Gute Seele des Vereins: Gerhard Wörn hört auf. Foto: Baumann

Ein Urgestein des VfB Stuttgart tritt ab: Gerhard „Gerry“ Wörn verabschiedet sich nach 34 Jahren von der Massagebank in den Ruhestand.

Er stieß in der B-Jugend zum VfB Stuttgart, kennt den Verein als Spieler und vor allem als langjähriger Physiotherapeut in- und auswendig: Nun ist es für Gerhard Wörn an der Zeit, dem VfB Ade zu sagen. Am Samstag vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach wurde der 67-Jährige vor der Cannstatter Kurve in den Ruhestand verabschiedet. „Ich wünsche mir, dass Ihr alle dem VfB treu bleibt“, sagte Wörn in Richtung der Fans.

Warme Worte gab es von langjährigen Begleitern wie den Mannschaftsbetreuern Peter Reichert und Günther Schäfer. „Die Spieler konnten ihm alles erzählen“, berichtete Reichert. „Sie konnten immer auf ihn zugehen“, ergänzte Schäfer. „Seine Liebe zum Verein, seine Liebe zur Mannschaft waren außergewöhnlich.“

Deutscher A-Jugendmeister 1975

Zu den größten Erfolgen des Urgesteins zählte der Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft im Jahr 1975. Ein Jahr später gelang ihm unter Trainer Jürgen Sundermann der Sprung in den Profikader. Die große Profikarriere war dem aus Weil im Schönbuch stammenden Wörn jedoch nicht vergönnt. Auch auf Grund zahlreicher Verletzungen wechselte er früh in den Amateurbereich – natürlich beim VfB Stuttgart. 1980 gewann er mit dem VfB die Deutsche Amateurmeisterschaft.

Nach Stationen beim SV Neckargerach, dem Göppinger SV sowie Normannia Gmünd kehrte Wörn 1989 nach Bad Cannstatt zurück. Inzwischen als Masseur und Therapeut ausgebildet, kümmerte er sich fortan um das physische und psychische Wohl der Spieler. Wörn erlebte die größten Erfolge der vergangenen vier Jahrzehnte (drei Meisterschaften, ein Pokalsieg) genauso mit wie zwei Abstiege aus der Bundesliga.

Nun ist Schluss für den Kult-Masseur. Mit dem schönen Gefühl, noch einmal eine famose Saison miterlebt zu haben.