Die Stadt Holzgerlingen will ein Gegenangebot zum privaten Böllern machen. Foto: Stefanie Schlecht

Ein zentrales Feuerwerk soll in Holzgerlingen die Silvesternacht sicherer und entspannter machen. Der bekannte Pyrotechniker Joachim Berner kreiert die Show. Der Feuerwehrkommandant hat eine klare Meinung dazu.

Die Stadt Holzgerlingen wird Silvester in diesem Jahr etwas anders begehen als in der Vergangenheit: Mit einem zentralen Profi-Feuerwerk will die Gemeinde versuchen, Müll und Lärm zu reduzieren. Für die Feuerwehr und Blaulichtorganisationen sei die Silvesternacht mit viel Arbeit verbunden, sagt der Holzgerlinger Feuerwehrkommandant Markus Rath. Kein Wunder sei es also, dass Kommunen wie Holzgerlingen bestrebt seien, die Silvesternacht zu entschärfen.

Auf Instagram bewirbt auch der Holzgerlinger Bürgermeister Ioannis Delkaos kurz vor Neujahr die Aktion, die ab 23 Uhr auf dem Rathausplatz stattfinden soll. Das zentrale Feuerwerk solle verhindern, dass geböllert werde, die Straßen vermüllt oder gar Menschen verletzt werden und die Umwelt leiden müsse. Der Ehninger Pyrotechniker Joachim Berner, der unter anderem die „Flammenden Sterne“ in Ostfildern oder das Seenachtfest in Konstanz gestaltet hat, kreiert die Show. Finanziert wird das Musikfeuerwerk von der Bürgerstiftung.

Bei dem Holzgerlinger Feuerwehrkommandanten kommt der Vorstoß der Verwaltung gut an: Statt Verboten werde ein Angebot an die Bürgerinnen und Bürger gemacht, die nicht auf ein Feuerwerk verzichten wollen, um das neue Jahr einzuläuten. Ganz ohne eigene Kosten oder Müll. „Das ist eine feine und offene Möglichkeit, ein professionelles Feuerwerk zu genießen“, sagt Rath.

Wird das zentrale Feuerwerk von der Bevölkerung angenommen?

Ob diese von der Bevölkerung auch tatsächlich wahrgenommen und angenommen werde, müsse sich zeigen. „Ich kann es nur hoffen“, sagt der Kommandant. Auch auf dem Rathausplatz werden die Einsatzkräfte an Silvester zur Sicherheit präsent sein.

Von Bränden in der Silvesternacht sei Holzgerlingen lange Zeit verschont geblieben. Erst in den vergangenen Jahren kommt es laut dem Feuerwehrkommandanten vermehrt zu Bränden. Grund dafür: Die Menschen seien unachtsam oder unterschätzten die Gefahren. Vor allem zu Heckenbränden würden die Feuerwehrleute gerufen, zunehmend hätten sie es auch mit glimmenden Resten von Feuerwerksbatterien zu tun. „Diese stehen teils alleine und verlassen auf der Straße und glimmen vor sich hin“, erzählt Rath. Das Ärgerliche: Oft würde es bereits reichen, eine Flasche oder einen Eimer Wasser darüber zu schütten.

Feuerwerksreste, die nicht richtig abgelöscht oder ausgekühlt sind, setzen dann auch Mülltonnen und Container in Brand. „Richtig gefährlich wird es dann, wenn die Mülleimer in der Nähe von Gebäuden, Fahrzeugen oder Ähnlichem stehen, wo das Feuer schnell übergreifen kann“, sagt Rath. Der Feuerwehrkommandant empfiehlt daher, die Feuerwerksreste im Freien abkühlen zu lassen und erst dann zu entsorgen.