Köln und Karneval, das gehört zusammen – eigentlich. Der 1. FC Köln macht seinen Profis vor dem Spiel beim VfB einen Strich durch die Feier-Rechnung.
Es ist längst Usus, dass der 1. FC Köln das Liga-Spiel, das im Laufe einer Saison in die Karnevalswoche fällt, immer auswärts bestreitet. Neben hunderttausenden feiernden Jecken auch noch ein Heimspiel in der Stadt mit 50 000 Zuschauern zu stemmen, ist für alle Beteiligten ein nicht zu bewältigender Aufwand.
Dieses Jahr geht es für die Kölner am Faschings-, pardon: Karnvevalssamstag, zum VfB Stuttgart (Anpfiff 18.30 Uhr/Liveticker) – und der Auswärtstrip geht für den Tross des FC dabei früher los als ursprünglich geplant.
Denn der „Effzeh“ reist nicht wie üblich einen Tag vor der Partie, also am Freitag, in Richtung Stuttgart, sondern schon am Donnerstag. Nach dem Training in Köln am Vormittag geht die Reise bereits los – aus guten Gründen. Denn während in Köln an diesem Tag (Weiberfastnacht) einer der Höhepunkte des Straßenkarnevals steigt, soll der Fokus für die FC-Profis voll auf ihrem Spiel beim VfB liegen.
Kesslers klares Matchwort
Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler hat ein Machtwort gesprochen, damit die Geißbock-Elf dieses Jahr skandal- und unfallfrei durch den Karneval kommt. „Das war eine bewusste Entscheidung“, sagte Kessler dazu dem Kölner „Express“. Die habe er auch nicht zur Diskussion gestellt: „Wir wissen, was diese Woche in Köln bedeutet. Gleichzeitig sind wir eine Profimannschaft. Am Donnerstag trainieren wir hier und bereiten uns dann in Ruhe auf das Spiel vor.“
Es geht zunächst nach Frankfurt
Die Kölner Mannschaft fährt aber nicht sofort nach Stuttgart, sondern legt einen Zwischenstopp in Frankfurt ein. Dort wird Trainer Lukas Kwasniok am Freitag ein Training auf dem DFB-Campus leiten, ehe die Reise nach Stuttgart weitergeht. „Dafür sind wir dem DFB dankbar“, sagt Kessler.
Die Gründe für den Karnevalsbann für die Kölner Profis liegen auf der Hand. So hatte es im vergangenen Jahr einen Skandal gegeben, weil drei Spieler (darunter Linton Maina) am Weiberfastnachts-Donnerstag trotz einer internen Absprache feiern gegangen waren. Gut 48 Stunden später verlor der spätere Aufsteiger in der zweiten Liga beim Karlsruher SC (0:1), und Maina zog sich im Spiel einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. Dazu hatten sich während der Karnevalstage vier FC-Profis krankheitsbedingt abgemeldet.
In diesem Jahr also soll alles professioneller ablaufen. Erst am Montag, also zwei Tage nach der Partie beim VfB, wird das Karnevalsverbot aufgehoben. Denn da fährt der FC traditionell mit eigenem Wagen auf dem großen Rosenmontagszug durch die Stadt – am liebsten mit drei Punkten aus Stuttgart im Gepäck.