In Jena, Standort von Jenoptik, gibt es inzwischen ein Denkmal für Lothar Späth. Dort startete der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg eine zweite Karriere als Unternehmenschef. Foto: privat

Wer sich hoch verschuldet, verliert auf Dauer politische Gestaltungsmacht, meint Reiner Ruf.

Lothar Späth genießt bei Menschen, deren Baden-Württemberg-Wissen über den Teller „Spätzle mit Soß“ hinausreicht, noch immer einen vorzüglichen Ruf. Gerade jetzt, in einer Zeit der Wirtschaftskrise, wird der ideenreiche Antreiber der Landespolitik vermisst. Nicht ohne Grund beruft sich CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel regelmäßig auf den Ministerpräsidenten der Jahre 1978 bis 1991. Jedoch, um den Dichter Friedrich Hölderlin – einen ganz anderen schwäbischen Mythos – zu variieren: Wo Rettung ist, wächst das Liederliche auch. Späth besorgte sich auf dem Kreditmarkt Geld, überließ Zins und Tilgung aber seinen Nachfolgern. So hinterließ er eine Spur verantwortungsloser Finanzpolitik, die 40 Jahre zurückreicht. Dabei lässt sich nicht sagen, dass Staatsschulden damals noch kein Thema gewesen wären.

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