In Dänemark ruft ein Zoo zu Haustier-Spenden als Futtertiere auf. Der Wilhelma-Chef rät hingegen, sich die Anschaffung von Tieren vorab gründlich zu überlegen.
Vor kurzem hat der Zoo im dänischen Aalborg für die Spende von Haustieren geworben, um sie an seine Raubtiere zu verfüttern. Wie sieht es mit Haustierspenden an den Stuttgarter Zoo aus? „Wir haben selber Futtertiere“, stellt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin klar. Der Stuttgarter Zoo brauche keine Tierspenden. „Wir rufen auch nicht dazu auf“, betont er. Durch die eigene Zucht sei die Wilhelma nicht auf so etwas angewiesen. Die Wilhelma füttert aus ihrem Bestand im übrigen nur gesunde Tiere, wie etwa Zebras und Giraffen beispielsweise an Löwen und Krokodile bekommen Ratten und Mäuse. Kölpin kennt auch keine deutschen Zoos, die gezielt Tierspenden annehmen oder dazu aufrufen würden. Das sei ihm völlig neu.
Dänischer Zoo wirbt für Haustier-Spenden
Auf seiner Website hatte der Zoo in Dänemark den Aufruf zur Tierspende gestartet. In den sozialen Netzwerken hatte er auch dafür geworben, kleinere Haustiere zu spenden, etwa Hühner, Kaninchen oder Meerschweinchen als wichtiger Bestandteil der Nahrung der Raubtiere, so die Einrichtung auf Instagram. Wer ein gesundes Haustier abzugeben habe, könne es spenden. Besonders Luchse benötigten ganze Beutetiere, die sie an Tiere erinnerten, die sie in freier Wildbahn jagen würden.
Wilhelma berät Interessierte über Haustiere
Der Stuttgarter Zoodirektor appelliert an die Tierhalter. „Es sollte sich jeder vorher genau überlegen, Haustiere zu halten.“ Man berate gerne diejenigen, die sich für ein Haustier entscheiden möchten. Wer dennoch ein Haustier übrig habe, müsse es an eines der Tierheime abgeben. Wer Haustiere hält, muss teils mit deren langen Leben rechnen, da sie umsorgt werden müssen: Eine Maus lebt beispielsweise nur zwei bis drei Jahre, aber eine Schildkröte etwa bis zu 70 Jahre. „Bei uns kann man gerne nachfragen, wie komplex so eine Haltung ist“, sagt Kölpin. Und gerade in der Urlaubszeit sei es oft problematisch, eine verlässliche Versorgung zu finden für die Haustiere.
In der Wilhelma werden eigene Tiere verfüttert
Der Großteil des verfütterten Fleisches in der Wilhelma werde aus externen Quellen bezogen. Im Stuttgarter Zoo werden auch Tiere aus dem eigenen Bestand verfüttert, wie Antilopen oder Rinder an Löwen und Co.. Wilhelma-Chef Kölpin beteuert, dass dies „bestes Biofleisch“ sei, da die Tiere stress- und schmerzfrei in einer kontrollierten Umgebung gehalten werden.
Gleichzeitig betont Kölpin die Bedeutung des Artenschutzes: Zoos tragen die Verantwortung, Reservepopulationen gefährdeter Arten zu schaffen. Dies stehe im Widerspruch zu Tierschutzorganisationen wie Peta, die eine Beendigung der Zucht in Zoos fordern. Werden Tiere aus der Population herausgenommen, dann in einem Alter, in dem es auch in der Natur geschehe, erklärt Kölpin. Bei Jungtieren sei das die Zeit, in der sie auch in der Natur die Eltern verlassen würden. Noch mehr Informationen zur Raubtierfütterung in der Stuttgarter Einrichtung gibt es hier nachzulesen:
Kölpin spricht sich außerdem für Tierpatenschaften in der Wilhelma aus, wenn man sich nicht sicher sei, ob man sich ein Haustier zulegen möchte. Paten können ihre Tiere im Zoo problemlos jederzeit besuchen. In der Wilhelma gibt es mehr als 1400 Tier- und Pflanzenpatenschaften. Der Stuttgarter zoologisch-botanische Garten ist mit seinen rund 11000 Tieren und 1200 Arten einer der artenreichsten Zoos in Deutschland und weltweit.