Zum Auftakt des Festwochenendes spricht der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart über seine Kindheit in Möglingen und gibt Einblicke in das Transfergeschehen.
Als Alexander Wehrle am Bürgerhausvorplatz von Möglingen ankommt, haben die kleinsten Fußballer des TV Möglingen gerade Training. Der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart hatte dort einst selbst mit dem Fußballspielen angefangen. „War damals schon der Kunstrasenplatz? Ich glaube, ich habe nur auf dem Hartplatz gekickt“, sagt der 50-Jährige fragend zu seinen alten Bekannten.
Denn für Wehrle ist der Auftakt des Festwochenendes zu 750 Jahren Möglingen ein Heimspiel. Seine gesamte Jugend – „in Bietigheim habe ich nur zwei Stunden nach meiner Geburt verbracht“, sagt Wehrle lachend – hatte er in Möglingen verbracht, ehe es ihn 1996 nach seinem Abitur zum Studium nach Konstanz zog. Nach seinem Master stieg er beim VfB Stuttgart ein, ehe er 2013 zum 1. FC Köln ging. Seit 2022 ist Wehle nicht nur zurück beim VfB, sondern auch wieder regelmäßiger in seiner Heimatgemeinde.
Wehrle besucht Familie in Möglingen
„Stuttgart ist ja nicht so weit weg, vorher war ich neun Jahre in Köln, da war es natürlich deutlich schwieriger“, berichtet der leidenschaftliche Ortsblättle-Leser Wehrle. Jetzt besucht er wieder regelmäßig seine Schwester, die in Tamm lebt, und seine Mutter, die noch immer in Möglingen wohnt. Dann pflegt er auch das Ritual, auf dem Friedhof vorbeizuschauen, auf dem eine gute Freundin beerdigt ist, die mit 19 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.
Das sind die Momente, in denen die rund 1200 Zuhörer des Gesprächs mit Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer (parteilos) auf der Bühne vor dem Bürgerhaus Applaus spenden. Dann, wenn sie merken, dass Wehrle einer von ihnen ist, einer, der es aus dem kleinen, beschaulichen Ort erfolgreich wurde.
„Woltemade spielt auch in der kommenden Saison bei uns“
Richtig laut wird der Beifall der vielen VfB-Fans im Publikum dann, wenn Wehrle seine jüngst gegenüber unserer Zeitung geäußerte Aussage, Stürmer Nick Woltemade bleibe auch in der kommenden Saison beim DFB-Pokalsieger, bekräftigt. „Wir geben ihn ja nicht her. Er wird auch in der kommenden Saison Fußball spielen bei uns“, betont Wehrle. Auf die Frage von Medienpartner Roland Eitel, der das Gespräch moderiert, wie solche Transferanfragen den übermittelt werden, gibt Wehrle Einblick in die Verhandlungen: „Per Telefon. Und normalerweise trifft man sich dann, aber ich habe es bislang kategorisch abgelehnt.“ Für Wehrle gibt es keinen Zweifel, dass der Nationalspieler weiter das Stuttgarter Trikot trage, außer „sie machen wirklich etwas Außergewöhnliches, dann sind wir alle Profis genug, darüber zu sprechen“, so der VfB-Chef.
Wehrle erhält Ehren-Trikot und Bierkrug für Krügelesfest
Zum Ende des rund 45-minütigen Gesprächs über seine schöne Kindheit in Möglingen, Ehrenamt und Kommunalpolitik wartet auf den Funktionär noch eine ganz persönliche Überraschung. Seine ehemalige Jugendmannschaft hat sich zusammengetrommelt, um ihm ein Trikot des TV Möglingen mit der Nummer 11 zu überreichen. Dazu wurde ihm ein eigener TVM-Bierkrug überreicht. Mit diesem kann Wehrle nicht nur, nach eigener Aussage mit dem Biertrinken beginnen, sondern ist auch automatisch Mitglied des illustren Kreises, die am traditionellen „Krügelesfest“ des Vereins teilnehmen dürfen. „Das ist eine Ehre für diejenigen, die sich jahrelang ehrenamtlich im Verein eingebracht haben oder sich in besonderer Weise verdient gemacht haben“, sagt die Abteilungsleiterin Evi Kraus. „Er ist für unsere Kinder und für unsere Erwachsenen im Verein ein Vorbild, deshalb hat er das verdient“, sagt sie weiter.
750 Jahre Möglingen
Jubiläum
Das gesamte Jahr steht unter dem Zeichen „750 Jahre Möglingen“. Seit Anfang des Jahres findet jeden Monat eine Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam mehr bewegen“ statt. „Das Herzstück des Jubiläums bildet unser dreitägiger Festakt“, sagt Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer. Nach dem dreitägigen Fest auf dem neu eröffneten Bürgerhausvorplatz geht es im September mit „Der Löscher feiert“ an der Löscherschule weiter.
Festakt
Der Auftakt machte am Freitagabend die Talkrunde mit VfB-Chef Alexander Wehrle. Am Samstag geht es ab 15 Uhr mit den Vorstellungen der Vereine weiter. Die und das Ehrenamt sollen bei den Feierlichkeiten im Mittelpunkt stehen, berichtet Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer. Am Sonntag findet um 10.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst statt. An beiden Tagen gibt es neben mehreren Auftritten und Konzerten auch eine vielfältige Auswahl an Speisen und Getränken der örtlichen Vereine.