Der Landrat war beim Besuch der Technikmesse begeistert. Hier lässt er sich eine Maschine erklären, mit der Ritter Sport in Zukunft flexibler Komponenten in ihre Schokolade mischen kann. Foto: GDS

Die Fachschulen für Technik der GDS 1 und 2 präsentieren, woran sie in den vergangenen Jahren getüftelt haben. Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Auch in diesem Jahr zeigen die Fachschulen für Technik beider Gottlieb-Daimler-Schulen, warum unsere Region im Bereich technischer Innovationen führend in Europa ist. Wie die Schulen mitteilen, haben Schülerinnen und Schüler der GDS1 und 2 in stundenlanger Arbeit geforscht, wie man in Firmen Prozesse günstiger gestalten oder Maschinen effektiver arbeiten lassen kann. Die Ergebnisse zeigten sie unter anderem Landrat Roland Bernhard auf der jüngsten Technikermesse.

Wie kann man im Produktionsprozess Geld sparen? Kann man den neuen, besser nutzbaren Werkstoff ebenso in der Produktion einsetzen? Können wir Material in der Produktion sparen? Können wir fehlende Fachkräfte durch effizientere Maschinen oder Produktionsketten kompensieren? Solche Fragen haben sich die Schüler der Fachschule für Technik an der GDS 1 und 2 in den vergangenen Jahren gestellt.

Auch die Firma Trumpf profitiert von den Arbeiten

Zu Antworten kamen sie auf vielfältige Weise. Was alle eint sind um die 1000 Arbeitsstunden, die jede Gruppe in Vorarbeit, Erforschung und Ausarbeitung investiert hat. Doch die Prozesse, die unter die Lupe genommen wurden, sind sehr vielfältig.

So hat eine Gruppe der GDS 1 hat zum Beispiel daran gearbeitet, Richtlinien und Leitfäden für 3D-gedruckte Rohteile für die Firma Trumpf zu entwerfen. Eine andere Gruppe entwickelte gewichtsreduzierte Fahrzeugpanzerungen im zivilen Bereich für und mit den Firmen EDAG und Olsn Faserverbundtechnik. Wieder andere Schülerinnen und Schüler arbeiteten an einem verbesserten Werkzeug für Mercedes-Benz, damit in der betroffenen Produktion Abrieb und Verschleiß verringert werden, was zu geringeren Produktionskosten führen soll.

Manche Forschungsergebnisse der GDS 1 liegen dabei eher im Bereich der Prototypenentwicklung, wie die Konzeptionierung eines privaten Heimspeichers. Die Firma Bertrandt will das Ergebnis nutzen, um darauf künftige Projekte aufzubauen. Wieder andere Gruppen suchten nach ganz praktischen Verbesserungsmöglichkeiten in der Beschichtung neuer Werkstoffe. Manche Materialien haben zwar bessere Eigenschaften im Automobilbau, lassen sich aber auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht wie gewünscht beschichten. Nach umfassenden Tests konnte die Gruppe aus zwei Schülern der Firma Winning Plastics Vorschläge unterbreiten, wie sie die Lackierung in Zukunft bewerkstelligen könnte, ohne Qualitätseinbußen zu befürchten.

Bei Mercedes-Benz war die Herausforderung besonders groß

In der GDS 2 wiederum wurde etwa erforscht, wie die Fördertechnikanlagen bei Mercedes-Benz deutlich effektiver gestaltet werden können. Diese sind notwendig, um die Karossen im Rohbau mithilfe sogenannter Transportschlitten zu transportieren. Das Besondere: Die Funktionsfähigkeit der Anlage durfte während des Projekts nicht beeinträchtig werden, weswegen die Schüler ihre gesamte Elektrik parallel zur Anlage aufgebaut haben. Dabei standen sie vor der Herausforderung, ihre Lösungen so zu gestalten, dass sie nahtlos in den Produktionsprozess integriert werden konnten, ohne diesen zu unterbrechen – eine Aufgabe, die die Schüler mit Bravour gemeistert haben.

Zu einer deutlichen Verbesserung der Produktionsprozesse hat auch das Projekt jener GDS 2-Schüler beigetragen, die für Ritter Sport eine neue Bodenmischgruppe entwickelten. Was zunächst nach Gartenarbeit klingt, hat für alle Schokoladen-Liebhaber in Zukunft viele Vorteile: Durch die optimierte Mischgruppe können Schokolade und die verschiedenen Komponenten wie Nüsse, Joghurt oder Cornflakes flexibler und schonender kombiniert werden.

Der Landrat ist begeistert, die Schulleiter sind dankbar

„Ich bin begeistert, ob der Innovation unserer Jugend, die an den Technikerarbeiten sichtbar wird“, sagte der Landrat Roland Bernhard beim Besuch der Messe. Es sei toll zu sehen, dass die Jugendlichen wissen, was sie wollen. Bei einer solchen Vielfalt an Technikaffinität erwarte er in jedem Fall die Aufmerksamkeit der regionalen Firmen.

„Der Dank gebührt an dieser Stelle Landkreis Böblingen als Schulträger für die sehr gute Ausstattung unserer Schulen“, konstatierte Jürgen Patermann, der Schulleiter der GDS 1. Christian Hopf, Schulleiter der GDS 2, pflichtete ihm bei „Wir sind sehr froh über das Bekenntnis zur beruflichen Bildung, das nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, sondern sich in der Zusammenarbeit und Unterstützung widerspiegelt.“ Roland Bernhard sieht hier auch eine breite Front in der Region: „Es ist super, dass auch der Kreisrat hinter uns steht und auch ihm Bildung enorm wichtig ist. Wo wir sind, ist vorne.“