Konzertbesprechung Duo Anton Tkacz und Clara Emilia Teuffel, 29.11.2025, St.Veit, Waldenbuch. Genau drei Jahre nach dem Debut der beiden jungen KünstlerInnen in Waldenbuch mit Zoltan Kodalys hinreißendem Duo, konnten die Veranstalter die beiden MusikerInnen für ein Konzert mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm mit Musik des 20. und 21. Jahrhunderts gewinnen.
Gleich in der ersten Programmhälfte zeigte sich das Duo mit dem musikalischen Märchen „Ferdinand, der Stier“ für Sprecherin und Solovioline des Engländers Alan Ridout von seiner jungen, dynamischen und äußerst sympathischen Seite.
Mit viel Charme, professionell mit Headset ausgestattet, erzählte die Cellistin Clara Emilia Teuffel das hochaktuelle Märchen von Munro Leaf vom Stier, der nicht kämpfen wollte. Der Geiger Anton Tkacz spielte ausdrucksvoll die hochvirtuose Musik dazu, eine farbige und witzige Vertonung des Märchens.
Der Konzertabend begann mit dem Duo Nr.1 für Violine und Violoncello des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinu, das die Zuhörer vom ersten Moment an aufhorchen ließ. Denn anders als der 1. Satz Preludium suggerierte, entfaltete sich die Musik aus einer zarten melodischen Keimzelle, verzweigte sich in expressive melodische Umschlingungen, um am Ende in einem schier endlosen langen Schlusston zu verebben.
Im nachfolgenden, typisch böhmisch-musikantischen Rondo, mit einer Hommage an Beethovens G-Dur Violinsonate op.30 Nr.3, steht im Zentrum ungewöhnlicherweise eine ausgewachsene Kadenz für Cello solo. Clara Emilia Teuffel nahm sich die Zeit, um alle Raffinessen und technischen Herausforderungen mit größter musikalischer Durchdringung auszuloten und bravourös zu meistern. Anton Tkacz antwortete mit großem intensiven Geigenton, brillant und zupackend. Selten hat man Unisono Passagen in dieser stupenden Perfektion gehört.
Nach der Pause erklang „Castello interior“ des lettischen Komponisten Peteris Vasks aus dem Jahr 2013, das die beiden MusikerInnen speziell für St. Veit ins Programm integriert hatten. Die an Renaissancemusik erinnernde Mehrstimmigkeit der langsamen d-Moll Teile spielte das Duo in reinem vibratolosen Klang und perfekt ausbalancierter Intonation, man glaubte ein Streichquartett zu hören. Ihre meditative Versenkung übertrug sich auf den ganzen Kirchenraum, es herrschte atemlose Stille bis zum erlösenden und herrlich vibrierten D-Dur.
Die große 4-sätzige Sonate für Violine und Violoncello « A la memoire de Claude Debussy » markiert Maurice Ravels Weg in die Moderne.
Mit größter Selbstverständlichkeit vermittelten die jungen MusikerInnen dem Publikum diese hochkomplexe Musik, die bei der Uraufführung als unspielbar galt.
Sie erschufen eine transzendente Klangwelt, die die Grenzen zwischen Violine und Violoncello verschwimmen ließ. Mit Freude stürzten sie sich in schnelle Pizzicato-Effekte oder nahmen die jazzigen Elemente auf.
Für das Publikum war es geradezu ein Fest, dem hochvirtuosen und zugleich sensiblen Zusammenspiel zu lauschen.
Für den langanhaltenden begeisterten Applaus bedankte sich das Duo mit dem humorvollen Stück „Kleiner Wiener Marsch“ von Fritz Kreisler, bearbeitet für Violine und Violoncello von Michael Tkacz.
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