Burkhard C. Kosminski inszeniert Shakespeares „Hamlet“ in Stuttgart, lädt einen Theaterberserker ein und hat eine interessante Inszenierungsidee. Warum funktioniert sie nur bedingt?
Ist er ein Vaterrächer? Ist er ein enttäuschtes Mamakind? Ist er politisch? Ist er intellektuell? Ist er feige? Weder noch oder alles ein bisschen. Vor allem ist er eines: Dagegen. Hamlet entzieht sich allen Zuschreibungen. Er ist eine Leerstelle, aber mit Charisma. Darauf setzt Intendant und Regisseur Burkhard C. Kosminski in seiner Inszenierung der Shakespearetragödie am Samstag im Schauspielhaus Stuttgart. Er engagiert für den vielleicht coolsten Loser der Theaterliteratur Franz Pätzold. Theaterreisende haben ihn im Nibelungendrama in Worms bestaunt oder in einem Abend von Frank Castorf: dem siebenstündigen Büchner-Marathon in Dresden oder im „Don Juan“ in München.
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