäuser, in deren unmittelbarer Nähe keine Feuerwerkskörper angezündet werden dürfen. Traditionell traf sich das Partyvolk vor Corona in Sindelfingen rund um den Wettbachplatz und den Marktplatz. Dies dürfte auch an Silvester 2022 der Fall sein.

Holzgerlingen In der 13 000-Einwohner-Gemeinde auf der Schönbuchlichtung sieht man keinen Bedarf an zusätzlichen Einschränkungen: „Ein Böllerverbot hat es in Holzgerlingen bisher nicht gegeben, und es ist auch in diesem Jahr keines geplant.“

Waldenbuch In Waldenbuch gilt für den Bereich der historischen Altstadt an Silvester und Neujahr ein Verbot zum Mitführen, Abschießen und Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen.