Osman Kavala sitzt seit inzwischen vier Jahren ohne Urteil in der Türkei im Gefängnis. Foto: dpa/Wiktor Dabkowski

Der türkische Präsident Erdogan entscheidet über die Freilassung eines prominenten Kritikers – und damit auch über den Verbleib seines Landes im Europarat.

Istanbul - Die Türkei steht vor einer Entscheidung von historischer Tragweite: An diesem Freitag geht es bei einer Gerichtsverhandlung in Istanbul um die Freilassung des Kulturförderers Osman Kavala, der seit vier Jahren ohne Urteil im Gefängnis sitzt. Wenn Kavala hinter Gittern bleibt, will der Europarat kommende Woche ein Ausschlussverfahren gegen Ankara anstoßen – die Türkei könnte dann als erstes Land in der mehr als 70-jährigen Geschichte des Europarats aus der Organisation geworfen werden. Entscheidend wird am Freitag sein, ob Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan der türkischen Justiz grünes Licht für die Freilassung von Kavala gibt. Einige Beobachter erwarten, dass Erdogan nachgibt. Sicher ist das nicht: Erst im Oktober wollte er zehn westliche Botschafter aus dem Land werfen, weil sie sich für Kavala eingesetzt hatten.

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