In den kommenden Jahren soll der Backnanger Bahnhof weiter modernisiert und umgebaut werden. Auch eine Bürgerbeteiligung ist vorgesehen. Was wann geplant ist.
Die neue Stadtbrücke in Backnang ist der Auftakt zu umfassenden Umbauarbeiten am Bahnhof, die in den kommenden Jahren folgen sollen. Barrierefreiheit ist dabei nur eines von mehreren Zielen. Bis alle Gleise des Backnanger Bahnhofs problemlos mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator erreichbar sind, braucht es allerdings noch einig wenig Geduld.
Nach der aktuellen Planung wird mit der Herstellung der beiden Aufzüge an den Bahnsteigen 2/3 und 4/5 erst Ende 2025 begonnen. Während die ersten beiden Aufzüge von der Stadt montiert wurden, sind die noch fehlenden Lifte Aufgabe der Bahn. Immerhin: Sind diese beiden Aufzüge einmal montiert, wird die Barrierefreiheit am Bahnhof Backnang für die Reisenden gewährleistet.
Ohne Barrieren ein- und aussteigen
Laut aktueller Aussage der Deutschen Bahn soll im Jahr 2027 das Bahnhofsmodernisierungsprogramm II (BMP II) umgesetzt werden. Dieses umfasst insbesondere die Anhebung der Bahnsteige, um einen barrierefreien Zustieg zu den Zügen zu ermöglichen. Außerdem sollen die Bahnsteigdächer, die Möblierung und die Beleuchtung erneuert werden. Darüber hinaus soll auch die Personenunterführung aufgewertet werden.
Am Bahnhof ist ein Mobility Hub geplant
Da im Jahr 2027 auch die Erneuerung der beiden Bahnbrücken über die B 14 im Zuge des vierstreifigen Straßenausbaus geplant ist, will die Bahn die hierfür notwendigen Sperrpausen nutzen, um die entsprechenden Arbeiten im Rahmen des BMP II am und im Gleisbereich durchzuführen. „Insofern ergeben sich hieraus verbindliche zeitliche Vorgaben für die Deutsche Bahn“, sagt Backnangs Stadtsprecher Frederik Schell.
Auch die Stadtverwaltung hat einiges vor: Die städtischen Maßnahmen erstrecken sich auf die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die Verlagerung und den Neubau des barrierefreien und leistungsfähigen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) sowie die Errichtung eines Mobility Hubs im Bereich des heutigen Omnibusbahnhofs. Dort sollen künftig insbesondere ein Fahrradparkhaus, Stellplätze für Sharing-Fahrzeuge, Kurzzeitstellplätze für Bahnhofsbesucher sowie Abstellflächen für Reisebusse untergebracht werden. Sofern künftig ein zusätzlicher Bedarf an Stellplätzen im Bahnhofsumfeld besteht, könnte im Bereich des heutigen Park-and-Ride-Stellplatzes ein Parkhaus errichtet werden. Alle Einzelmaßnahmen zusammen ergeben das Projekt namens Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Backnang.
Planung geht 2025 weiter
Vor dem Umbau steht die Planung. Nachdem die Stadtbrücke fertiggestellt ist, wird die Stadtverwaltung im Jahr 2025 mit der Vorentwurfsplanung für den Neubau des Bahnhofsvorplatzes und ZOB beginnen, erklärt Schell. „Dies markiert den Start eines intensiven, mehrjährigen Planungs- und Diskussionsprozesses, bei dem wir großen Wert auf die Einbindung von Gemeinderat und Bürgerschaft legen.“
Aufgrund der Komplexität des Projekts und der notwendigen engen Abstimmung mit der Deutschen Bahn lasse sich „aus den bisherigen Erfahrungen bei vergleichbaren Projekten heute noch kein seriöser Zeitrahmen für die Umsetzung der Maßnahmen nennen“. Zudem stünden die kommunalen Haushalte in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen, weshalb eine verbindliche Aussage zum Realisierungszeitpunkt derzeit nicht möglich sei, heißt es.
Umfeld des Bahnhofs als „Tor zur Stadt“
Dem Bahnhofsumfeld komme als „Tor zur Stadt“ eine besondere städtebauliche Bedeutung für Backnang zu. Hier besteht „erheblicher Bedarf an funktionalen und gestalterischen Verbesserungen“, die den Reisenden und Besuchern des Bahnhofs zugutekommen sollen. „Mit dem Neubau der barrierefreien Stadtbrücke hat die Stadt – und mit der geplanten Installation der Aufzüge ab 2025 auch die Deutsche Bahn – einen ersten wichtigen Schritt getan.“ Die Stadt Backnang sieht darüber hinaus weiterhin die Deutsche Bahn in der Pflicht, sich im angemessenen Rahmen bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds im Sinne ihrer Fahrgäste finanziell zu engagieren.