Große Teile der organisierten Fanszene des VfB Stuttgart hat Deventer noch vor dem Anpfiff des Europa-League-Spiels wieder verlassen müssen. Der VfB kritisiert die örtlichen Behörden.
Seit dem frühen Abend ist klar: Das Team des VfB Stuttgart muss im Auswärtsspiel bei den Go Ahead Eagles auf organisierten Support verzichten. Drei Busse mit Fangruppen aus der Szene musste noch vor der Ankunft in Deventer umkehren, daraufhin entscheiden auch die bereits angekommenen Gruppen, die niederländische Hansestadt wieder zu verlasen. Nun hat der VfB Stuttgart auf den Vorfall reagiert.
„Ich war die ganze Zeit vor Ort am Treffpunkt der Fans und konnte mir ein Bild von den Gegebenheiten machen. Die örtlichen Behörden haben aus für uns überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen ein Betretungsverbot für Teile unserer Fans ausgesprochen“, sagte Alexander Wehrle in einer Stellungnahme des Vereins. Der Vorstandsvorsitzende der VfB AG ergänzte: „Wir sind mit den Behörden und der Uefa im engen Austausch und drängen auf eine lückenlose Aufarbeitung der Vorkommnisse. Dieses unverhältnismäßige Vorgehen gefährdet unsere Fußballkultur.“
Bei den Personenkontrollen am Eingang des Meetingpoints der VfB-Fans, einem Brauereigelände, waren Teile der Szene ohne Kontrolle auf das Gelände gelangt. Daraufhin soll die Stadt Deventer reagiert und das angesprochene Betretungsverbot ausgesprochen haben. Drei Busse, die Deventer noch nicht erreicht hatten, mussten daraufhin umkehren. Die Gruppen, die bereits in der Stadt waren, entschieden dann, ebenfalls wieder nach Stuttgart zu reisen.
„Die Behörden von Deventer haben gegen die Insassen von drei Fan-Bussen des VfB ein Betretungsverbot für Deventer ausgesprochen. Als Grund wurde angebliches aggressives Verhalten von Fans des VfB gegenüber der Polizei am offiziellen „Fan Meeting Point“ angegeben“, heißt es in der Stellungnahme des VfB. Und weiter: „Vorstand und Präsidiumsmitglieder des VfB waren zum betreffenden Zeitpunkt vor Ort am „Fan Meeting Point“ und konnten kein entsprechendes Verhalten unserer Fans erkennen. Weitere VfB-Fans, die bereits in Deventer angekommen waren, haben sich mit den Insassen der betroffenen Busse solidarisch erklärt und haben ebenfalls die Rückreise nach Stuttgart angetreten.“
Damit bleibt der ohnehin kleine Auswärtsblog im Stadion „De Adelaarshorst“ zum Anpfiff um 21 Uhr wohl ziemlich verwaist, obwohl einige der Ultras ihre Karten an anwesende Anhänger ohne Tickets weitergeben wollten.