Bereits zum sechsten Mal beteiligt sich der Landkreis an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Foto: Eibner-Pressefoto

Vom 16. bis zum 29. März finden im Kreis Böblingen die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Mehr als 60 Veranstaltungen sind geplant. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen.

Rassismus ist kein Randthema – auch nicht für junge Menschen. Er zeigt sich im Schulalltag, in Gesprächen und in sozialen Netzwerken. Oft zeigt er sich unterschwellig, manchmal offen. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu stärken – damit sie Diskriminierung erkennen und dagegen vorgehen können. Genau hier liegt der Fokus der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus im Landkreis Böblingen.

Mit einer Auftaktveranstaltung am 16. März, um 11 Uhr im Kaufmännischen Schulzentrum Böblingen beginnen die Aktionswochen, die im Landkreis bereits zum sechsten Mal stattfinden. Der Sozialdezernent Dusan Minic und Schulleiterin Uta Berner eröffnen die Veranstaltung. Hauptredner ist der Rassismus-Experte und Hochschullehrer Professor Karim Fereidooni aus Bochum, der seit Jahren zum Thema Rassismus im Bildungssystem forscht. Seine klare Botschaft: „Es gibt keine Schule ohne Rassismus.“

Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionswochen, die das Amt für Migration und Flüchtlinge ausrichtet und der Verein Böblingen bleibt bunt koordiniert, steht das Thema Menschenwürde sowie Rassismus und Rechtsextremismus. Besonders Schülerinnen und Schüler sollen erreicht werden. „Es geht nicht um Verbotsdebatten, sondern darum, junge Menschen zu stärken, Rassismus zu erkennen, ihn zu benennen und ihm auch in sozialen Medien entgegenzutreten“, betont Dusan Minic, der auch Vorsitzender des Vereins Landkreis Böblingen bleibt bunt ist. „Mit der Auftaktveranstaltung wollen wir ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung an Schulen“, sagt er.

Große Beteiligung bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus

„Das Engagement im Landkreis ist groß“, betont die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Carolina Monfort Montero. Aktuell sind 56 Veranstaltungen von Städten, Gemeinden, Initiativen und Vereinen geplant. Weitere kommen laufend hinzu. „Wir werden auch in diesem Jahr die 60er-Marke übersteigen,“ sind sich die Organisatoren sicher.

Dusan Minic ist seit November 2021 Sozialdezernent des Landkreises Böblingen. Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

„Wir treffen den Nerv der Zeit“, sagt Minic. Im Kreis Böblingen sei die Beteiligung besonders hoch, viele Partner seien seit Beginn an dabei. Das Programm reicht von Kochworkshops für Jugendliche, über Einblicke ins junge, jüdische Leben bis zu einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. Auch eine Frauendisco, ein Graffiti-Workshop, die Filmvorführung „Die Möllner Briefe“ sowie eine Veranstaltung zum Thema „Fachkräfte gewinnen und halten“ stehen auf dem Programm. „Das Thema Rassismus ist nach wie vor hochaktuell“, so Minic. Die große Zahl an Unterstützenden sei außergewöhnlich, lobt er.

Finanziert wird die Arbeit durch den Landkreis Böblingen, durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Zusätzlich werden 22 Projekte und Initiativen über den Integrationsfonds der Kreissparkasse Böblingen unterstützt. Die europaweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus laden dazu ein, Haltung zu zeigen, miteinander ins Gespräch zu kommen und ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Unter www.lkbb-bb.de sind die Veranstaltungen im Kreis Böblingen aufgeführt und es kann mit den Veranstaltern Kontakt aufgenommen werden. Darüber hinaus wird auf der Homepage sowie auf Instagram laufend über alle Veranstaltungen und Mitmachaktionen berichtet.