Seit Mai vergangenen Jahres verschafft sich Oussounou Abdel-Aziz Sandja einen Überblick über die Sammlungen. Foto: Max Borchardt

Deutsche Kolonialisten raubten einst fast alles, was ihnen gefiel. In den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen versucht der togoische Kulturwissenschaftler Oussounou Abdel-Aziz Sandja, die Herkunft von Tausenden Objekten festzustellen.

Oussounou Abdel-Aziz Sandja steckt den Schlüssel in das Loch der Panzertür, dreht an einem Messingrad und stemmt sein Gewicht gegen Beton und Stahl. Im Tresorraum lagern Jagdspeere und Lederschilde, Amulette und Schalen. Die Sammlung des Museums Weltkulturen in Mannheim umfasst 40 000 Objekte. Nicht wenige von ihnen raubten Deutsche, Briten und Franzosen während der Kolonialzeit. An vielen klebt Blut. Es sind Relikte eines Unrechtsregimes, das Menschen ausbeutete, massakrierte und ihre Kunst als Trophäe ausstellte. Zu Hunderttausenden lagern diese Werke in den baden-württembergischen Depots. Die ehemaligen Völkerkundemuseen haben zwar ihre Namen geändert, doch sie bleiben Kinder der Kolonialzeit.

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