Die badisch-schwäbische Rivalität mal anders – in Stickern, die man mit etwas Glück wie bei einer Schnitzeljagd finden kann. Foto: Karlsruher Memes

Ein Karlsruher Student verteilt in der Fächerstadt heimlich Sticker, auf denen er die Landeshauptstadt Stuttgart neckt. Auch auf seiner Instagram-Seite trägt der Betreiber die badisch-schwäbische Rivalität aus.

Stuttgart - Die alte, nicht immer ganz ernst gemeinte Rivalität zwischen Badenern und Schwaben hat eine neue Ebene erreicht. Diesmal finden die Sticheleien nicht bei Familienfeiern, im Büro oder ganz künstlerisch auf der Bühne statt, sondern irgendwo in Karlsruhe im öffentlichen Raum und auf Stickern – humorvoll, aber recht deutlich in der Ansprache. „Hässlich hier. Aber waren Sie schon mal in Stuttgart?“, heißt es in Lettern, die nicht nur optisch an eine Kampagne des Landes Baden-Württemberg erinnern. Vor zwanzig Jahren begann die Landesregierung, mit dem ähnlich klingenden Motto „Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?“ für die Vorzüge des Ländle zu werben.

Damit der ahnungslose Betrachter nicht völlig im Dunkeln tappt ob der Autorenschaft dieser kleinen verbalen Provokation in Richtung Stuttgart, hat der Verfasser einen klaren Hinweis auf den Ursprung gegeben. Unter dem Stadtwappen Karlsruhes steht, ebenso angelehnt an das bekannte Werbe-Motto („Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“), die Abwandlung: „Wir können alles ab. Außer Schwaben.“

Hinter dieser Neckerei steht ein Karlsruher Student, der überdies die Instagram-Seite „Karlsruher Memes“ mit 25 000 Followern betreibt. Seit mittlerweile zwei Jahren werden auf dem Instagram-Kanal vor allem Memes gepostet. Darin nimmt der Betreiber, der seinen Namen nicht nennen will, beileibe nicht nur die Nachbarn im schwäbischen Teil des Landes, sondern auch die städtischen Verkehrsbetriebe, den Karlsruher Oberbürgermeister oder einfach seine Mitmenschen regelmäßig aufs Korn.

Die Spuren dieser ironisch ausgetragenen Feindschaft sind aber nicht allzu sichtbar. Sehr diskret nämlich hat der Karlsruher Student Sticker mit der klaren Botschaft gegen die Landeshauptstadt an ausgewählten Orten in der Fächerstadt verteilt – mal in einem Buch in der Badischen Landesbibliothek, zwischen Kondomen und Sexspielzeug in einer Drogerie, in einer Telefonzelle oder auf einem Wahlplakat. In seinen Stories enthüllt der Sticker-Initiator im Anschluss, wo die Sticker versteckt waren.

Wer Glück hat, findet einen solchen Aufkleber und darf sich amüsieren über eine Neuauflage des ewigen Kulturkampfes zwischen Baden und Schwaben. Und auch das „Karlsruher Memes“-Gegenstück aus der Schwabenmetropole „Stuttgarter meme“ mit seinen 35 000 Instagram-Followern könnte bald mit einer eigenen Aktion zurückschlagen und – natürlich nicht ganz ernsthaft – die Giftpfeile zurück an den Rhein schicken. Die badisch-schwäbische Rivalität könnte also bald in eine neue Runde gehen.

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