Holstein Kiel im Pokal-Viertelfinale – das klingt nicht nach einem dicken Brocken. Doch der VfB Stuttgart sollte gewarnt sein.
Der VfB Stuttgart trifft im Viertelfinale des DFB-Pokals auswärts auf Holstein Kiel, den aktuellen Tabellen-13. der zweiten Liga. Klar, der Titelverteidiger ist der große Favorit in der Runde der letzten Acht, die am 3. und 4. sowie am 10. und 11. Februar 2026 ausgespielt wird. Allerdings: Die Weiß-Roten sollten gewarnt sein - das zeigt allein schon der Blick auf die laufende Pokal-Saison.
Denn da schalteten die Kieler Störche schon zwei Erstligisten aus. In der zweiten Runde siegte der Club aus Schleswig-Holstein beim VfL Wolfsburg mit 1:0, ehe im Achtelfinale beim Hamburger SV das Weiterkommen im Elfmeterschießen gelang.
„Holstein Kiel hat in der Vergangenheit im DFB-Pokal für überraschende Ergebnisse gesorgt, deshalb wissen wir, dass im Holstein-Stadion eine große Herausforderung auf uns wartet“, sagt also der VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: „Gleichzeitig formulieren wir natürlich das Ziel, ins Halbfinale einzuziehen. Unabhängig vom sportlichen Aufeinandertreffen freue ich mich auf die Rückkehr an meine ehemalige Wirkungsstätte und das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern.“
Ein Sieg und ein Remis in der vergangenen Saison
Wohlgemuth war von Juni 2018 bis Oktober 2019 als Sport-Geschäftsführer bei Holstein aktiv – bereits in der vergangenen Bundesliga-Saison, an deren Ende Holstein abgestiegen ist, traf er mit dem VfB auf seinen ehemaligen Club. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß siegte im Heimspiel 2:1 und kam auswärts nach einem schlampigen Auftritt nur zu einem 2:2.
Holstein hinkt nun nach einem Jahr in der Bundesliga den eigenen Erwartungen in der zweiten Liga hinterher. Nach 15 Spieltagen stehen magere vier Siege zu Buche. Ein Hauptproblem, das auch am Sonntag beim 1:1 bei Eintracht Braunschweig wieder zu beobachten war, ist die extrem schwache Chancenverwertung.
Allerdings: Im DFB-Pokal läuft es rund für das Team von Trainer Marcel Rapp, der das Los namens VfB Stuttgart nun so kommentiert: „Wir freuen uns sehr über ein Heimspiel gegen einen attraktiven Gegner. Gegen den Titelverteidiger müssen wir natürlich alles daransetzen, mit den Zuschauern im Rücken für die nächste Sensation zu sorgen“, sagt der ehemalige Kapitän der Stuttgarter Kickers, der von 2007 bis 2011 als Spieler für die Blauen aktiv war: „Bei uns überwiegt die Freude über das Heimspiel.“
Und was im Pokal möglich ist im knapp 15 000 Zuschauer fassenden Holstein-Stadion, hat vor nicht allzu langer Zeit auch schon der FC Bayern erfahren müssen. Im Januar 2021 gewann Kiel im dichten Schneetreiben sensationell gegen den amtierenden Triple-Sieger im Elfmeterschießen – es ist ein Schicksal, das der amtierende Pokalsieger VfB im Februar 2026 unbedingt vermeiden will.